Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Wohnungskauf bleibt dank Mini-Zins attraktiv

Jahreswechsel Wohnungskauf bleibt dank Mini-Zins attraktiv

Steigende Einkommen und eine extrem günstige Finanzierung lassen die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiter wachsen. Vor allem die Ballungszentren ziehen immer mehr Menschen an, das treibt die Preise für die eigenen vier Wände in die Höhe. Droht eine Blase?

Voriger Artikel
Vorsicht, Rutschgefahr - Was bei Eisregen hilft
Nächster Artikel
Nasse Seide ins Handtuch einwickeln

Momentan lohnt es sich, eine Immobilie zu kaufen. Aber wie lange noch?

Quelle: Daniel Karmann

Frankfurt/Main. Baugeld ist extrem günstig, Investitionen in Betongold angesichts der Mini-Zinsen beliebt. Experten sind daher überzeugt: Die Nachfrage nach Wohnraum wird auch im kommenden Jahr hoch bleiben - das treibt die Preise, vor allem in den In-Vierteln der Ballungsräume.

"In den deutschen Städten steigen die Immobilienpreise rasant. In ein paar Jahren drohen an den Finanz - und Immobilienmärkten wieder Blasen, deren Platzen große wirtschaftliche Schäden verursachen", warnt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Ein wichtiger Grund für die Entwicklung sei die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank: Denn einerseits kann Wohneigentum derzeit extrem günstig finanziert werden, andererseits werden Investoren mangels attraktiver Alternativen in Aktien oder eben in Immobilien getrieben.

Schon 2015 beschleunigte sich die Aufholjagd bei den Preisen für Wohngebäude in Deutschland wieder, wie die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht November feststellt: "Der Preisauftrieb auf dem Immobilienmarkt hat sich im bisherigen Jahresverlauf wieder verstärkt. Dazu haben vor allem die Preisanstiege bei Eigenheimen beigetragen." Ein Ende des seit 2010 anhaltenden Aufwärtstrends ist jedenfalls nicht in Sicht.

Allerdings mehren sich Stimmen, die vor Übertreibungen warnen. Die Bundesbank stuft das Risiko einer Preiskorrektur bei gleichzeitig starken Ausfällen von Krediten gegenwärtig zwar als gering ein - trotz des "vergleichsweise kräftigen Preisanstiegs". Bisher gebe es bei Wohnimmobilien keine Blasen - auch, weil die Preissteigerung nicht auf Pump finanziert werde und Immobilienkredite weiterhin auf moderatem Niveau wüchsen. Doch Vizepräsidentin Claudia Buch warnt: "Je länger niedrige Zinsen andauern, umso mehr bestehen für die Marktteilnehmer Anreize, erhöhte Risiken einzugehen."

Auch Experte Jochen Möbert von der Deutschen Bank rechnet angesichts der hohen Nachfrage vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten mit weiter anziehenden Hauspreisen, sollte das Angebot nicht ausgeweitet werden. Die Verteuerung könne sich sogar massiv beschleunigen, warnt Möbius: "Denn Investoren sind händeringend auf der Suche nach sicheren und doch einigermaßen renditeträchtigen Anlagen."

Die Ratingagentur Standard&Poor's erwartet, dass die Immobilienpreise in Deutschland in den kommenden Jahren weiter anziehen, hält eine Blase aber für unwahrscheinlich. Zwar hätten sich Immobilien schon in den vergangenen sechs Jahren deutschlandweit durchschnittlich um 20 Prozent verteuert - in den sieben größten Städten Deutschlands sogar um 46 Prozent. Allerdings sei das Niveau zuvor sehr niedrig gewesen. Im internationalen Vergleich seien selbst die deutschen Städte noch immer nicht teuer.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist eine gute Nachricht für Menschen, die bereits in den eigenen vier Wänden leben: Ihre Immobilie gewinnt tendenziell an Wert. Aber auch Menschen, die sich den Traum vom Eigenheim verwirklichen wollen, haben Grund zur Freude. Denn selten war es so günstig wie derzeit, den Haus- oder Wohnungskauf zu finanzieren. "Die Zinsen für Wohnungsbaukredite an private Haushalte sind auf einem historisch niedrigen Niveau", analysiert Franz Eilers vom Verband deutscher Pfandbriefbanken.

Aktuell sind Hypotheken mit zehn Jahren Laufzeit nach Angaben der FMH Finanzberatung mit einem durchschnittlichen Zins von 1,56 Prozent zu haben - vor einem Jahr lag das Niveau noch bei 1,71 Prozent, vor drei Jahren bei 2,54 Prozent und vor fünf Jahren bei 3,72 Prozent.

Die Postbank warnt aber bereits vor "möglicherweise bald steigenden Baugeldzinsen". Allzu rasant dürfte die Entwicklung aber nicht verlaufen, denn die EZB hat angekündigt, den Leitzins noch lange auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu belassen. Trotzdem: Nach einer Studie der Postbank brauchen Immobilienerwerber in Deutschland derzeit bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr im Durchschnitt knapp 26 Jahre, um einen Kredit für eine 110 Quadratmeter große Eigentumswohnung abzubezahlen. Sollte der Zins um ein Prozentpunkt steigen, verlängere sich die Tilgungsdauer um rund sieben Jahre.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Finden Sie auf lvz-immo.de - dem Immobilienportal der LVZ - Ihre neue Wohnung in Leipzig! mehr

Wimmelbild: Knacken Sie das spannende Mystery-Rätsel um tückische Feen und schusselige Hexen im Spieleportal von LVZ.de ! mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr