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Kosten, Risiken, Reserven: Kleine Beträge bilden Vermögen

Finanzen Kosten, Risiken, Reserven: Kleine Beträge bilden Vermögen

Sparen lohnt sich auch mit kleinen Beträgen. In der derzeitigen Niedrigzinsphase sollte man aber etwas Ausdauer mitbringen. Und: Wer auf die Kosten achtet, kann mehr in den Vermögensaufbau stecken.

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Mit kleinen Beträgen zu einem Vermögen - unmöglich ist das nicht. Wichtig beim Sparen ist allerdings Disziplin. Foto: Andrea Warnecke

Düsseldorf. Wer kein großes Budget hat, aber Geld zurücklegen will, sollte auf seine Ausgaben achten. "Denn Sparen kann man auch allein schon dadurch, dass man weniger ausgibt", sagt Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Und selbst wer jeden Tag nur einen Euro beiseite legt, kommt im Jahr schon auf rund 350 Euro. Wie Sparer aus diesem Geld mehr machen können im Überblick:

Sparziele: Wer sich auf eine schöne Reise, eine neue Kamera oder einen hochwertigen Schrank freut, kann leichter Geld beiseite legen. "Klare Sparziele steigern die Motivation durchzuhalten und beeinflussen die Art der Sparanlage", sagt Hentschel. Nur wer weiß, wann er wie viel Geld braucht, kann nach passenden Laufzeiten und Produkten suchen. Wichtig dabei: die eigene Risikoneigung beachten.

Disziplin: Wenn man nicht viel Budget zur Verfügung hat, sollte man regelmäßig kleine Beträge einzahlen. Wem es schwer fällt, jeden Monat die nötige Disziplin dafür aufzubringen, kann einen Trick anwenden: "Einfach einen Dauerauftrag einrichten", rät Thomas Krüger von der Zeitschrift "Finanztest". Dann geht jeweils am Monatsanfang ein fester Betrag vom Konto ab - bevor man ihn für andere Dinge ausgibt.

Flexibilität: In der derzeitigen Niedrigzinsphase ist es besser, kurzfristige Sparpläne abzuschließen, rät Hentschel. Ein Anlagehorizont von etwa drei Jahren sei sinnvoll: "Denn wer sich länger vertraglich bindet, kann unter Umständen nicht profitieren, wenn die Zinsen wieder steigen." Außer man kündigt den Vertrag vorzeitig. Dann müssen Sparer aber meist mit Strafgebühren rechnen.

Vergleich: Derzeit gibt es nur wenig Zinsen für Sparer. Umso wichtiger ist ein Vergleich. "Auch kleine Zinsunterschiede haben langfristig eine große Wirkung", sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main. Ein Beispiel: Wer in der Vergangenheit über 15 Jahre jeden Monat 50 Euro beiseite gelegt hat, kommt auf einen Sparbetrag von insgesamt 9000 Euro. Auf dem Sparbuch hat das Geld in dieser Zeit eine durchschnittliche Verzinsung von 0,84 Prozent erbracht und damit 592 Euro. Auf einem Tagesgeldkonto lag die Verzinsung in diesem Zeitraum bei durchschnittlich 1,73 Prozent - der Sparer erhielt schon rund 1271 Euro Zinsen.

Risiko: Für mehr Rendite müssen Anleger auch mehr Risiko eingehen. Wer langfristige Sparziele und gute Nerven hat, kann auf Fonds setzen. Bei einem weltweiten Indexfonds (ETF) lag der durchschnittliche Mittelwert in den vergangenen 15 Jahren laut Herbst bei etwa 7,5 Prozent. Wer damals eine Sparrate von monatlich 50 Euro eingezahlt hat, konnte nach 15 Jahren etwa 16 300 Euro auf seinem Konto verbuchen. Abzüglich durchschnittlicher laufender Kosten blieben dem Sparer laut FMH rund 14 580 Euro.

Doch Vorsicht: Es gibt keine Garantie, dass Zinsen der Vergangenheit auch in Zukunft so hoch sind. 15 Jahre sind ein kurzer Zeitraum. "Längere Analysen zeigen, dass die Renditen an den Aktienmärkten immerhin im Schnitt rund vier Prozentpunkte höher sind als bei Zinspapieren", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Kosten: Wer auf Fonds setzen will, sollte auf laufende Gebühren für Verwaltung, Transaktionen und Vertrieb achten. Sie schmälern die Rendite. "Da kommt langfristig einiges zusammen", sagt Krüger. ETFs haben im Schnitt 0,4 Prozent laufende Kosten pro Jahr. Bei einem gemanagten Fonds sind es hingegen etwa 1,9 Prozent. Kosten verursacht auch häufiges Umschichten. "In der Regel muss man dafür jedes Mal Geld und Steuern zahlen", erklärt Krüger. Besser sei es daher: "Gerade wenn man wenig Geld hat, sollte man eine langfristige, passive Strategie wählen."

Anlagesumme: Sparplan-Anbieter verlangen mitunter eine Mindestanlagesumme. "Wer den verlangten Betrag pro Monat nicht zusammenbekommt, sollte einfach einen anderen Turnus mit der Bank vereinbaren", rät Krüger. Verlangt die Bank etwa eine Sparrate von mindestens 50 Euro, man selbst kann nur 25 Euro monatlich weglegen, sollte man einen vierteljährlichen Sparplan abschließen. "Die nötige Summe für eine einzelne Sparrate sammelt man über drei Monate auf einem Tagesgeldkonto zusammen", erklärt der Finanzexperte. In der Regel gibt es Fonds-Sparpläne laut Fondsverband BVI schon ab einer monatlichen Sparrate von 25 Euro.

dpa

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