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Mit Windeln ins Wasser - So wird Babyschwimmen zum Spaß

Familie Mit Windeln ins Wasser - So wird Babyschwimmen zum Spaß

Sie planschen und jauchzen: Für viele Kinder ist das Babyschwimmen ein großes Vergnügen. Aber kann man da auch was falsch machen? Und sind "schwimmende Babys" wirklich öfter krank?

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Mutter Johanna findet, dass das Babyschwimmen Luuks Kraft und Koordination auf spielerische Weise fördert.

Quelle: Mascha Brichta

Hamburg (dpa) – Luuk kann übers Wasser krabbeln. Der elf Monate alte Junge robbt durch einen Tunnel, den der Schwimmtrainer aufs Wasser gelegt hat. Als er wieder in Mama Johannas Armen planscht, strahlt er übers ganze Gesicht. Luuk und Johanna Langer besuchen einen Babyschwimmkurs.

 

Etliche Schwimmbäder bieten solche Kurse an. "Luuks erstes Bad im Krankenhaus mit drei Tagen hat er so genossen, da wollte ich ihm das weiter ermöglichen", erzählt Langer aus Horst bei Hamburg. Sie findet, dass das Babyschwimmen Luuks Kraft und Koordination auf spielerische Weise fördert - und es ermöglicht den Kontakt zu anderen Kindern.

 

 

"Der Sinn des Babyschwimmens liegt im Spaß, den es allen Beteiligten machen soll", sagt Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands. Es fördert die Motorik der Kinder und gewöhnt sie an soziale Kontakte, meint auch Hebamme Juliane Martinet.

 

 

Eltern dürften aber nicht erwarten, dass Kleinkinder dort Schwimmen lernen, warnt Axel Dietrich, Jugendbildungsreferent der Deutschen Schwimmjugend des Deutschen Schwimmverbands (DSV). Dazu seien die Kurse nicht gedacht. Erst im Alter von vier bis fünf Jahren sind die motorischen Fähigkeiten so entwickelt, dass Kinder schwimmen lernen können.

 

 

Oft dürfen Eltern mit ihren Babys zum Kurs, wenn diese drei Monate alt sind. Fegeler empfiehlt aber, die ersten Impfungen abzuwarten und nicht vor dem fünften Lebensmonat zu starten. Gut vorbereitet sind Babys, wenn sie zu Hause durch Baden an Wasser gewöhnt sind.

In die Schwimmtasche gehören Schwimmwindeln, Handtücher, Babyshampoo, Bademantel und Wechselwindeln. "Je nach Badausstattung sollte eine Wickelunterlage dabei sein und Verpflegung", sagt Dietrich. Wasserspielzeug und Auftriebshilfen hat in der Regel der Kursleiter. Vor dem Planschen sollte das Baby satt sein und eine Ruhepause gemacht haben, rät Hebamme Martinet. Sind alle umgezogen, geht's ins Wasser – inklusive Eltern und Kursleiter. "Erst gewöhnen sich die Babys an die Situation, dann kommt der Lehrer und gibt uns Aufgaben", erzählt Johanna Langer.

In ihrem Kurs wird Wasserspielzeug genutzt, außerdem der schwimmende Tunnel und eine Gegenstromanlage, über die Luuk mit Hilfe des Lehrers in Mamas Arme "schwimmen" darf. Nach einer halben Stunde kommen alle schrumplig und zufrieden aus dem Becken. Suchen Eltern einen guten Kurs, sollten sie auf einiges achten: Die Gruppe sollte nicht aus mehr als acht Kindern bestehen, empfiehlt Martinet. Weil Babys mit vielen neuen Gegebenheiten überfordert sind, sollte auch das Schwimmbad nicht zu groß sein.

Da Kleinkinder schnell auskühlen, hat das Wasser möglichst mindestens 30, besser 33 Grad. Eltern müssen auf Zeichen einer beginnenden Unterkühlung wie blasse oder bläuliche Haut an Lippen, Händen und Füßen achten. Entscheidend ist ein guter Kursleiter. Manchmal führen Hebammen den Kurs durch, mal Physiotherapeuten, Schwimmbadbetreiber oder Schwimmvereine. Ein Schutz des Berufs fehlt bislang, sagt Dietrich. Der DSV bietet aber ein Zertifikat für umfassend ausgebildete Lehrer. Die Preise für's Babyschwimmen sind unterschiedlich. "Durchschnittlich zehn Euro pro Kursstunde sollten aber eingeplant werden", empfiehlt Dietrich.

 

 

Pauschale Urteile, nach denen Kinder, die Babyschwimmen gemacht haben, mehr Infekte hätten, weist der DSV zurück. "Überall, wo Menschen zusammenkommen, werden Bakterien und Viren übertragen", sagt Dietrich. Er rät aber dazu, dass die Teilnehmer alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen haben - insbesondere gegen Rotaviren, eine der häufigsten Ursachen für Magen-Darm-Erkrankungen.

 

Aus ärztlicher Sicht will Fegeler weder vom Babyschwimmen abraten, noch es empfehlen. "Das können Eltern nach eigenem Gusto entscheiden", sagt er. Wer Fieber, offene Wunden, ansteckende Krankheiten, Entzündungen oder Durchfall hat, sollte aber zu Hause bleiben.

 

 

Umstritten ist hingegen das Babytauchen. Es kann ein Teil der Methodik sein, muss es aber nicht, sagt Dietrich. Befürworter verweisen auf die Entwicklung eines Schutzmechanismus - für den Notfall, sollte das Kind einmal ins Wasser fallen. Kinderarzt Fegeler ist kein Freund vom Tauchen für Babys: "Ich halte davon gar nichts. Die Theorien zu den Vorteilen sind in meinen Augen spekulativ und lifestylisch."

 

 

Zurück zu Luuk und seiner Mutter, die einen Eltern-Vorteil des Babyschwimmens verrät: "Danach hat man mal Zeit für sich. Denn die Kinder schlafen besonders gut und besonders lange."

 

dpa

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