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Eifersüchtig auf beste Freunde: Nicht im Gefühl versinken

Familie Eifersüchtig auf beste Freunde: Nicht im Gefühl versinken

"Ich bin so happy - ich bin Klassenbester in Mathe", sagt der beste Freund und strahlt. Man selbst lächelt auch, doch so richtig freut man sich nicht mit ihm.

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Obwohl es die besten Freunde sind, kommt manchmal ein unangenehmes Gefühl hoch: Eifersucht. Das ist einem oft peinlich, aber eigentlich ganz normal.Foto: Blickwinkel

Dortmund. Es ist eher ein unangenehmes Gefühl, irgendwo zwischen Magen und Herz. Eifersucht.

Die gibt es nicht nur in einer Beziehung. Das Gefühl kann sich auch auf Freunde oder Klassenkameraden ausdehnen. Offen über dieses Gefühl reden wollen die Wenigsten. Und trotzdem ist es da. "Man kann es nicht einfach ausblenden, sondern man muss lernen damit umzugehen", sagt Gisela Wetzel-Willert, Vorstandsvorsitzende vom Kinder-und Jugendtelefon Göttingen. "Eifersucht ist ein großes Emotionsmonster, das da in Erscheinung tritt und mit einem Monster umzugehen ist nie einfach."

Auf die besten Freunde eifersüchtig zu sein, ist gerade deswegen so eine schwierige Situation, weil es den Jugendlichen peinlich ist, so zu empfinden. "Eifersucht kommt plötzlich aus heiterem Himmel und es ist schwierig der besten Freundin zu erklären, dass man auf sie eifersüchtig ist", sagt Wetzel-Willert. Denn normalerweise ist ja sie immer diejenige, mit der man über alles reden kann.

Trotzdem sei es unter Jugendlichen völlig normal, auf seine Freunde eifersüchtig zu sein, sagt Michael Schank, Sozialpädagoge bei der Beratungshilfe "Zoff" in Dortmund. "Eifersucht entsteht durch die Angst, etwas zu verlieren oder von etwas nicht genug zu bekommen. Und gerade in der Pubertät möchte man besonders viel Zeit mit seinen Freunden verbringen und braucht die Aufmerksamkeit der Clique." Der Grund: Man steckt mitten in einem Individualisierungsprozess und ist gerade erst auf der Suche nach den eigenen Stärken und Schwächen.

Besonders in dieser Zeit machen sich Jugendliche sehr abhängig vom engen Freundeskreis. "In der Pubertät ist das Selbstwertgefühl davon abhängig, welchen Stellenwert man innerhalb der Clique hat und was die Gruppe von einem denkt", sagt Michael Schank. "Wenn die dann etwas ohne mich machen, komme ich mir ausgeschlossen vor. Das ist dann wie ein kleiner Weltuntergang, da ich mich so abhängig gemacht habe." Als Erwachsener könne man damit meistens besser umgehen, Jugendliche werden von dieser Gefühlswelle aber einfach überrollt.

Gerade deswegen sei es so wichtig, sich dieser Gefühle bewusst zu werden. "Schau, dass du jemanden findest, mit dem du darüber sprechen kannst, auch wenn es dir unangenehm ist", rät Schank. "Das Problem, dass deine Freunde beispielsweise auch mal etwas ohne dich machen, wird zwar keiner endgültig für dich lösen können, trotzdem wird es dir gut tun, mal eine andere Meinung und die Sicht eines Außenstehenden zu hören." Das kann auch zeigen, dass das Problem gar kein Weltuntergang ist und man kann etwas gelassener damit umgehen.

"Wenn du nicht darüber sprechen möchtest, lenk dich ab", rät der Experte. "Man darf in diesen negativen Gefühlen nicht versinken. Geh raus, treibe Sport oder triff dich mit anderen Jugendlichen. Hauptsache du bleibst nicht zu Hause alleine mit deinem Problem sitzen." Nina Pirk ist ehrenamtliche Beraterin bei der Nummer gegen Kummer und rät Jugendlichen, sich erstmal selbst mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen: "Gibt es wirklich einen Anlass für die Eifersucht? Oder reagiere ich jetzt vielleicht etwas über? Hatte ich einen schlechten Tag und lasse das an meinen Freunden aus?"

Auch ein klärendes Gespräch kann helfen. "Wenn dich etwas sehr beschäftigt und das auch noch nach ein paar Tagen, dann fass dir ein Herz und rede mit deiner Freundin oder deinem Freund", sagt Nina Pirk. "Diese Gedanken einmal "loszuwerden" und sich auszusprechen, kann auch sehr entlastend sein." Bei dem Gespräch sollte man dem anderen keine Vorwürfe machen, sondern einfach nachfragen, was einen beschäftigt oder eben seine Gefühle mitteilen. "Das ist nicht immer einfach, aber oft klärt sich eine Situation ganz schnell und es tut gut, auszusprechen, wie es einem geht oder was man denkt."

Gisela Wetzel-Willert ist es wichtig, Eifersucht nicht nur als negatives Gefühl zu sehen: "Vergleiche gehören zum Leben dazu. Und es kann auch ein Ansporn sein und mir helfen zu sehen: Was kann ich eigentlich?" Das heißt, nicht nur zu sehen, was mich selbst neidisch werden lässt, sondern auch, was meine eigenen Stärken sind. "Eifersucht kann eine große Energie in mir frei werden lassen. Deswegen sollte jeder versuchen anzuerkennen, dass es völlig normal ist, nicht alles zu können. Trotzdem hat jeder seine Stärken."

dpa

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