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Natürlich und flauschig: Domotex zeigt die Bodenbelag-Trends

Wohnen Natürlich und flauschig: Domotex zeigt die Bodenbelag-Trends

Ein Trend durchzieht die gesamte Bodenbranche: Es wird natürlicher. Das fängt beim Aussehen an und hört bei der Haptik noch nicht auf. Dazu passt, dass die Hersteller zunehmend umweltfreundlich produzieren. Die Entwicklungen von der Messe Domotex im Überblick.

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Bei diesem Teppich von Ayka Design Ltd. entsteht durch die unterschiedlichen Florlängen eine Art 3D-Effekt.

Quelle: Deutsche Messe

Hannover. Die Zeit der großen Trends bei den Bodenbelägen ist vorbei. So zumindest sieht es Industrie- und Produktdesigner Stefan Diez, Vorsitzender der Jury für den Innovationspreis der Bodenbelagmesse

Domotex. Stattdessen verändern nun kleinere Strömungen die Branche. Ein Überblick:

Natürlichkeit: "Das ganze Thema Natur bleibt ein Thema", sagt die Trendanalystin Gabriela Kaiser. Das zeige sich einmal in der Farbgebung: Beige und Braun sind bei den Bodenbelägen häufig zu sehen, aber auch weiche Grüntöne. Daneben macht die Expertin Pastelle als wichtigen Farbakzent aus. Das Natürliche zeigt sich außerdem bei der Motivwahl für die Musterung der Teppiche, etwa indem Landschaftsbilder darauf kommen, erklärt Jochen Köckler, Vorstand der Deutschen Messe. Sie veranstaltet die Domotex. Kaiser hat in diesem Zusammenhang Muster im Aquarellstil und kaleidoskopische Elemente entdeckt, dazu zählen zum Beispiel gespiegelte Äste.

Haptik: Das Thema Natürlichkeit macht sich in der Haptik der Beläge bemerkbar. Viele Designer legen nun Wert darauf, in den Teppichen Fußspuren erkennen zu lassen - wie man eben sie auch in Gras oder im Waldboden sieht. "Man sieht, worauf die Füße sich bewegen, man fühlt den Boden unmittelbar", erklärte der Designer Piero Lissoni im Vorfeld der Messe. Er spricht dort über Trends. Was heißt das konkret? Teppiche haben schon seit einiger Zeit gerne höheren Flor. Nun sind sie auch gröber gewebt, erklärt Kaiser.

Verlegetechnik: Hier zeigt sich der Naturgedanke in Form eines Wunsches nach mehr Nachhaltigkeit. So werden laut Kaiser nicht nur gerne verschiedene Hölzer zusammengefügt, sondern dabei handelt es sich auch noch um Fundhölzer, etwa aus alten Fabriken oder Kirchen. Ihre Wiederverwertung findet in edler Verlegungsform statt.

Gleichzeitig gibt es die Bewegung hin zum einfacheren Verlegen. Das Klick-System werde zunehmend optimiert, erklärt Köckler. Die Holzarten werden dabei - wie beim Fundholz - gerne kombiniert. Ein bisschen bizarr erscheint es da, dass es laut Diez mittlerweile wiederum Imitationen von Sägespuren gibt. Das passt aber wieder zur Natürlichkeit - statt cleanem Industrieschick geht es um das Zeigen gewachsener Spuren, wozu auch die des Handwerks gehören. Bei den Teppichen erlebt die ebenfalls einfacher zu verlegende Teppichfliese eine Renaissance, erzählt Köckler.

Designerböden:  Elastische Bodenbeläge, die etwa aussehen wie ein Parkett oder eine Fliese, setzen sich zunehmend am Markt durch. "Die Branche erwartet weiter Zuwächse", sagt Köckler. Auch weil diese Böden immer besser werden. "Jedes Jahr wird es ein Stück perfekter", sagt Diez. Mittlerweile gebe es Designerböden, die eine Holzmaserung nahezu perfekt imitieren. Der Vorteil sei, dass sich Vinylböden relativ einfach verlegen lassen, erklärt Köckler. Außerdem sind sie robust und müssen nicht so intensiv gepflegt werden wie andere Bodenbeläge, fügt Diez hinzu. Aber: Die Designerböden sind nicht billig. Ihr Preis überlappt sich laut Diez mit dem der Echtholzböden.

Nachhaltigkeit: Besonders im höherpreisigen Segment versuchen Hersteller immer mehr, Schadstoffe aus den Belägen herauszuhalten und umweltfreundlicher zu produzieren, sagt Diez. Auch in diesem Punkt wird Nachhaltigkeit wichtiger. So werde in den Designerböden auf PVC verzichtet, für Teppiche kommen recycelte Fasern zum Einsatz. Dazu werden etwa auch Zeitungen und Lederreste verwebt, erklärt Kaiser. Oder das Parkett besteht eben aus Fundstücken alter Gebäude. Zum Thema Nachhaltigkeit gehört beim Parkett aber auch, dass heimische Hölzer bevorzugt werden. "Da erkennt man ganz klar den Trend, dass die Herkunft wichtig ist", sagt Köckler.

dpa

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