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Der Traum von den eigenen vier Wänden: Welche Eigenheimförderungen gibt es?

Programme von Bund, Land und Stadt Der Traum von den eigenen vier Wänden: Welche Eigenheimförderungen gibt es?

Trotz eigentlich günstiger Zinsbedingungen für den Erwerb oder Bau einer eigenen Immobilie kostet ein solches Unterfangen immer noch sehr viel Geld. Schon deshalb ist es sinnvoll, sich vorab über mögliche Fördermittel zu informieren.

Der Weg ins Eigenheim ist gerade für Familien mit Kind nicht immer einfach – allerdings können gerade sie auf verschiedene Förderungen bei der Erfüllung dieses Wunsches hoffen.

Quelle: fotolia.com © Monkey Business

Wohnraum zwischen Niedrigzinsen und Rekordpreisen

Der Masterplan steht, der Traum vom Eigenheim soll endlich wahr werden. Ein Wunsch, den viele hegen und in den letzten Jahren konkret angegangen sind. Der Grund hierfür: Die andauernde Niedrigzinsphase hat das konventionelle Sparen praktisch obsolet werden lassen, die Zinserträge aus Sparkonten waren und sind bestenfalls marginal. Auf der anderen Seite fielen die Baufinanzierungszinsen auf ein Rekordtief und machten die Investition in eine eigene Immobilie in dieser Hinsicht so günstig wie nie.

Dennoch ist es nach wie vor ein erhebliches Unterfangen und finanzielles Risiko, den Traum von den eigenen vier Wänden zu verwirklichen – selbst mit dem notwendigen Eigenkapital in der Tasche und einer günstigen Finanzierung im Rücken. Einer der Gründe hierfür sind die – je nach Lage der Immobilie – Schwierigkeiten, überhaupt ein geeignetes Objekt oder Grundstück zu bekommen, das darüber hinaus auch noch bezahlbar ist. In dieser Hinsicht bestehen verschiedene Programme auf Bundes-, Länder- und Kommunalebene, die den Immobilienerwerb und das Schaffen neuen Wohnraums erleichtern sollen.

Energieeffizienz als Kosten- und Sparfaktor

Ein weiterer erheblicher Kostenfaktor sind die Anforderungen an Neubauten in puncto Energieeffizienz, die in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft wurden. Kaum weniger gilt das für Bestandsbauten, denen es altersbedingt im Großteil der Fälle an der notwendigen Ausstattung fehlt, um die gesetzlichen Bestimmungen zu erfüllen. Energieeffizientes Bauen bzw. Wohnen ist zur Pflichtaufgabe geworden, bei der es nicht mehr um das „ob“, sondern nur noch um das „wie viel“ der notwendigen Maßnahmen geht. Die Folge sind entsprechende Mehrkosten, die rechtzeitig bedacht und eingeplant werden müssen.

Solaranlage auf Dach

Energieeffizienz ist unabhängig von Kauf oder Neubau immer ein Thema – und zwar eines, das erst einmal kostet.

Quelle: fotolia.com © bildergala

Allerdings gibt der Staat nicht nur die Marschroute in Sachen Klima- und Ressourcenschutz vor, er bietet auch finanzielle Unterstützung, um bundesweite Klimaziele erreichen zu können. Bauherren oder potenzielle Immobilienkäufer sind also bei der Umsetzung ihrer Projekte nicht gänzlich auf eigene Mittel (bzw. die der Banken) angewiesen und können teilweise beachtliche Zuschüsse erhalten. Einziger kleiner Wermutstropfen für potenzielle Eigenheimbesitzer: Es wird beim Thema Energieeffizienz zwar viel, aber längst nicht alles gefördert.

Wer die üblichen Energiesparmaßnahmen wie Dämmungen, moderne Heizungsanlagen oder Strom- und Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien um technische Hilfsmittel aus dem Smart Home-Bereich ergänzen möchte, wird erst einmal leer ausgehen. Jedenfalls ist in den Förderprogrammen von KfW, BAFA oder anderen Stellen nur in Ausnahmefällen explizit von intelligenter Haussteuerung die Rede.

