Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Bedingungen und Nebenkosten: Das gilt beim Gratis-Girokonto

Verbraucher Bedingungen und Nebenkosten: Das gilt beim Gratis-Girokonto

Die Postbank verändert ihr Preismodell für Girokonten. Unter anderem ändern sich die Bedingungen, unter denen das Konto kostenlos geführt wird. Grundsätzlich gilt: Auch bei sogenannten Gratis-Girokonten müssen viele Verbraucher mit Nebenkosten rechnen.

Voriger Artikel
Gold: Abgeltungsteuer für Zertifikate
Nächster Artikel
Für Drohnen-Piloten: Eigene Versicherung notwendig

Beim Geld abheben am Automaten werden oft hohe Gebühren fällig. Und wer sich die Kontoauszüge per Post zuschicken lässt, muss dafür in der Regel auch bezahlen.

Quelle: Jens Büttner

Berlin. Auf Girokonten herrscht oft Bewegung: Es wird Geld eingezahlt und abgehoben, überwiesen und per Lastschrift eingezogen. Diesen Service lassen sich viele Banken und Sparkassen bezahlen. Allerdings gibt es auch Anbieter, die damit werben, für das Girokonto keine Gebühren zu verlangen.

Solche Gratis-Angebote sollten Kunden jedoch stets genau hinterfragen, rät Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen. Einige Anbieter meinen mit einem kostenlosen Girokonto "null Euro Kontoführungsgebühren". Das heißt aber nicht unbedingt, dass keine Gebühren zum Beispiel für die Kreditkarte, für das Einrichten von Daueraufträgen oder für das Geldabheben im Ausland anfallen. Es komme immer auf das Gesamtpaket an, sagt auch Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken.

Vergleichen lohnt sich also: "Wer seine Bankverbindung zu einem günstigeren Geldinstitut verlagert, kann mitunter eine dreistellige Summe im Jahr sparen", erklärt Oelmann. Kosten beim Girokonto entstehen zum Beispiel bei der Jahres- oder Grundgebühr, außerdem jährlich für eine Kreditkarte oder für Überweisungen.

Häufig sind es sogenannte Direktbanken, die gute Konditionen für ein Girokonto anbieten. Neben kostenloser Kontoführung gibt es oft auch eine Kreditkarte zum Nulltarif. Allerdings fühlt sich nicht jeder Kunde bei einer Direktbank gut aufgehoben. Denn bei Direktbanken lassen sich Überweisungen, Lastschriftvorgänge und Daueraufträge nur online oder telefonisch organisieren. Filialen, in denen Kunden mit einem Bankberater persönlich und unmittelbar Kontakt aufnehmen können, gibt es nicht. Wer als Direktbankkunde Geld von seinem Girokonto abheben will, ist auf Geldautomaten von Filialbanken angewiesen, mit denen die Direktbank kooperiert. Hierfür fallen oft Gebühren an, die je nach Direktbank unterschiedlich hoch sein können.

Manche Kunden zieht es deshalb eher in eine Filialbank in ihrer Wohnortnähe - vor allem wegen des persönlichen Services dort. Doch für die Geldinstitute sind solche Filialen recht kostenintensiv - und das bei sinkenden Erträgen nicht zuletzt aufgrund der historisch niedrigen Zinsen. "Das zwingt die Banken, gründlich zu prüfen, wie sie profitabel bleiben können", erklärt Julia Topar. Auch diese Entwicklung ist einer der Gründe, warum immer mehr Geldinstitute neue Preismodelle für Girokonten einführen - so wie jetzt die Postbank.

Für ihre Gratis-Konten stellen einige Banken auch Bedingungen. "So müssen Neukunden bei den meisten Sparda-Banken einen einmaligen Genossenschaftsanteil von in der Regel 52 Euro zahlen", sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest. Der Anteil wird dann verzinst. Die Commerzbank macht zur Bedingung, dass der Kunde einen Geldeingang von mindestens 1200 Euro im Monat auf dem Konto hat. Bei der Postbank gibt es das kostenlose Girokonto künftig nur noch für junge Leute und für Kunden mit einem Geldeingang von monatlich 3000 Euro und mehr.

Wer trotz Kontoführungsgebühren bei seiner bisherigen Bank oder Sparkasse bleiben möchte, sollte sich erkundigen, ob sie auch ein Kontomodell mit günstigeren Konditionen im Angebot hat. "Frauen und Männer mit geringem Einkommen haben es in der Regel besonders schwer, ein günstiges oder kostenloses Girokonto zu finden", weiß Verbraucherschützerin Oelmann.

Fällt die Entscheidung für einen Wechsel, dann heißt es, die Daueraufträge auf dem alten Girokonto zu löschen und auf dem neuen einzurichten. Alle, die regelmäßig auf das Konto einzahlen oder per Lastschrift abbuchen, müssen über die neue Bankverbindung informiert werden - also zum Beispiel der Arbeitgeber, die Rentenversicherung, Stromanbieter, Vermieter und Versicherungen. "Kunden sollten die Bank dabei um Unterstützung bitten", rät Oelmann. Sinnvoll ist es nach ihren Angaben, das alte Konto für eine Übergangsfrist von etwa drei Monaten parallel zum neuen Konto weiterzuführen. Danach kann das alte Girokonto gekündigt werden - in der Regel ohne Kündigungsfrist.

Grundsätzlich empfiehlt Warentesterin Kerstin Backofen, nicht nur auf den Preis zu schauen - "wichtig ist auch, dass man ohne große Umwege kostenlos an Bargeld kommt". An Automaten der eigenen Bank oder des Bankenverbunds, zu dem sie gehört, ist das problemlos möglich. Dagegen kann das Geldabheben außerhalb des Automatenverbunds teuer werden. "Jede Abhebung von einem fremden Geldautomaten kann bis zu acht Euro kosten", sagt Backofen. "Da kann der Preisvorteil eines kostenlosen Girokontos schnell verpuffen."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr