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Terror, Jobsorgen, Krankheit: Wenn die Zukunft Angst macht

Familie Terror, Jobsorgen, Krankheit: Wenn die Zukunft Angst macht

Während der Pubertät verändert sich nicht nur der Körper: Auch die eigene Zukunft wird auf dem Weg ins Erwachsenenleben zum Thema. Viele haben Angst vor dem, was da auf sie zukommt - das ist normal. Und mit ein paar Tipps kommt man mit Zukunftssorgen klar.

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Jugendliche haben nicht nur Träume sondern auch Sorgen. Im Laufe der Pubertät fangen Zukunftsängste häufig an - das ist ganz normal.

Quelle: Westend61/Jan Tepass

Berlin. Junge Menschen haben noch Träume, heißt es. Genauso ist die Jugend von heute aber von Zukunftssorgen geplagt. Grundsätzlich sind Zukunftsängste ganz normal - nur auf den richtigen Umgang mit ihnen kommt es an.

Was sind die Zukunftsängste der Jugend? Ganz oben stehen politische Themen. Terror und Umweltverschmutzung - vor allem die Belastung von Trinkwasser und anderen Ressourcen - seien Beispiele, erklärt Prof. Klaus Hurrelmann von der Hertie School of Governance in Berlin und Experte im Bereich Jugendforschung.

Dieser Spitzenplatz mag überraschen: Terror und Umweltschutz klingen als Sorgen erstmal sehr abstrakt. Hurrelmann aber findet diese Ängste keineswegs irrational: "Sie spiegeln Schlüsselerfahrungen der Generation Y wider." Diese Generation habe während ihrer Jugendzeit zwischen 2000 und heute die Anschläge vom 11. September 2001 oder die atomare Katastrophe in Fukushima als prägende Ereignisse erlebt.

Ängste persönlicher Natur kommen laut Hurrelmann an zweiter Stelle. Das kann etwa die Furcht vor schweren Erkrankungen sein oder der Verlust eines wichtigen Menschen. Dahinter stehen ökonomische Sorgen. "Vor zwei bis drei Jahren war das Thema Arbeitsplatzsicherheit noch präsenter, ist inzwischen aber abgeklungen."

Rainer Schütz hat in seiner täglichen Arbeit vor allem mit konkreten Zukunftssorgen zu tun. Er ist Geschäftsführer des Vereins "Nummer gegen Kummer" in Wuppertal. Häufig seien Ängste vor möglichen Schwangerschaften und Schulsorgen Thema, sagt Schütz. Er rät zum Handeln. "Wer ungeschützten Sex hatte, sollte sich schnell mit einem Test Klarheit verschaffen." Denn: "Ängste mit sich herumschleppen, macht die meist nur schlimmer." Es kann auch helfen, sich einem Freund oder Verwandten mit seinen Zukunftsängsten anzuvertrauen.

Auch die Ellenbogengesellschaft stellt Heranwachsende manchmal vor Probleme. In der Schule wird schon Leistung verlangt, um später für den Kampf um die besten Arbeitsplätze gerüstet zu sein. Oft machen hier auch die Eltern Druck. "Die Jagd nach guten Noten ist der rationale Weg, um auf diese Anforderungen zu reagieren", sagt Hurrelmann. Wer das jedoch nicht schafft, sieht sich häufig auf der Verliererstraße - und bekommt wegen der entstehenden Zukunftsängste im Extremfall sogar psychische Probleme.

Akute Zukunftsangst macht sich körperlich bemerkbar. "Anspannung, ständige innere Unruhe, Probleme mit dem Schlaf sind mögliche Folgen von Ängsten", erklärt Christiane Wempe, Entwicklungspsychologin an der Universität Mannheim. Grundsätzlich sei Angst kein negatives Gefühl, betont sie. "Ängste gelten erst dann als psychische Störung, wenn sie das tägliche Leben erheblich beeinflussen." Meist seien Betroffene regelrecht gelähmt in ihrem Tun. "Ihnen gelingt es dann etwa nicht, ihre Ausbildung zu Ende zu machen." Bei etwas Anspannung helfe aber oft schon Sport weiter, um Druck abzubauen.

Auch wenn es einfach klingt: Schütz rät bei Gedanken an die persönliche Zukunft zu Gelassenheit. Junge Leute sollten keine Angst haben, sich auszuprobieren. Und keine Furcht vor dem Scheitern empfinden. "Fehler gehören dazu. Die können genauso eine Chance für etwas Neues sein." Angst vor der Zukunft ist im Jugendalter übrigens normal. "Familie, Schule, Gesellschaft. All das wird kritisch beäugt", sagt Hurrelmann. Und weil Jugendliche dazu neigen, wahrgenommene Probleme und deren Folgen auch auf sich selbst zu projizieren, machen diese Beobachtungen schnell Angst. Ein kleiner Trost: "Mit zunehmenden Alter nehmen die Zukunftsängste wieder ab."

Service: Die Nummer gegen Kummer ist von montags bis samstags zwischen 14.00 und 20.00 Uhr unter 116111 kostenlos erreichbar.

dpa

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