Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Rendite mit Risiko - Hochzinsanleihen von Mittelständlern

Finanzen Rendite mit Risiko - Hochzinsanleihen von Mittelständlern

Börsenboom hin, Mini-Zinsen her: Anleihen sind als Stabilitätsanker im Anlegerportfolio weiter gefragt. Doch die Auswahl der richtigen Anlagen fällt derzeit besonders schwer.

Voriger Artikel
Wohnungseigentum: Das Wichtigste zur Teilungserklärung
Nächster Artikel
Eins für zwei - Gemeinschaftskonto für Ehepaare

Wer genau hinschaut, der findet unter den kleinen und mittelständischen deutschen Firmen ein paar Ertragsperlen. Allerdings sind diese Anleihen mit einem höheren Risiko verbunden.

Quelle: Andrea Warnecke

Frankfurt/Main. Denn für immer mehr Festzinspapiere solventer Schuldner wie der Bundesrepublik Deutschland muss man teils sogar draufzahlen muss statt eine Rendite einzustreichen. Als Beimischung böten sich deshalb Anleihen von Unternehmen mit niedriger Bonität an, sagt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Bei einer Ausfallwahrscheinlichkeit von recht niedrigen 3 Prozent und einer durchschnittlichen Rendite von rund 4 Prozent erschienen Hochzinspapiere ("High Yield") generell immer noch attraktiv.

In den Sinn kommen Anlegern beim Begriff High Yield vor allem exotische Unternehmen aus dem Ausland. Aber auch hierzulande können sich einige Ertragsperlen finden - und zwar bei kleinen und mittelständischen deutschen Firmen. Doch die Medaille hat eine Kehrseite: "Bei Hochzinsanleihen ist das Risiko höher als bei Aktien", sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des gemeinnützigen Verbrauchermagazins Finanztip. Denn falls der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, steht unter Umständen der gesamte Einsatz auf dem Spiel.

Anleger sollten sich deshalb Tenhagen zufolge intensiv mit dem jeweiligen Unternehmen beschäftigen und sich die Frage stellen, was mit dem eingesammelten Geld gemacht wird. So ist es zum Beispiel ein Unterschied, ob in die Zukunft des Geschäfts investiert wird oder eine bereits bestehende Anleihe refinanziert werden soll. Informationen dazu finden sich im Wertpapierprospekt, den jeder Emittent veröffentlichen muss, der sich an Privatleute wendet. Wer keine Papierberge wälzen möchte, für den bieten sich laut Tenhagen Fonds an, mit denen Risiken gestreut werden können.

Beispiel Katjes International: Der Lakritzhersteller will den Weg der Refinanzierung einschlagen und fühlt deshalb momentan vor, ob bei den Investoren noch Interesse besteht. Denn die Katjes-Bonds sind Teil des durch viele Pleiten und Skandale erschütterten Marktes für Mittelstandsanleihen, der von den Privatanlegern aktuell gemieden wird. Laut der Corporate-Finance-Agentur Blättchen & Partner ist die Anzahl der Neuemissionen in den Mittelstandssegmenten der deutschen Börsen 2014 gegenüber dem Vorjahr deutlich von 39 auf 13 gesunken.

Die schwindende Bedeutung des Handels über die Börsen bedeutet für kleine und mittelständische Unternehmen aber nicht das Aus für das Instrument der Anleihe. Angesichts der verzweifelten Suche nach Rendite im aktuellen Niedrigzinsumfeld bleiben diese Papiere insbesondere für institutionelle Anleger interessant. Sie können von Berufs wegen die Risiken besser einschätzen als Kleinanleger und als Käufer einspringen. Unternehmen wie der Holzpelletproduzent German Pellets, der Autozulieferer Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig oder eine Tochter des Betreibers von Senioren- und Behindertenheimen Senivita Sozial fahren deshalb zweigleisig und haben ihre Anleihen auf direktem Wege sowohl Privatanlegern als auch Profis angeboten.

Dass sich die Mittelständler den Anleihenmarkt offenhalten, hat Gründe: So bekämen zwar gut aufgestellte Firmen mittlerweile wieder attraktive Kreditkonditionen von ihren Hausbanken, sagt Dirk Schiereck, Professor für Unternehmensfinanzierung an der TU Darmstadt. Allerdings könnte das Umfeld für die Kreditinstitute erneut rauer werden, falls weitere Krisen das Finanzsystem erschüttern sollten. In diesem Fall wäre es von Vorteil, am Kapitalmarkt auf lange Sicht eine treue Investorengemeinschaft hinter sich zu wissen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schlösserland Sachsen - Schlösserausflug
    Schlösserland Sachsen

    Schlösser, Burgen & Gärten - Besuchen Sie das Schlösserland Sachsen und erleben Sie die Sächsische Geschichte in ihrer schönsten Form. Erfahren... mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr