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Bäume statt Beton: Wald bleibt schwierige Anlage

Finanzen Bäume statt Beton: Wald bleibt schwierige Anlage

Auf der Suche nach sicheren Investments ist der Wald wieder in den Fokus manches Anlegers gerückt. Doch wenn man es Adel und Kirche nachtun will, braucht man wie diese einen sehr langen Atem.

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Die Nachfrage nach Holz hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Doch die Renditen bei deutschen Wäldern fällt meist geringer aus als bei Waldflächen in Nordamerika.

Quelle: Ralf Hirschberger

Frankfurt/Main. Ein schönes Stück Wald als Alternative zum ohnehin überteuerten Mietshaus? Ein Anlageobjekt mit hohem Freizeitwert, gesellschaftlichem Ansehen und einer kleinen, aber soliden Rendite?

Bäume statt Beton - was sich in Niedrigzins-Zeiten nach einem umweltfreundlichen, sicheren und nachhaltigen Investment anhört, hat allerdings seine Tücken, warnen Experten. Schon der Weg zum Waldbesitz ist voller Stolperfallen und Hindernisse. Zwar gibt es durchaus Makler, die sich auf Wald und Flur spezialisiert haben. Doch das Angebot gerade an größeren Flächen ist überschaubar. Mindestens 100 Hektar - das sind 1 Million Quadratmeter - sollte man für eine rentable Holzwirtschaft schon beisammen haben.

Für ein eigenes Jagdrecht - auch das ist so ein Traum manches zahlungskräftigen Anlegers - sind gesetzlich mindestens 75 Hektar vorgeschrieben. Der Einstiegspreis würde bereits bei sehr niedrig angesetzten Quadratmeterpreisen um einen Euro also bei mindestens 750 000 Euro liegen - wenn es denn überhaupt ein Angebot gäbe.

"Es ist sehr schwer, in Deutschland Wald zu kaufen", sagt Michael Freiherr von der Tann, Präsident des hessischen

Waldbesitzerverbandes, der wie in anderen Landstrichen viele Adelige versammelt. Für sie wie auch für die bürgerlichen Waldbesitzer mit ihren meist kleinen Genossenschaftsparzellen oder für die öffentliche Hand gilt der Grundsatz: "Wald verkauft man nicht, den vererbt man - und zwar ungeteilt."

Man brauche schon einen sehr langen Anlagehorizont, bekräftigte Michael Prinz zu Salm-Salm gerade in einem Interview mit dem "Tagesspiegel": "Bei Grund und Boden denkt und lebt man in langfristigen Kategorien." Der Chef des Verbandes "Familienbetriebe Land und Forst" streitet vehement gegen staatliche Eingriffe in die privaten Wälder, die ohnehin nur eine Rendite von rund einem Prozent brächten.

Den Grund für die steigende Nachfrage nach Wald sieht der adelige Grundbesitzer vor allem in der Zins- und Geldpolitik der Europäischen Zentralbank: "Der Sparer wird bestraft, der Schuldner belohnt. Ein Nebeneffekt dieses Irrsinns ist, dass Sachwerte teurer werden, auch Land und Forst." Die Preise für Wald hätten sich in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Auch die Nachfrage nach Holz hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert.

Die hohen Anlaufkosten - Grunderwerbsteuer, Notar und Gebühren addieren sich oft zu 10 Prozent des Kaufpreises - lassen die Rendite für Wald-Neulinge aber dennoch schwinden. Auch die Grundsteuer wird jedes Jahr fällig, die Holzproduktion ist wegen vieler Umweltauflagen und Zertifizierungen vergleichsweise teuer. Waldflächen in Osteuropa oder Nordamerika bieten da weit attraktivere Renditen.

Also doch lieber Holzaktien? Die meist skandinavischen oder nordamerikanischen Holz-Aktiengesellschaften hängen eng mit der Zellstoff- und Sägewerksindustrie zusammen und sind starken Kursschwankungen unterworfen, warnt beispielsweise der Börsenexperte Robert Halver von der Baader-Bank.

Nicht gerade gestärkt wurde das Vertrauen potenzieller Holz-Anleger mit der Pleite des Unternehmens German Pellets aus Wismar an der Ostsee. Rund 270 Millionen Euro in Schuldverschreibungen und Genussscheinen stehen im Feuer, wenn die Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde ab Juli die ersten Gläubigerversammlungen abhält.

Immerhin ist es gelungen, die Produktionswerke weitgehend an andere Investoren abzugeben - aber die Einlagen könnten zum größeren Teil verloren sein. Gegen den German-Pellets-Gründer Peter Leibold laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Unterschlagung.

dpa

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