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Innenausstatterin Emily Henson über entspannteres Wohnen

Buchvorstellung Innenausstatterin Emily Henson über entspannteres Wohnen

Wohnen wie im Katalog – durchgestylt vom Teppich bis zur Lampe, jeder Gegenstand passt ins durchdachte Konzept. Das kann man machen, muss man aber nicht. Innenausstatterin Emily Henson wendet sich in ihrem Buch „Life Unstyled“ gegen den Drang nach Perfektion.

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Auf dem Bismarckturm im Norden Leipzigs

Innenausstatterin Emily Henson wendet sich in ihrem Buch „Life Unstyled“ gegen den Drang nach Perfektion.

Quelle: frechverlag

Das nicht perfekt gestylte Leben – das zeigt die Britin Emily Henson in ihrem Bildband, der im Frechverlag erschienen ist. Ausgerechnet sie, die hauptberuflich Räume ausstattet und für Fotoshootings und Werbespots genau konzeptionierte Umgebungen kreiert. Ihre Karriere begann mit Fotos, die eine Bekannte von ihrer Wohnung machte. Diese landeten auf damals bekannten Wohnblogs wie Design Sponge und Apartment Therapy.

Und dennoch – glatte Perfektion ist nicht ihr Ding. „Life Unstyled ist meine Reaktion auf eine Welt, die verrückt geworden ist nach Bildern von scheinbar perfekten Heimen und Leben“, sagt sie. „Als Stylistin weiß ich natürlich, wie ich einem Raum den perfekten Anstrich gebe. Ich verstecke hässliche Kabel, rücke Papierstapel zurecht und räume Bücher so ein, dass dass Regal sauberer aussieht. Aber das ist doch nicht das echte Leben!“

Für tatsächlich bewohnte Räume, das echte Leben also, stellt sich die 41-Jährige etwas ganz anderes vor: „Die meisten von uns haben Kabel unter dem Schreibtisch, ein Haufen Rechnungen stapelt sich in der Küche und das Bücherregal ist durcheinander. Und das ist okay so.“ Genau das ist auch ihre Botschaft.

Was kann man also tun, um sich perfekt unperfekt einzurichten? „Viele scheinen einen gewissen Druck zu empfinden, ihr Wohnungen zu ‚vollenden‘, irgendwann damit fertig zu werden. Für mich ging es aber immer eher darum, seinen eigenen Geschmack und Lebensstil immer weiter zu entwickeln.“ Neue Dinge ausprobieren, Kleinigkeiten verändern, Möbel und Sammlerstücke einfach mal anders anordnen – solche kleinen Maßnahmen halten der Einrichtungsexpertin zufolge ein Zuhause frisch.

„Wir sollten uns von dem Gedanken verabschieden, dass alles immer perfekt sein muss“, fasst Henson zusammen. „Jeder hat so eine lange Liste von Sachen, die im Haus gemacht werden müssen: die abgeriebene Wand im Flur neu streichen, eine zerbrochene Fliese kitten, einen neuen Vorhang kaufen... Das Buch soll zeigen, dass ein Zuhause eben nie ‚fertig‘ wird und kleine Unvollkommenheiten dazu gehören.“ Damit hofft Henson, ihre Leser zu inspirieren, die Dinge etwas entspannter zu betrachten. Schließlich sitzen – oder wohnen – wir doch alle im selben Boot. „Man darf nicht alles glauben, was man auf Instagram sieht. Sonst stumpfen wir ab von all den gefälschten Bildern. Ich mag lieber etwas Echtes.“

Aus diesem Grund postet Emily Henson regelmäßig Fotos von ihrer unaufgeräumten Wohnung im Internet – so sieht er eben aus, wenn sich Leben in vier Wänden abspielt. Wie genau sieht es bei der Stylistin aus? „Eklektisch“, ist die schnelle Antwort. Das ist eines ihrer Lieblingswörter, denn es beschreibt ein scheinbar wildes Chaos aus verschiedenen Einflüssen und Stilen, die aber doch irgendwie harmonieren. Das passt zu ihr, denn auf einen bestimmten Stil kann sie sich nicht festlegen. Muss sie auch gar nicht. Denn ihre eigene Botschaft hat sie natürlich verinnerlicht: „Wir können uns alle mehr am Leben erfreuen und weniger Gedanken machen, wenn wir genau wissen, dass wir alle in perfekt unperfekten Wohnungen leben.“

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