Das gilt im Prinzip wirklich nur für die KfW-Förderprodukte zum Altersgerechten Wohnen , die etwa Maßnahmen zur barrierefreien Umgestaltung durch automatische Steuerelemente unterstützen.

Immerhin

Die Fördergelder werden altersunabhängig ausgezahlt, solange die technischen Mindeststandards erfüllt sind. Das heißt: Hauskäufer können, mit der notwendigen Voraussicht, durchaus schon frühzeitig Smart Home-Elemente in einen Umbau integrieren – im günstigsten Fall werden dabei gleich die technischen Grundvoraussetzungen für zukünftige Maßnahmen geschaffen, etwa durch die Einrichtung einer Technikzentrale.

Vorteile durch Förderungen

Die staatlichen Finanzspritzen sind immer auch an Bedingungen geknüpft, bieten allerdings fast immer überaus günstige Konditionen . Darüber hinaus wird auf diese Weise nicht nur bei der Rückzahlung der Darlehen gespart, sondern ebenso perspektivisch dank der niedrigeren Ausgaben für Strom und Heizung.

Faktoren nachhaltiger Hausbau

Darauf legen die Deutschen beim Hausbau am meisten Wert.

Quelle: Forsa-Trendbarometer Nachhaltigkeit 2016

Vor Baubeginn oder der Unterzeichnung des Kaufvertrages lohnt es sich also, sich über die Möglichkeiten staatlicher Förderungen zu informieren. Nicht ganz einfach, denn eine ganze Reihe von Institutionen steuert Gelder zum Projekt Eigenheim bei, zu unterschiedlichen Konditionen und für ganz verschiedene Bereiche. Wer möglichst viele Zuschüsse in Anspruch nehmen möchte, muss daher gegebenenfalls recht genau hinsehen. Einen ersten Überblick der Fördermöglichkeiten gibt es im Nachfolgenden.

Eigenheimförderung: Welche Mittel können Sie von wem zu welchem Zweck bekommen ?

Grundsätzlich muss vorab unterschieden werden, ob das neue Eigenheim gebaut, gekauft oder umgebaut/saniert wird. Denn je nach Ausgangslage gibt es verschiedene Ansprechpartner und verschiedene Förderprogramme, über die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie lässt sich deren Kreis eingrenzen. Die wichtigsten Förderungen aus öffentlicher Hand lassen sich danach wie folgt aufschlüsseln:

  • Hauskauf: Wer eine Immobilie käuflich erwirbt, kann Unterstützung durch das Wohn-Riester, die soziale Wohnraumförderung, die Fördermittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW, unter Umständen von Seiten der Länder, Städte oder Gemeinden und in seltenen Fällen durch die Kirchen erhalten.
  • Hausbau: Für Neubauten ergeben sich ebenfalls bei den genannten Stellen Fördermöglichkeiten.
  • Energieeffizientes Bauen und Sanieren: Stehen Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz an, kann finanzielle Hilfe in erster Linie von der KfW und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle erwirkt werden. Mitunter unterhalten auch die Bundesländer eigene Programme für energetische Umbaumaßnahmen.
Rohbau wird gemauert

Ganz gleich ob Hausbau oder Hauskauf: Fördermittel gibt es für jedes Eigenheim-Projekt.

Quelle: fotolia.com © Hoda Bogdan

Welche Fördermittel und -programme letztlich in Betracht kommen, hängt selbstverständlich immer am jeweiligen Eigenheimprojekt bzw. auch den Vorstellungen der zukünftigen Eigentümer. Trotz aller Vorgaben, die etwa hinsichtlich der energetischen Gestaltung bestehen, bleibt immer noch Spielraum für individuelle Entscheidungen.

Genauso spielen aber bauliche Gegebenheiten eine Rolle, denn nicht alles ist überall möglich. Das gilt beispielsweise für die Art der Heizungsanlage, betrifft aber auch Dämmungsmaßnahmen oder Möglichkeiten der Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen. Die Anfragen bei den potenziellen Förderern sollten also mit einem schon bestehenden konkreten Plan gestellt werden.

