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So finden Sie Fachleute für ihren Bau

Unsere Tipps So finden Sie Fachleute für ihren Bau

Wer bauen will, der hat immer Schauermärchen von Pfusch, Pleiten oder ausufernden Kosten im Hinterkopf. Doch: Es ist zwar nicht leicht, gute Handwerker zu finden, aber auch keine Raketenwissenschaft. 

Die Vielzahl der möglichen Handwerksbetriebe in Deutschland macht die Auswahl zwar unübersichtlicher, gleichsam hilft aber der Erfahrungsaustausch, insbesondere im Netz, die richtigen Arbeiter zu finden und schwarze Schafe zu meiden.

Quelle: fotolia.com ©ACP prod

Ein Feld irgendwo außerhalb von Leipzig. In der Ferne dröhnen Bagger und ziehen in das raureifbedeckte Gras eine Furche, die später die Straße des Neubaugebiets wird. Maulwurfshügel angeln nach den Füßen, während man über stoppeliges Gras läuft, das seine Nässe an die Schuhe abgibt. Wo in wenigen Monaten der Designerboden des Wohnzimmers liegen soll, steht jetzt noch ein wild wuchernder Holunderstrauch. Alles kein Problem, denkt man sich. Ein, zwei Tage mit dem Bagger und schon ist das Grundstück freigeräumt. Noch ein paar Tage weiter und der Keller ist ausgehoben. Doch schon ziehen erste dunkle Wolken in des Bauherrn Gehirn: Was, wenn der Baggerfahrer beim Austarieren des Kellerbodens einen Fehler begeht und das Haus um ein halbes Grad schief gerät? Was, wenn die Betonbauer, die die Bodenplatte gießen, an der Armierung sparen und so das ganze Haus später auf buchstäblich tönernen Füßen steht? Panik erfasst den Bauherren: Wie kann ich vermeiden, dass ich an irgendeine „Gurkentruppe“ gerate, die mein Traumhaus zum Albtraum macht? Die erste Antwort darauf lautet: Nur ruhig Blut. Und die zweite: Den folgenden Ratgeber lesen. Er zeigt nämlich, wie man Profis findet.

Die Grundlagen

Dieser Text ist für alle gedacht, die ihr Häuschen nicht als Fertigbau- oder Trägerhaus bauen lassen möchten. Bei diesen beiden Varianten bestimmt nämlich das beauftragte Unternehmen, welche Handwerker und Subunternehmer zum Einsatz kommen. Und obgleich etwa Fertighäuser – zumindest in der Vorstellung vieler Laien – zu den günstigsten Neubauten zählen, entziehen sie dem Bauherrn praktisch jede Möglichkeit, bei der Handwerker-Auswahl mitbestimmen zu können.

Damit steht also fest: Wer bei den Firmen ein Mitspracherecht haben will, der muss entweder:

  • Fertighäuser und Bauträgerhäuser links liegen lassen
  • auf Bestandsgebäude zur Renovierung zurückgreifen
  • ein Architektenhaus bauen
  • teilweise in Eigenleistung bauen

Denn, was aus dem Katalog kommt, spart dem späteren Hausbesitzer zwar Geld, aber entbindet ihn auch, sowohl in positiver als auch negativer Weise, von der Verantwortung.

Ein Blick zurück

Früher war alles einfacher, früher war alles schlechter – beides gilt für den Hausbau in unserer Region gleichermaßen: Wer noch zu DDR-Zeiten bauen wollte, der:

  • hatte wenig Wahlmöglichkeiten beim Grundstück
  • bekam Baumaterial nur über Bezugsscheine oder „schwarz“
  • musste in der Regel ein Haus nach Vorgaben bauen, etwa dem Typ EW-65B ( PDF, Jahresarbeit Wahlgrundkurs)

Und vor allem: Praktisch sämtliche Bauarbeiter der DDR waren auf Jahre für offizielle Bauprojekte verplant. Wer sein eigenes Häuschen haben wollte, musste also auf teilweise abenteuerlichen Umwegen Leute finden, die nach Feierabend arbeiteten – und selbst jede Menge anpacken.

Nach der Wende fluteten dann Westfirmen zu uns – viele davon nur auf schnelles Geld aus und nicht auf nachhaltigen Bau, sodass es in den frühen 90ern zu vielen Problemen mit Pfusch kam.

Doch auch heute ist die Situation nicht einfacher:

Drei wichtige Stationen

 Variante 1: Auf die Community hören

In Deutschland gibt es alleine fast 100.000 Maurer, gut 50.000 Dachdecker und fast eine Viertelmillion Elektriker. Hinzu kommen die immer beliebter werdenden Firmen aus dem nahegelegenen Ausland, die im Land von Baustelle zu Baustelle ziehen. Wer also bauen will, hat eine wirklich unüberblickbare Anzahl an möglichen Firmen. Und der beste Rat, zu filtern, lautet: Auf andere hören.

Sich selbst nicht überfordern

Im Netz gibt es praktisch nichts, das nicht bewertet werden kann. Das gilt für Onlinekäufe ebenso wie für Handwerker. Wer pfuscht, die Kosten ausufern lässt oder sonstwie Abzocke betreibt, hinterlässt sehr schnell Bewertungsspuren. Diese gilt es, zu finden

Quelle: fotolia.com © ACP prod

Nicht nur im Netz gibt es unzählige Möglichkeiten, Baufirmen zu finden und zu vergleichen:

Alles in allem also genug Optionen, echte Profis zu finden, die von anderen Bauherren und Fachleuten gut bewertet werden und bei denen das Risiko gering ist.

Die vielleicht beste Vorgehensweise wäre es, mit einer normalen Google-Suche á la „*Postleitzahl* + Maurerunternehmen“ zu beginnen und sich davon 10, 15 Firmen herauszuschreiben. Dann beginnt die Fleißarbeit, denn diese Firmen müssen verglichen werden. Wer es sich etwas einfacher machen will, kann sich auch in einem der oben genannten Verbände anmelden und bekommt dann dort eine Liste von seriösen Firmen präsentiert – allerdings ist das natürlich mit Kosten verbunden. 

Variante 2: Dem Architekten überlassen

In den Köpfen vieler Bauherren ist der Architekt nur der, der einem die Pläne fürs Haus erstellt. Dabei achtet er darauf, dass sich dessen Design mit dem deckt, was der vor Ort geltende Bebauungsplan vorschreibt. Falsch gedacht, denn das Aufgabenprofil des idealen Architekten umfasst auch:

  • Einholen der Genehmigungen
  • Erstellen von Leistungsbeschreibungen
  • Einholen von Angeboten
  • Prüfen der Angebote
  • Feststellen von Mängeln

Summa summarum also alle Aufgaben aus einer (neutralen) Hand. Das ist vor allem deshalb ein Vorteil, weil Architekten in der Regel ihre „Pappenheimer“ kennen – sie wissen also bereits aus früheren Projekten oder dem Austausch mit anderen Architekten, welchen Firmen sie vertrauen können und welchen nicht.

Architekt auf Baustelle

Ein Architekt ist heute sehr viel mehr, als nur jemand, der Pläne zeichnet. Fachleute übernehmen auch Vergleich und Beauftragung der Handwerksfirmen und können somit durch Erfahrungen und Fachwissen vor schwarzen Schafen schützen – allerdings nur gegen Mehrkosten

Quelle: fotolia.com © ACP prod

Außerdem hilft diese Vorgehensweise besonders bei speziellen Bauwünschen, kompetente Firmen zu erhalten. Ein komplett vernetztes Smart-Home etwa fällt zwar in den Aufgabenbereich des Elektrikers, allerdings besteht das Risiko diesen zu überfordern. Der Architekt kann vor solchen Fehlern schützen – und gleichzeitig auch noch dank seines Fachwissens die Fehler am Bau sehen, die man als Laie vielleicht gar nicht erst erkennen würde.

Aber: Natürlich wachsen die Architektenkosten mit seinen Aufgaben . Wer den Fachmann nicht nur mit der Planung, sondern auch dem Finden und Bewerten der Firmen sowie deren Kontrolle beauftragt, zahlt am Ende einen wesentlich höheren Preis. Ob diese Mehrkosten berechtigt sind, muss jeder Bauherr für sich entscheiden. 

Variante 3: Spiel Detektiv

Im Artikel war von herumreisenden Bautrupps die Rede. Natürlich gibt es hierbei nicht mehr oder weniger schwarze Schafe, als in der restlichen Branche. Dennoch sollte man auf sie verzichten. Alleine aus dem Grund, damit bei Problemen auch ein Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Denn: Einer der Tricks, um seriöse Handwerker zu finden, lautet: Prüfen von vorherigen Arbeiten. Ein guter Handwerksbetrieb hat heute in der Regel eine Website. Diese sollte man sich anschauen:

  • Gibt es ein vollständiges Impressum?
  • Wird darauf hingewiesen, dass es sich um einen Meisterbetrieb handelt?
  • Wird mit Zusatzqualifikationen geworben?
  • Gibt es Projekte, mit denen der Betrieb sich präsentiert?

Vor allem letzteres ist ein sehr guter Hinweis: Ein Maurerbetrieb wirbt für sich damit, dass er im Neubaugebiet X diese und jene Häuser gebaut habe? Dann sollte man unumwunden bei den Besitzern ebendieser Gebäude klingeln und einfach fragen, wie die Erfahrungen mit dieser Firma waren.

Grundsätzlich gilt: Wer Firmen aus der unmittelbaren Region nimmt, der macht in der Regel wenig(er) falsch . Denn die meisten Unternehmen wollen an ihrem Standort auch noch weitere Aufträge bekommen.

Außerdem: Am Bau gelten Gewährleistungsfristen zwischen zwei und fünf Jahren – nachdem das Haus bzw. seine Einzelschritte von der Bauabnahme geprüft wurden. Selbst wenn sich also nachträglich noch Probleme oder Pfusch offenbaren sollten, haftet weiterhin das ausführende Unternehmen. Wer eine Firma aus der Region beauftragt hatte, der kann dann sehr viel besser eingreifen, als bei einer Bautruppe, die etwa aus dem tiefsten Süddeutschland anreisen musste oder gerade ein Haus in Schweden baut.

Vor dem Umzug

Die richtigen Handwerker zu finden, ist kein Hexenwerk. Vor allem, wenn man vergleicht und einfach mal das Damokles-Schwert Baupfusch vergisst – die wenigsten Firmen sind pfuschende Abzocker.

Quelle: fotolia.com © Syda Productions

Fazit - Nicht in Panik verfallen

Auch wenn es unzählige Baufirmen in Deutschland gibt, ist es eigentlich nicht schwer, die richtige Truppe für sein Häuschen zusammenzustellen. Wer darauf achtet, dass sein Team aus der Region kommt, dazu noch sämtliche Vergleichsmöglichkeiten auslotet, die das Web hergibt und die jeweiligen Referenzen betrachtet, der findet kompetente Baufirmen. Am Ende schützt einen immer noch der deutsche Rechtsstaat vor groben Fehlern. Im Zweifelsfall gibt es also immer den Zwang, nachbessern zu müssen. Die vielleicht wichtigste Grundregel lautet jedoch: Keine Panik, die allerwenigsten Handwerker sind schwarze Schafe, die ihre Auftraggeber mit hohen Kosten und miserablen Leistungen abzocken wollen .  

Redaktion

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