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Verborgene Schätze - Den Haushalt clever auflösen

Wohnen Verborgene Schätze - Den Haushalt clever auflösen

Wer den Haushalt eines verstorbenen Verwandten auflösen muss, steht oft vor einem Problem: Meist sind die Sachen zu gut erhalten, um sie wegzuwerfen, aber richtig viel wert scheint auch nichts zu sein. Das kann täuschen. Sammler suchen sogar bestimmte alte Rührgeräte.

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Ein Schatz: Die Ausgaben der alten DDR-Zeitschrift «Mosaik» sind heute viel wert.

Quelle: Andrea Warnecke

Berlin. Eine Haushaltsauflösung ist für viele Menschen eine emotionale Angelegenheit. Besonders wenn die Wohnung von Familienmitgliedern oder Freunden geräumt werden muss, stellen sich Erinnerungen ein. Was wird mit all den Möbeln, Geschirr, Bildern, Schmuck und Büchern?

"Aus einem normalen Haushalt ist fast alles zu verwerten, wenn man es geschickt anstellt", sagt Monika Beier vom Bundesverband Deutscher Auktionatoren. "Oft sind es unscheinbare Stücke, die großen Wert haben." Aber auch, wenn sich keine Schätze finden, lässt sich in den meisten Fällen noch ein guter Ertrag erzielen. Wegwerfen ist die allerletzte Option.

Die größten Erlöse versprechen in der Regel Bilder, Schmuck, Möbel und Porzellan. "Bei Bildern können sich die Eigentümer gut im Internet informieren, wie hoch sie gehandelt werden", erklärt die Expertin. Anhaltspunkte sind zum Beispiel die Signaturen. Schmuck und Porzellan sollten sie besser von einem Experten einschätzen lassen, ebenso wie Möbel. Die sind für Käufer meist nur von Interesse, wenn sie alt sind. "Aus der Gründerzeit um 1880 sollten sie schon sein. Aber auch Bauhausmöbel aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts laufen gut", sagt Beier.

Besonders gefragt sind kleinere Stücke wie Frisierkommoden oder Tischchen, die sich gut mit modernem Design kombinieren lassen. Wenig Interesse besteht nach ihrer Erfahrung an Möbeln aus den 40er bis 80er Jahren. Auch Bücher haben es schwer. "Das muss schon etwas Altes oder ganz besonders Schönes sein."

Viel Geld zahlen Sammler manchmal für Dinge, die Laien unterschätzen. Zum Beispiel für altes Spielzeug, am besten noch in der Originalverpackung. "Für Puppen, Autos, Eisenbahnen und Blechspielzeug gibt es einen großen Markt", sagt Beier. "Mitarbeiter der Auktionshäuser geben gern Auskunft über den Wert der Stücke", erklärt sie. Wer seine Sachen selbst hinbringt, muss für die Beratung nicht bezahlen. Hilfe gibt es auch beim Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter Kunstsachverständiger sowie qualifizierter Kunstsachverständiger. Auf seiner Homepage sind Adressen von Experten auf vielen verschiedenen Fachgebieten aufgelistet.

Meist sind es normale Alltagsgegenstände, die etwa bei Auktionen unter den Hammer kommen. Beier empfiehlt, sie nicht einzeln anzubieten, sondern größere Posten zusammenzustellen. "Ein Posten mit verschiedenen Porzellan-Gegenständen oder Küchenutensilien verkauft sich besser als die einzelnen Teile." Auch Elektrogeräte, Kleidung oder Bücher können so zusammengefasst werden.

Manchmal bekommen alte Dinge neue Aufmerksamkeit geschenkt, weil sie dem Zeitgeist entsprechen. So finden sich in ehemaligen DDR-Haushalten oft Stücke, die bei Sammlern sehr begehrt sind - und das nicht nur in Deutschland, berichtet Hartmut Preuß vom Museum für Alltagskultur in Eisenhüttenstadt. Dazu gehört das Rührgerät RG 28 aus dem Kombinat AKA Elektrik aus den 70er Jahren.

Selbst Dinge, die sich nicht unbedingt zu Geld machen lassen, haben oft noch einen großen ideellen Wert, weil sie historisch bedeutsam sind. "Briefe, Zeitschriften und Bücher mit Randbemerkungen geben Einblick in das Leben der Menschen zur jeweiligen Zeit", erklärt Museumsleiter Preuß. "Sie können durchaus interessant für Museen und Ausstellungen sein. Wer so etwas in einem Nachlass findet, sollte das einem Fachmann zeigen, bevor es leichtfertig weggeworfen wird."

Eine Möglichkeit, Hausrat loszuwerden und gleichzeitig etwas Gutes zu tun, ist die Spende. "Unsere Verbände in den verschiedenen Regionen freuen sich immer über Kleidung, Möbel und Geschirr", sagt Monika Beck vom Deutschen Caritasverband. "Wichtig ist aber, dass die Sachen absolut in Ordnung sind. Modische oder Geschmacksfragen spielen keine Rolle. Aber die Spenden müssen in einem Zustand sein, in dem man sie selbst benutzen würde."

dpa

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