Der Kreis der Förderer

Wer sind denn nun im Einzelnen die Institutionen, die so bereitwillig die Verwirklichung vom Eigenheim-Traum mit erfüllen? Welche Leistungen und welche Forderungen kommen bei ihnen auf diejenigen zu, die ihre Hilfe in Anspruch nehmen? Eine kurze Übersicht der wichtigsten Förderer.

Das Wohnraumförderungsgesetz

Wenig überraschend steht hinter dem Wohnraumförderungsgesetz der Staat als Förderer, der sich mit dieser Initiative zur (sozialen) Wohnraumförderung explizit einkommensschwacher und/oder kinderreicher Familien annimmt. Einziger Nachteil dieser Form der Förderung: Die daraus entnommenen Darlehen und Zuschüsse werden aus Fördertöpfen bezahlt, in die der Staat jährlich eine gewisse Summe einbezahlt. Sind diese Mittel aufgebraucht, können auch keinen neuen Förderungen übernommen werden – ein Rechtsanspruch auf die Unterstützung besteht also nicht .

Glückliche Familie in Stadt

In den Städten wird es für Familien zusehends schwerer, an Wohneigentum zu kommen.

Quelle: fotolia.com © okostia

Um die Mittel aus der staatlichen Wohnraumförderung zu erhalten, müssen die Antragsteller zudem einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Ohne Eigenkapital werden keine Fördergelder ausgeschüttet, der Anteil eigener Finanzmittel kann aber von Bundesland zu Bundesland variieren. Interessenten müssen daher mit 15 bis 25 Prozent des Gesamtumfangs der Finanzierung aufwarten können.

Allerdings: Als Eigenleistung können unter Umständen auch Sachleistungen, etwa in Form von Baustoffen, eingebracht werden.

  • Die Wohnraumförderung ist zudem an Einkommensgrenzen gekoppelt, die nicht überschritten werden dürfen. Diese Obergrenzen - abzüglich Frei- und Abzugsbeträge - für das Jahresbruttoeinkommen liegen
    • für einen Einpersonenhaushalt bei 12.000 Euro,
    • für einen Zweipersonenhaushalt bei 18.000 Euro und
    • für jede weitere zum Haushalt gehörende Person bei 4.100 Euro pro Kopf.

Zusätzlich wird die Grenze für jedes Kind um 500 Euro nach oben verlegt. Das Jahreseinkommen basiert im Übrigen auf dem Verdienst, der in den zwölf Monaten nach der Antragstellung zu erwarten ist, abzüglich möglicher Pauschal-, Frei- und Abzugsbeträge . Ausgenommen sind von dieser Rechnung steuerfreie Einnahmen . Kinder- oder Erziehungsgeld, die Leistungen aus Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung und die Arbeitnehmer-Sparzulage haben also auf das zugrunde gelegte Jahreseinkommen keinen Einfluss.

Wichtig

Die Bundesländer sind sowohl bei den Einkommensober- wie auch den –untergrenzen berechtigt, eigene Festlegungen zu tätigen. Bei den Untergrenzen gilt dennoch allgemeinhin die Marschroute, dass eine Baufinanzierung immer noch genug Geld zum Leben übrig lassen muss. Obergrenzen gibt es übrigens ebenso für die Baukosten, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren sollten.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW

Selbst ohne ein konkretes Vorhaben hinsichtlich des Erwerbs oder der Sanierung eines Eigenheims dürfte die KfW den meisten ein Begriff sein. Denn in den nunmehr knapp 70 Jahren ihres Wirkens hat es die Kreditanstalt zur größten nationalen Förderbank der Welt geschafft und rangiert damit wenig überraschend unter den größten deutschen Banken.

In ihrer Funktion als nationaler Förderer unterstützt die KfW aber nicht nur, auch wenn das für viele die naheliegendste Assoziation sein dürfte, Privatpersonen beim Bau oder der Umgestaltung ihres Eigenheims. Sie hilft ebenfalls Unternehmern, wenn diese Veränderungen im Bereich Energiemanagement planen oder ihre Firma vergrößern wollen und dafür eine Finanzspritze brauchen. Darüber hinaus können auch öffentliche Einrichtungen für verschiedene Zwecke Förderungen der KfW beantragen, etwa wenn es um Barrierefreiheit oder andere Sanierungsarbeiten in öffentlichen Gebäuden geht.

Fördervolumen energieeffizientes Bauen

Fördervolumen zweier Programme der KfW

Quelle: Förderreport KfW Bankengruppe 2017

Was bietet die KfW?

Privatpersonen mit Eigenheimwunsch werden von der Kreditanstalt in unterschiedlicher Weise bedient, je nachdem ob gebaut, gekauft und/oder saniert wird.

Für Hausbauer

Interessant ist hier unter anderem das KfW-Wohneigentumsprogramm, das bei der Finanzierung von selbstgenutztem Wohneigentum hilft. Unter der Kennzeichnung Kredit 124 können all diejenigen, die einen Neubau planen, bis zu 50.000 Euro erhalten für

  • die Kosten des Baugrundstücks, sofern das maximal 6 Monate vor der Antragstellung bei der KfW gekauft wurde;
  • die Baukosten, d.h. Material- und Arbeitskosten;
  • die Baunebenkosten, worunter Ausgaben für den Architekten, den Energie- bzw. Bauberater, den Notar, den Makler und die Grunderwerbsteuer fallen;
  • die Kosten für die Gestaltung der Außenanlagen.

Der Kredit kann zu unterschiedlichen Konditionen abgeschlossen werden. Als Annuitätendarlehen, das die geläufigste Form der Kreditnahme darstellt, fallen je nach Länge der Zinsbindung aktuell zwischen 0,75 und 1,40 Prozent effektivem Jahreszins an. Ein endfälliges Darlehen mit einer Laufzeit zwischen 4 und 10 Jahren liegt aktuell bei einem Zinsatz von 1,45 Prozent.

Die Darlehenssumme kann innerhalb von 12 Monaten nach der Zusage abgerufen werden, wahlweise vollständig oder in Teilbeträgen. Es kann aber auch eine Verlängerung dieser Frist beantragt werden. Wird nicht der gesamte Betrag abgerufen, muss auf die verbliebene Darlehenssumme eine Bereitstellungsprovision gezahlt werden. Die liegt bei monatlich 0,25 Prozent der noch nicht genutzten Summe.

Montage Solarpanele auf Dach

Für ein energieeffizientes Eigenheim bietet die KfW gleich mehrere Programme mit verschiedenen Schwerpunkten an.

Quelle: fotolia.com © Marina Lohrbach

Abgesehen von dieser grundlegenden Förderung eines Bauvorhabens gibt es zudem verschiedene Produkte, in denen es vornehmlich um das Thema Energieeffizienz geht. Diese sind grob in zwei Sparten aufgeteilt: Energieeffizientes Bauen mit qualifizierter Baubegleitung und Erneuerbare Energien und Photovoltaik:

  • Kredit 153 ist dabei generell für den Bau eines KfW-Effizienzhauses vorgesehen, die in den Kategorien 55, 40 und 40 Plus angesiedelt sind – die Zahlenwerte richten sich in diesem Fall nach dem Jahresprimärenergiebedarf im Verhältnis zu einem vergleichbaren Neubau. Bis zu 100.000 Euro können ab einem effektiven Jahreszins von 1,21 Prozent fließen.
  • Alternativ können Zuschüsse beantragt werden: Zuschuss 431 Baubegleitung stellt die finanziellen Mittel für die Planung und Baubegleitung durch einen Experten für Energieeffizienz bereit; Zuschuss 433 Brennstoffzelle hilft beim Einbau von Brennstoffzellensystemen.
  • Für den Einsatz erneuerbarer Energien hat die KfW zwei verschiedene Kredite in ihrem Programm: Mit dem Kredit 270 Standard werden allerdings nicht nur Privatpersonen (Voraussetzung ist die zumindest teilweise Einspeisung des erzeugten Stroms bzw. der erzeugten Wärme), sondern gleichermaßen auch Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Vereine und einige mehr gefördert.

Der Förderumfang ist ganz erheblich und reicht von Photovoltaik-Anlagen über Windkraft-Anlagen bis hin zu Batteriespeichern.

Letztere werden mit dem Kredit 275 Speicher noch einmal gesondert gefördert, mit dem Ziel, Photovoltaik-Anlagen und den von ihnen erzeugten Strom besser an das Stromnetz angliedern zu können.

Für den Hauskauf

Wer das Eigenheim nicht erst von Grund auf errichten, sondern lieber fertig kaufen möchte, kann im Prinzip dieselben Fördermittel in Anspruch nehmen, die auch für Neubauten zur Verfügung gestellt werden. Zu den Förderprodukten für Bestandsimmobilien gehört ebenso der KfW-Wohneigentumskredit 124 sowie die Förderung 153 für energieeffizientes Bauen .

Zusätzlich können noch verschiedene Zuschüsse und Kredite für energetische Umbaumaßnahmen beantragt werden. Darunter der Kredit 151 , der Ergänzungskredit 167 sowie der Investitionszuschuss 430 und der bereits erwähnte Zuschuss 433 für Brennstoffzellen.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Das BAFA gehört zum Bundesministerium für Wirtschaft und Energie BMWi und ist unter anderem für die Einhaltung der Einfuhrregelungen der Europäischen Union zuständig. Zugleich ist es als Wirtschaftsförderer tätig, etwa um kleine und mittlere Unternehmen zu stärken. Darüber hinaus ist das BAFA in den Bereich Energie involviert und fördert dort Techniken und Maßnahmen einer verbesserten Energieeffizienz und zum verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien beim Heizen.

Wärmepumpe vor Hauseingang

Das BAFA fördert verschiedene Maßnahmen der Heizungsmodernisierung, etwa die Umstellung auf eine solche Wärmepumpe.

Quelle: fotolia.com © Hermann

Dieser letzte Aufgabenbereich ist für Privatpersonen interessant, denn auf ihn entfallen verschiedene Förderprogramme, die bei der Umsetzung des energieeffizienten Bauens finanzielle Unterstützung bieten. Zuschüsse gibt es daher für

  • das Heizen mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpen;
  • das Optimieren von Heizungsanlagen , also das Ersetzen bestehender Systeme durch effizientere sowie die Durchführung von hydraulischen Abgleichen;
  • Investitionen in die Kraft-Wärme-Kopplung sowie
  • Vor-Ort-Energieberatungen , von denen besonders Hauskäufer profitieren können.

Die Fördermöglichkeiten bestehen wie bei der KfW sowohl für Bestandsgebäude wie auch für Neubauten, in jeweils unterschiedlichen Abstufungen. Ebenfalls ähnlich den unterschiedlichen KfW-Förderungen greifen unter Umständen auch bei den BAFA-Programmen verschiedene Angebote ineinander – tatsächlich sind sie sogar vielfach mit den Mitteln aus KfW-Produkten kombinierbar. Allerdings müssen dann auch verschiedene, miteinander zusammenhängende Maßnahmen geplant sein. Bei reinen Einzelmaßnahmen ist eine Entscheidung zwischen BAFA oder KfW notwendig.

Als Zuschüsse sind die finanziellen Unterstützungsmaßnahmen des Bundesamtes nicht an eine Rückzahlung geknüpft .

Je nachdem, wie weit etwa eine Solarthermie-Anlage ausgebaut wird – das meint sowohl deren Funktionsumfang als auch die Kollektorfläche – können die Fördersummen variieren. Daneben spielt auch das Gebäude an sich eine Rolle. Die Basisförderung für eine Solarkollektoranlage gibt es zum Beispiel nur für bestehende Gebäude, die Innovations- und Zusatzförderung wiederum kann ebenfalls für Neubauten beantragt werden.

Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig

Neben dem Bund unterhalten auch die einzelnen Länder jeweils eigene Programme zu Wohnraumförderung. Der Freistaat Sachsen fährt in dieser Hinsicht dreigleisig, legt aber den Schwerpunkt tatsächlich in erster Linie auf das Schaffen von neuem Wohnraum.

Förderung auf Länderebene

Von besonderem Interesse dürfte die Förderung zur Schaffung von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern sein. Die wurde erst im März 2017 initiiert, gewissermaßen parallel zum bundesweiten Wohnraumförderungsgesetz. Das Angebot gilt für Familien mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren, die entweder ein Eigenheim kaufen oder bauen wollen. Inbegriffen sind in der Förderung auch Maßnahmen, die im Rahmen von Modernisierungs-, Instandsetzungs- oder Umbauarbeiten anfallen. Insgesamt können pro Kind jeweils 50.000 Euro beantragt werden.

Wie bei der Wohnraumförderung des Bundes sind die Darlehen des Freistaats ebenfalls an Bedingungen geknüpft:

  • Die Einkommensgrenze liegt bei 60.000 Euro für Alleinstehende und 100.000 Euro für Ehegatten und Lebenspartner. Mit jedem Kind im Haushalt wird der Betrag um 10.000 Euro erhöht.
  • Anders als das Bundesgesetz berücksichtigt die Landesförderung außerdem die Lage der Immobilie , für die es gewisse Einschränkungen gibt. Neubauten sollen darüber hinaus dazu genutzt werden, städtebauliche Lücken zu schließen .

Das Darlehen wird zu günstigen Konditionen angeboten – der Zinssatz liegt aktuell lediglich bei 0,75 Prozent ist in dieser Höhe für die gesamte Laufzeit von 25 Jahren festgeschrieben. Damit soll gewährleistet werden, dass die antragstellenden Familien zum einen sicher planen können und zum anderen ausreichend finanziellen Spielraum für ihre Grundbedürfnisse haben.

Ansprechpartner für die Förderung ist die Sächsische AufbauBank SAB , die dieses Angebot unter dem Titel „Familienwohnen“ (hier das dazugehörige Merkblatt zum Produkt) führen. Zu den weiteren Produkten gehören

  • das SAB-Förderergänzungsdarlehen , mit dem eventuell entstehende Finanzierungslücken geschlossen werden können. Die Darlehenshöhe ist in diesem Fall frei wählbar.
  • das Zinsanpassungsprogramm , mit dem SAB-Darlehensnehmer die Zinssätze eines laufenden Kredits an das aktuelle Zinsniveau anpassen können.

Anträge für die Mittel aus dem oben genannten „Familienwohnen“ können im Übrigen schon seit dem 10. März beantragt werden, möglich ist die Antragstellung vorläufig wohl bis Ende 2018. Das setzt allerdings voraus, dass die Fördermittel – von der Landesregierung werden jährlich 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt – solange ausreichen. Ganz kritikfrei ist die Verteilung der Fördergelder für den sozialen Wohnungsbau in Sachsen allerdings nicht – was wiederum nur aufzeigt, wie komplex die Problematik um fehlenden Wohnraum inzwischen ist.

Förderprogramm der Stadt Leipzig

Unterstützung finden Familien mit Kindern zusätzlich von Seiten der Stadt Leipzig, die im Sinne der staatlichen Wohnbauförderung eine dementsprechende Eigenheimrichtlinie verfolgt. Die sind vor allem Erleichterungen beim Erwerb von geeigneten Grundstücken vor, ohne die ein Neubau schwerlich möglich sein dürfte.

Ausblick auf Leipzig

Wie in vielen Großstädten wird auch in Leipzig allmählich der Raum zum Wohnen knapp.

