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Weniger Geld als die Freunde: Wie Teenies damit umgehen

Familie Weniger Geld als die Freunde: Wie Teenies damit umgehen

Neue Sneakers, der Hoodie von der In-Marke, ein cooles Smartphone und dann noch die Ausgaben für Kino und Konzerte - meistens hat man mehr Wünsche im Kopf als Geld in der Tasche. Aber was, wenn die Freunde immer ein bisschen mehr Geld haben?

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Teure Klamotten oder ein neues Fahrrad: Manche können geldmäßig mit ihrer Clique nicht mithalten. Müssen sie auch nicht, schließlich sind andere Eigenschaften viel wichtiger.

Quelle: Denkou Images

Fürth. Der Freund hat schon wieder neue Schuhe, und man selbst läuft in den alten Tretern herum. Die Clique geht ins Kino, aber es ist schon Monatsende und das eigene Taschengeld längst ausgegeben.

"Für Jugendliche steckt hinter dem Thema Geld meistens die Frage: Was kann ich damit tun?", sagt Ulric Ritzer-Sachs von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Die neue Jeans, das beste Smartphone, die Markenschuhe - für Jugendliche ist wichtig, mit den Freunden mitzuhalten. Die Frage woher das Geld kommt, ist erst mal unerheblich, erklärt Ritzer-Sachs.

Die Geldquelle sind bei Jugendlichen meistens die Eltern, denn die zahlen das Taschengeld. "Taschengeld sollte zur freien Verfügung stehen", sagt Ursula Winklhofer vom Deutschen Jugendinstitut. Auch wenn die Eltern die Investitionen des Kindes nicht immer sinnvoll finden - Taschengeld ist das eigene Geld. Häufig macht es nur einen Teil des Geldes aus, das Jugendlichen zur Verfügung steht. Viele bekommen zusätzlich Geld zu Weihnachten, für gute Noten oder manchmal für größere Arbeiten im Haushalt.

Wer merkt, dass die Freunde insgesamt mehr Geld haben, sollte zunächst bei den Freunden nachfragen - wo das Geld eigentlich herkommt und auch, was sie von dem Betrag bezahlen: Ob sie zum Beispiel ihr Mittagessen oder Schulsachen davon kaufen müssen, rät Winklhofer. Stellt man dann tatsächlich fest, dass man selbst weniger Geld bekommt, sollte man die Eltern darauf ansprechen.

Dazu legt man sich am besten eine Verhandlungsstrategie zurecht, rät Ulric Ritzer-Sachs: "Wer mehr Geld will, sollte überlegen, was er den Eltern im Gegenzug anbieten kann." Denn wer bereit ist, in der Familie mehr Verantwortung zu übernehmen, ist in einer besseren Verhandlungsposition. "Den Müll rausbringen, wöchentliches Rasenmähen oder Getränke einkaufen - wer regelmäßige Aufgaben übernimmt zeigt: Ich bin reif genug, um euch zu unterstützen - und reif genug für mehr Geld."

In manchen Fällen ist weniger Taschengeld jedoch keine bewusste Entscheidung der Eltern, die Familie hat einfach weniger Geld zur Verfügung, erklärt Ritzer-Sachs. "Es gibt Unterschiede - die müssen die Jugendlichen akzeptieren." Wer sich den dritten Kino-Besuch in der Woche nicht leisten kann, sollte seinen Freunden selbstbewusst sagen: Diesmal geht es nicht, ich komme das nächste Mal wieder mit. Denn die Unterschiede anzusprechen, das sollte bei den Freunden kein Problem sein, sagt Ritzer-Sachs. "Finanzielle Unterschiede sind für die Freunde sowieso sichtbar."

Am besten können Jugendliche mit diesen Unterschieden umgehen, wenn sie sich bewusst machen, dass Geld nicht alles ist: "Es ist wichtig, dass Jugendliche sich nicht über Geld definieren", sagt Psychologin Svenja Lüthge. Dann sei es einfacher, damit umzugehen, wenn die anderen mehr Taschengeld bekommen.

"Wer sieht, dass die Freunde mehr Geld zur Verfügung haben, sollte sich ins Gedächtnis rufen, was die eigene Person ausmacht - denn das ist nicht das Geld", sagt Lüthge. Wer sich selbst sagt: Ich bin ein guter Zuhörer und Freund, ich bin hilfsbereit oder ich bin ein guter Schüler, der konzentriert sich auf Eigenschaften, die wichtiger sind als Geld, erklärt Lüthge.

Das Taschengeld wird bei Jugendlichen häufig im Zusammenhang mit Klamotten ein Thema. Auch hier gilt: Jugendliche können sich anders hervorheben als mit einer teuren Jeans. "Wer weniger Geld für Anziehsachen zur Verfügung hat, kann trotzdem seinen eigenen Stil finden", meint Lüthge. Außerdem sollten sich Jugendliche bei Marken-Klamotten fragen, ob es wirklich um die Optik geht oder nur um das Logo, meint Ritzer-Sachs.

"Viele In-Anziehsachen gibt es in ähnlicher Form auch günstiger - aber eben ohne den Namen." Die Marke sollte nicht entscheidend sein, Jugendliche sollten sich lieber fragen, was ihnen selbst wirklich gefällt, sagt Ritzer-Sachs. Wer dann immer noch glaubt, es müssen die Schuhe mit dem richtigen Namen sein, der muss eben sparen.

Wem das nicht schnell genug geht, kann sich nach einem Job umsehen, empfiehlt Lüthge: "Wer in seiner Freizeit arbeitet um sich bestimmte Dinge leisten zu können, lernt schnell, das verdiente Geld wertzuschätzen." Außerdem sind Jugendliche, die in ihrer Freizeit arbeiten, häufig früh selbstständig, erklärt die Psychologin.

dpa

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