Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ist das energieautarke Haus möglich?

Immobilien Ist das energieautarke Haus möglich?

Wer energieautark wohnen möchte, nutzt allein lokal verfügbare Energieträger und lässt sich nicht mit Gas oder Öl beliefern. Stattdessen erwärmt etwa die Sonne das Warmwasser, und man gewinnt daraus auch Strom. Aber kommt man allein damit zurecht?

Voriger Artikel
Frei liegende Heizungsrohre mit Rohrschalen isolieren
Nächster Artikel
Bauen oder Kaufen: Tipps zum Immobilienkredit

Ein Haus mit Energie aus Photovoltaik- und Thermieanlagen, die die Sonnenstrahlen einfangen. Foto: Timo Leukefeld

Straubing. Ein Haus, das seine Energie selbst erzeugt, ist längst keine Utopie mehr. Erste Versuche, sich unabhängig von Öl, Gas und Strom aus dem Netz zu machen, zeigen Erfolg.

Timo Leukefeld vom Sonnenhaus-Institut in Straubing (Bayern) wohnt selbst in einem energieautarken Haus und ist sich sicher: "Der Durchbruch steht unmittelbar bevor". Die Technologien seien so ausgereift, dass fast jeder Bauherr auf fossile Brennstoffe verzichten kann - jedenfalls zu einem beträchtlichen Teil. "Der Schlüssel ist die Sonne", sagt Leukefeld. "Die reicht selbst in unseren Breiten, wo sie im Winter eher wenig scheint, für Heizung und Strom - und zwar ganzjährig."

Ganz so optimistisch ist Stefan Materne vom Verbraucherzentrale Bundesverband nicht: "Es ist ein richtiger Weg, und je mehr Leute ihn mitgehen, desto besser", sagt er zwar. "Allerdings ist er für die Mehrzahl der Verbraucher bisher nicht umsetzbar, weil energieautarke Häuser immer noch zu kostenintensiv sind."

Eine Vielzahl von Faktoren muss zusammenspielen, um einen möglichst hohen Autarkiegrad zu erreichen. Kernstück ist die Verknüpfung von Solarthermie und Photovoltaik. Die Anlagen müssen so angebracht werden, dass sie die Sonnenenergie maximal nutzen können, erklärt Leukefeld. Idealerweise ist das Dach möglichst steil, um auch die tief stehende Sonne im Winterhalbjahr auszunutzen. Das Haus sollte nach Süden ausgerichtet sein. Da die Energie der Sonne in der Regel dann am meisten gebraucht wird, wenn sie nicht scheint, sind gute Speicher notwendig. Zugleich braucht das Haus eine gute Dämmung.

Nicht nur Neubauten können unabhängig von externer Energie werden, auch Häuser im Bestand lassen sich nachrüsten. So können die recht voluminösen Wärmespeicher Platz am Standort des Öltanks finden, erklärt David Wedepohl vom Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin.

Doch selbst wenn sehr viel Sonnenenergie aufgefangen wird, deckt sie in der Regel nicht den durchschnittlichen Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts von 4500 Kilowattstunden im Jahr. "Bei guter Planung lässt sich der Verbrauch aber locker auf 2000 Kilowattstunden pro Jahr absenken", sagt Leukefeld. "Die schafft die Photovoltaikanlage mit dem Akku in der Regel."

Dazu muss man an vielen Stellen im Haus sparen. Ein Beispiel: Werden Geschirrspüler und Waschmaschine an das Warmwassernetz angeschlossen, verbrauchen sie nur noch einen Bruchteil des Stroms.

Die hundertprozentige Unabhängigkeit von externen Energiequellen ist ein Ideal, das ohnehin für die wenigsten Bauherren machbar ist. Oft geben die Lage der Immobilie, Dachneigung und Sonneneinstrahlung das einfach nicht her. "50 bis 70 Prozent Autarkiegrad sind für den Massenmarkt schon ein gutes Ergebnis", betont Leukefeld.

Und auch das Wetter hat einen großen Einfluss. "Liegt im Winter mal vier Wochen lang Schnee auf den Solarmodulen, kommt eben keine Sonnenenergie rein. Dann muss auch ich zusätzlich heizen." Das geht etwa mit Gas und Öl, Leukefeld nutzt einen Holzofen.

Ein schlüsselfertiges, etwa 160 Quadratmeter großes Haus kostet laut Leukefeld aktuell zwischen 350 000 Euro bei 50 Prozent Autarkiegrad und 450 000 Euro bei 90 bis 100 Prozent Autarkiegrad. "Es lohnt sich, Kosten und Nutzen für das eigene Haus durchzurechnen", rät Wedepohl. "Immerhin lassen sich je nach Autarkiegrad zwischen 2000 und 4000 Euro Energiekosten im Jahr sparen."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Finden Sie auf lvz-immo.de - dem Immobilienportal der LVZ - Ihre neue Wohnung in Leipzig! mehr

Wimmelbild: Knacken Sie das spannende Mystery-Rätsel um tückische Feen und schusselige Hexen im Spieleportal von LVZ.de ! mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr