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Ganz schön praktisch: Neue Ideen für die Garderobe

Immobilien Ganz schön praktisch: Neue Ideen für die Garderobe

Tür auf, Schuhe aus, Jacke an den Haken und schnell rein ins Wohnzimmer - der Flur dazwischen ist für viele meinst einfach nur ein Durchgangszimmer und Ablageort für die Garderobe. Doch mit neuen smarten Möbelideen widmen sich nun die Möbeldesigner diesem Raum.

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Ein Klassiker kehrt zurück: Der Cactus ziert den Flur - und dient gleichzeitig als Garderobe. Foto: Gufram

Berlin. Der Flur ist im Design eine Nische. Es gibt zwar eine Vielzahl von Produkten wie Garderobenständer, Haken oder Schuhschränke. Zu einer Designikone hat es aber gerade mal die Wandgarderobe von Ray Eames mit dem Namen Hang it all mit vielen bunten Bällen gebracht.

Doch irgendwie fehlte am Hauseingang bisher noch der aktuelle Hingucker für Designliebhaber. Und jetzt? Es tut sich was. Designer Steffen Kehrle hat für die Firma Richard Lampert mit Bazar einen neuartigen Garderobenständer entworfen. Es ist ein 1,60 Meter großer, kreisrunder Zylinder aus gebogenem und verschweißtem Stahldraht. In die Gitterstruktur lassen sich Sachen legen oder mit Hacken aufhängen.

Daher lässt sich das Objekt im Gegensatz zu konventionellen Garderobenständern nicht nur auf der Krone, sondern von oben bis unten bespielen. "Ich kann Jacken, Schals, Pullover überall reinstecken", erklärt Kehrle. "Oben können die Erwachsenen ihre Sachen unterbringen, unten die Kinder." 

Flexibel wird das auch hohle Innere, indem auf unterschiedlichen Höhen runde Tablets aus Holz eingelegt werden. "Dort kann ich mein Handy, Schlüssel, Handschuhe oder andere Dinge verstauen", so der Designer. Neben der Standgarderobe hat er eine Variante zur Montage an der Wand entworfen, auch mit Gitter. Durch die Farben und die einfache, luftige Form erhält Kehrles Garderobenidee etwas Unbeschwertes.

Auch Designer Sebastian Herkner kommt derzeit am Thema Garderobe nicht vorbei. Für den Hersteller Schönbuch hat er den Garderobenständer Tub und eine niedrigere Variante als Konsole entworfen - Kombinationen aus Stahl und Holz, runden und eckigen Formen. Man kann dort nicht nur die Jacken aufhängen, sondern auch die Tasche oder die Schuhe abstellen. Das Objekt wirkt minimalistisch und trotzdem spannungsvoll. Auch bei seinem zweiten Entwurf für Schönbuch kombiniert Herkner unterschiedliche Funktionen: Slot ist Spiegel und Hängegarderobe zugleich. Die Klamotten verschwinden hinter der Spiegelfläche.

Pragmatisch geht Michael Hilgers an das Thema heran. "Ich wollte nichts zum Aufhängen entwerfen", betont der Designer aus Berlin. "Mich interessiert im Flur mehr das Thema Verstauen." Hilgers Entwurf Shustack für Emform ist eine modulare Lösung für Schuhe. Aus zwei Holzteilen und einem Blech entstehen dreieckige Schuhkästen, die sich übereinander stapeln lassen. Aber: Die Schuhe sind im Shustack nicht komplett verstaut. "Ich wollte den Schuh nicht verstecken, sondern auch zeigen", erklärt Hilgers. So lässt sich die Sneakersammlung einerseits darin aufbewahren, und der Besitzer kann andererseits stolz seinen Modegeschmack präsentieren.

Die Garderobe auf ganz neue Weise gedacht hat Designer Thomas Schnur aus Köln. "Ich wollte das Produkt auf seine essenziellen Bestandteile reduzieren", sagt er. Gravity für den Hersteller Nomess Copenhagen besteht daher nur aus einer Kordel und einem gebogenen Stahlrohr in breiter U-Form als Garderobenstange. Die Kordel führt durch das Rohr und hängt zugleich an zwei in der Wand verankerten Haken. "Die Garderobenstange hält alleine durch die Kraftübertragung", erklärt Schnur. Die Idee nutzt nicht nur clever die Gesetze der Physik. Man kann die Stange auch jeder Zeit ab- und wieder anhängen - spontan zur nächsten Party, um das Mantelchaos auf dem Bett zu vermeiden.

Aber auch ein Klassiker der 70er Jahre kehrt kürzlich zurück auf den Markt in neuen Farbvarianten: der von den italienischen Designern Guido Drocco und Franco Mello gestaltete Garderobenständer Cactus. Er war und ist auch ein witziges Accessoire fürs Entree. Beim Cactus wie auch bei den neueren Entwürfen geht es schließlich um Originalität, die Designer vergessen dabei aber nicht die Funktion. Denn letztlich geht es im Flur immer noch vor allem um eines: den ersten und aufgeräumten Eindruck beim Betreten des Hauses.

dpa

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