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Ein großer Schritt - Als Senior den Umzug meistern

Familie Ein großer Schritt - Als Senior den Umzug meistern

Zu viele Treppen, zu viel Platz oder zu teuer: Manche ältere Menschen kommen in ihrem Zuhause irgendwann nicht mehr zurecht. Tendenziell bleiben Ältere lieber in ihrem gewohnten Umfeld und nehmen eher Nachteile in Kauf, sagt Erhard Hackler, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga.

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Die meisten Senioren brauchen beim Umzug viel Hilfe.

Quelle: Ole Spata

Bonn. Aber manchmal geht es einfach nicht mehr. Dann steht ein schwerer Schritt bevor - ein Umzug. Das ist sowohl emotional als auch organisatorisch eine große Herausforderung. "Die meisten älteren Menschen haben sehr lange an einem Ort gewohnt", erklärt Ursula Lenz, Sprecherin der

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen(BAGSO). Das macht den Abschied aus der gewohnten Umgebung schwer.

 

Wer sich mit seinem neuen zu Hause auseinandersetzt, dem fällt der Umzug leichter. "Eine Vertrautheit mit der Umgebung ist wichtig", sagt Hackler. Deshalb sollte man sich so früh wie möglich mit einigen Fragen beschäftigen: Wo finde ich eine Apotheke? Zu welchen Ärzten kann ich gehen? Wo kann ich mich bei Spaziergängen ausruhen? Gibt es öffentliche Toiletten? Fühle ich mich auch im Dunkeln in meiner Gegend wohl? Was bei einem Umzug und all diesen Fragen sehr hilft: Wenn man in die Nähe von Verwandten zieht.

Aber nicht nur der Abschied in eine unbekannte Umgebung ist nicht leicht, auch das Packen ist für viele eine Herausforderung. In all den Jahren hat sich eine Menge angesammelt. Darüber haben viele aber gar keinen Überblick, erzählt Lenz. Deshalb sollte man einen Umzug zeitig angehen. "Wenn in drei Monaten der Umzug ansteht, kann man sich die ersten Schubladen vornehmen, schon mal schauen, was da alles drin ist und auch die ersten Sachen entsorgen." Wer noch Dinge auf dem Speicher, im Keller, in einem Schuppen oder einer Garage lagert, fängt am besten noch ein, zwei Monate früher an.

Denn in aller Regel ziehen ältere Menschen in eine kleinere Wohnung um. "Da muss dann aussortiert werden. Das unterschätzen viele", sagt Petra von Koss. Ihr Unternehmen bietet auch

Umzüge extra für Seniorenan. "Viele Ältere sind sehr aufgeregt, vieles ist komplizierter." Der Bedarf ist sehr groß, sagt von Koss. Häufig rufen Senioren bei ihr an und wissen gar nicht, was sie machen sollen. Wer möchte, bekommt Unterstützung etwa bei der Kündigung der alten Wohnung, bei der Planung, beim Kistenpacken sowie beim Ausräumen und Einrichten in der neuen Wohnung. "Oft helfen auch die Kinder noch mit."

 

Neben Umzugsunternehmern bieten etwa kommunale Beratungsstellen für Senioren, die örtlichen Seniorenvertretungen oder die Wohlfahrtsverbände Hilfe bei Umzügen. Wenn sie nicht selbst tätig werden, können sie zumindest Unterstützung vermitteln.

Wer das Ausmisten und Packen selbst in die Hand nehmen will, sollte sich dabei an eine Faustregel halten: "Was man länger als ein Jahr nicht angefasst hat, das braucht man nicht mehr", sagt Lenz. Ausgenommen sind natürlich Dinge wie Weihnachts- oder Osterdekoration. Über die Jahre gesammelte Medikamente sollte man genau auf ihr Haltbarkeitsdatum prüfen, sagt Lenz. Alles, was nicht noch wenigstens drei Monate haltbar ist, sollte man entsorgen.

Dinge einfach in den Müll werfen - das macht kaum jemand gerne. Deshalb neigen Ältere eher zum Aufbewahren, obwohl sie etwas gar nicht mehr brauchen. Viele können sich besser trennen, wenn die Sachen weitergegeben werden. "Man kann also drei Arten von Kisten anlegen: Eine für alles, was mit soll. Eine für den Müll. Und noch eine für den Trödel oder die Hilfsorganisation", empfiehlt Lenz.

In letztere sollte nur wandern, was andere wirklich noch gebrauchen können und was einwandfrei in Ordnung ist. Den ideellen Wert der Dinge oder die Erinnerungen, die an ihnen hängen, sieht man nur selbst. "Porzellan mit Macken oder 20 Jahre alte gebrauchte Töpfe kann man nicht weitergeben", sagt Lenz.

Aber der ganze Aufwand kann sich durchaus lohen. Schließlich stecken, wenn Senioren umziehen, fast immer praktische Erwägungen dahinter, die das Leben praktikabler und angenehmer machen sollen. Dabei muss es sich nicht unbedingt nur um den Treppenlift oder das barrierefreie Bad im neuen Haus oder der neuen Wohnung drehen. "Vielleicht zieht auch ein sehr kulturinteressierter Mensch vom Land in die Stadt und hat dort ganz andere Möglichkeiten, seinen Interessen nachzugehen", sagt Hackler. Oder jemand aus der Stadt will sich den Traum vom Garten verwirklichen - und zieht aufs Land.

dpa

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