Quelle: fotolia.com © Manuel Schönfeld

Die Stadt greift dabei gleich zwei Problemen vor: Dem immer knapper werdenden (inner-)städtischen Wohnraum und den damit verbundenen Preissteigerungen, die es für Familien mit Kindern in zunehmendem Maße schwieriger macht, sich stadtnah oder gar in der Stadt selbst niederzulassen. Daher können Familien unter gewissen Voraussetzungen Grundstücke aus städtischem Besitz entweder zu reduzierten Preisen oder mit vergünstigten Erbbaurechten erstehen .

Wer kann auf diesem Weg ein Grundstück bekommen?

Der Kreis derer, für die dieses Angebot zusammengestellt wurde, sieht noch einmal anders aus als die Förderberechtigten des Wohnbauförderungsgesetzes. Das heißt, als Antragsteller kommen lediglich

  • Familien mit mindestens zwei im Haushalt lebenden Kindern unter 16 Jahren bzw.
  • Familien mit einem im Haushalt lebenden minderjährigen Kind, sofern eine Person körperlich oder geistig behindert ist (die Behinderung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit muss bei mindestens 70 Prozent liegen)

in Frage. Dazu sind mit der Antragstellung auch Vorgaben hinsichtlich der Größe der geplanten Eigenheime verbunden – abgesehen davon, dass generell nur selbstgenutzte Eigenheime förderfähig sind. Die Kaufpreisnachlässe, bei denen der aktuelle Verkehrswert der Grundstücke zugrunde liegt, staffeln sich jeweils unterschiedlich und liegen grundsätzlich zwischen 10 und 15 Prozent, können aber für jedes weitere Kind in Schritten von 5 bis 10 Prozent steigern. Das Maximum ist allerdings in jedem Fall ein Preisnachlass von 60 Prozent.

Regelungen des Erbbaurechts

Das Erbbaurecht ist juristisch ein besonderer Fall, denn hier wird das Grundstück, auf dem gebaut wird, nicht gekauft. Es bedeutet lediglich das Recht, auf dem Grundstück eines anderen ein Haus bauen zu dürfen. Kostenfrei ist diese Variante allerdings nicht, statt des sonst üblichen Kaufpreises wird stattdessen der sogenannte Erbbauzins fällig, der in gewisser Weise einer Mietzahlung entspricht.

Bagger auf Baustelle

Eigenes Haus auf fremden Grund? Durch das Erbbaurecht ist das tatsächlich möglich.

Quelle: fotolia.com © schulzfoto

Der liegt in der Regel bei 3 bis 5 Prozent des Grundstückswertes und ist für die gesamte Laufzeit des Vertrags – das sind für gewöhnlich 99 Jahre – festgeschrieben. Die Stadt Leipzig macht bei der grundsätzlichen Berechnungsmethode keine Ausnahme: 5 Prozent Erbbauzins werden für städtische Grundstücke fällig, allerdings kommen bei der finalen Festlegung der monatlichen Summe dieselben Nachlässe wie beim Grundstückskauf zum Tragen. Nur die Vertragslaufzeit wird anders gehandhabt, denn die Förderung wird im Höchstfall für 15 Jahre gewährt. Anschließend wird der gängige Erbbauzins in Höhe von 5 Prozent erhoben.  

In Sachen Erbbaurecht sind ansonsten vor allem die Kirchen ein wichtiger Ansprechpartner. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche von Sachsen etwa vergibt solche Rechte zu einem Erbbauzins von 4 Prozent. Wie auch in der städtischen Förderung vorgesehen, wird im Einzelfall allerdings auch von Seiten der Kirche gerade für die Anfangszeit ein Nachlass gewährt.

Möglichkeiten finden – und ausschöpfen

Trotz alles andere als idealer Bedingungen, gerade in den Städten eine bezahlbare Immobilie zu finden, sind die Möglichkeiten dennoch gegeben. Besonders Familien können von Förderungen durch Bund, Länder und Kommunen profitieren. Eigeninitiative bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten jenseits des Kredits bei der Hausbank wird im wahrsten Sinne belohnt – weil dadurch Geld gespart und der Eigenheimwunsch umgesetzt werden kann.

Redaktion

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