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Endlich Atempause: Strompreise sind gesunken

Verbraucher Endlich Atempause: Strompreise sind gesunken

Lange 14 Jahre mussten Deutschlands Stromkunden stark steigende Preise wegstecken, 2015 gibt es endlich leichte Entspannung. Dabei hat sich der Preisabstand bei den Anbietern noch mehr vergrößert.

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Stromkunden können aufatmen: Im Schnitt kostet die Kilowattstunde laut dem Branchenverband inzwischen wieder unter 29 Cent.

Quelle: Matthias Hiekel

Düsseldorf. Im ersten Halbjahr stiegen die durchschnittlichen Strompreise nicht weiter, sondern gingen angesichts gefallener Beschaffungskosten an den Strombörsen und kaum veränderter staatlicher Lasten je nach Region um ein bis gut drei Prozent zurück. Das ergeben Berechnungen der Stromvergleichsportale Verivox und Check24. Leichte Entlastung gab es auch beim Gas. Hier würden die Konzerne aber viel zu wenig Ersparnis an die Endkunden weitergeben, meinen Kritiker.

Der Trend zum preisgünstigeren Strom werde sich voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen, erwarten die Preisbeobachter. Schließlich steht der Börsenstrompreis weiter stark unter Druck. Im Schnitt kostet die Kilowattstunde für

Haushaltskunden laut Branchenverband BDEW inzwischen wieder unter 29 Cent. Im ersten Halbjahr hat eine vierköpfige Durchschnittsfamilie mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und gut 1100 Euro Stromkosten im Jahr laut Verivox rund 15 Euro gespart - genug für eine Familienpizza.

 

Preisrisiken erwarten die Fachleute vor allem durch den teuren Ausbau der Stromnetze, der auf die Preise umgelegt wird. Die Netzentgelte machen immerhin rund 23 Prozent des Strompreises aus. Unterschiedliche Netzentgelte sind laut Check24 schon jetzt für deutliche regionale Unterschiede bei den Strompreisen verantwortlich.

Der Osten kam etwa im ersten Halbjahr im Schnitt nur auf ein Prozent Entlastung, der Westen auf gut zwei Prozent. Spitzenreiter sind Bremen (minus 3,8 Prozent Strompreis) und Bayern (minus 3,1 Prozent), während Sachsens Stromkunden im Landesschnitt nur um 0,5 Prozent entlastet wurden.

Gaskunden haben in den ersten sechs Monaten ebenfalls Geld gespart: Im Schnitt sei das Gas in dem Zeitraum um rund 1,6 Prozent günstiger geworden, fand Verivox heraus. Eine Durchschnittsfamilie mit 20 000 Kilowattstunden Jahresverbrauch und rund 1300 Euro jährlichen Gaskosten spart dadurch gut 20 Euro. Nach den Zahlen von Check24 liegt der Rückgang bei 1,9 Prozent.

Das ist für den Energiefachmann Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW allerdings viel zu wenig Preisnachlass. "Die Einfuhrpreise sind wieder auf das Niveau von 2010 gesunken", sagt Sieverding. Damit wären nach seiner Meinung rund 100 Euro Preissenkung pro Haushalt und Jahr drin. "Doch den Großteil davon stecken sich bislang die Gasversorger selbst ein." Nur jeder vierte der gut 700 Gas-Grundversorger habe bisher die Preise gesenkt, obwohl die Beschaffung spürbar günstiger geworden sei, beklagt auch Verivox.

RWE als ein großer Gasversorger ohne aktuelle Preissenkung weist diese Kritik zurück: Der Gaspreis hänge schon lange nicht mehr so stark wie früher am - stark gefallenen - Ölpreis. RWE sehe keine Tendenz zur breiten Preissenkung am Markt, sagte ein Vertriebssprecher. Dass RWE die Gaspreise über Jahre konstant halte, könne den Verbrauchern auch nützen - dann, wenn es wieder Verteuerungen in der Beschaffung gebe, sagte er.

Trotz der leichten Preisentlastung für Gas und Strom lohnt sich der Wechsel zu günstigeren Versorgern weiterhin. Der Preisabstand zwischen der teuren Grundversorgung und besonders günstigen Tarifen hat sich sogar weiter vergrößert, fanden beide Preisvergleichsportale heraus. Je nach Wohnort können Verbraucher im Schnitt zwischen rund 150 Stromversorgern und 100 Gasanbietern wählen - und mit einem Wechsel pro Jahr in manchen Fällen mehrere hundert Euro sparen.

dpa

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