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Energiewende-Finanzierung in der Kritik

Verbraucher Energiewende-Finanzierung in der Kritik

Der Strompreis steigt und steigt. Daran sind die Energiewendelasten nicht unschuldig. Sie sollen gerechter verteilt werden und nicht überwiegend Haushaltskunden ohne Eigentum treffen, fordern Verbraucherschützer.

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Die Kosten der Energiewende werden laut Verbraucherschützern ungleich verteilt. Vor allem Haushaltskunden ohne Eigentum müssen bisher zahlen.

Quelle: Jens Kalaene/dpa

Berlin. Strom wird für Deutschlands Haushaltskunden noch teurer. Nach der jüngsten Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) steigt die Stromrechnung für einen Durchschnittshaushalt 2017 um mehr als einen Euro auf gut 85 Euro im Monat.

Im Jahr 2000 musste der Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahreverbrauch nur gut 40 Euro im Monat zahlen. Einen großen Anteil an der Preissteigerung haben nach der

BDEW-Mitteilung staatliche Lasten zur Finanzierung der Energiewende und für den allgemeinen Haushalt: 2017 zahlen die Bürger danach mit ihrer Stromrechnung mehr als 35 Milliarden Euro für Steuern, Abgaben und Umlagen. Den größten Anteil hat mit 24 Milliarden Euro die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage).

"Angesichts dieser Zahlen müssen wir darüber diskutieren, wie die Finanzierung der Energiewende künftig sinnvoll gestaltet werden kann", sagte BDEW-Chef Stefan Kapferer.

Verbraucherschützer kritisieren, dass Eigenheimbesitzer mit dem selbst produzierten und verbrauchten Strom etwa über Photovoltaik auf dem Dach fast immer von der EEG-Umlage ausgenommen sind. Breite Ausnahmeregelungen gebe es außerdem für die energieintensive Industrie. So konzentriere sich die finanzielle Belastung der Energiewende zu stark auf die Mieter, die meist keinen Strom für den Eigenbedarf erzeugen könnten.

"Wie teuer soll das noch werden - da muss der Staat mit Steuergeld rein und kann das nicht komplett auf die Verbraucher abwälzen", sagte Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW.

Über die BDEW-Zahlen hatte zuerst die "Bild"-Zeitung berichtet. Demnach steigt der Anteil an Steuern, Abgaben und Umlagen am Strompreis 2017 erstmals auf 55 Prozent. Seit 1998 habe sich dieser Kostenblock verdoppelt. Hinzu kommen gut 25 Prozent für Netzentgelte, aus denen der Ausbau des Stromnetzes, aber auch die Noteingriffe in das Stromnetz wegen Mangel oder Überlastung bezahlt werden. Der von den Versorgern beeinflussbare Teil am Strompreis für die Beschaffung und den Vertrieb sei dagegen erneut auf jetzt weniger als ein Fünftel gesunken. Für eine durchschnittliche Kilowattstunde Strom zahlen Haushalte nun 29,16 Cent.

Mit der EEG-Umlage wird der Ausbau vor allem von Wind- und Sonnenenergie finanziert, für die es lange Einspeisevorrang und Festvergütungen gab. Wegen des starken Anstiegs der Umlage hat die Bundesregierung aber bereits umgesteuert und schreibt neben Photovoltaik- nun auch Windkraftkapazitäten zunehmend an den günstigsten Bieter aus. Dennoch rechnen Fachleute auch in den kommenden Jahren noch mit einem weiteren Anstieg der EEG-Umlage.

dpa

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