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Unter Strom - Ein Anbieterwechsel lohnt sich häufig

Verbraucher Unter Strom - Ein Anbieterwechsel lohnt sich häufig

Strom wird günstiger. Der Preis sinkt zwar nur wenig, dennoch kann sich ein Anbieterwechsel lohnen. Vor allem Verbraucher, die den Grundtarif ihres lokalen Versorgers nutzen, können profitieren. Doch der neue Lieferant will gut geprüft sein.

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Strom kostet Geld. Allerdings sind die Preise bei vielen Anbietern inzwischen gesunken. Ein Wechsel kann sich also bezahlt machen.

Quelle: Monique Wüstenhagen

Heidelberg. Laptop, Lampe und Waschmaschine haben eins gemeinsam: Sie brauchen Strom, und zwar mehrere hundert Euro pro Jahr. Sparpotenzial gibt es genug. Vor allem wenn - wie derzeit - die Preise sinken. Doch wie viel lässt sich wirklich sparen? Und was ist vor einem Wechsel zu beachten?

Wie stark lassen die Preise tatsächlich nach?

Das Verbraucherportal Verivox aus Heidelberg meldet, dass der Strom im Vergleich zum vergangenen Jahr um durchschnittlich sechs Prozent günstiger geworden ist - berechnet an einem Musterhaushalt-Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr. Daniel Friedheim von Check24 in München bestätigt sinkende Preise. Check24 hat errechnet, dass ein Haushalt mit einem Verbrauch von 5000 kWh im Jahr durchschnittlich 1395 Euro zahlen muss. 2014 seien es 1438 Euro gewesen, also 3,1 Prozent mehr. "Auf einem sehr hohen Niveau hat es sich leicht verbessert", sagt Friedheim. Denn seit 2008 seien die Kosten im Schnitt um 35 Prozent gestiegen. Damals zahlte der Musterhaushalt noch 1035 Euro pro Jahr. Auch Florian Krüger, Sprecher von Verivox, sagt: "Das ist noch nicht die ganz große Entlastung." Aber es sei das erste Mal seit Jahren, dass die Preise überhaupt sinken.

Wer senkt die Preise?

Leider nicht jeder Anbieter in gleichem Maß. Laut Verivox sind örtliche Grundversorger in den vergangenen zwölf Monaten nur ein bis maximal zwei Prozent günstiger geworden. "Viele regionale Anbieter geben die Strompreissenkungen nicht weiter", sagt Wolfram Hey, Energieberater der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. "Es beschränkt sich auf einige große Anbieter, die nicht überall vertreten sind."

Für wen lohnt sich ein Wechsel?

Grundsätzlich für jeden. Nicht nur Haushalte mit Kindern verbrauchen viel Strom. Alleinlebende Senioren beispielsweise benötigen laut Check24 mehr als Singles unter 21 Jahren - berechnet aus Angaben der Kunden des Portals. Ein Grund könnten ältere Geräte in Rentnerhaushalten sein. Ein Wechsel lohne sich insbesondere für diejenigen, die bisher immer bei demselben Versorger waren, sagt Hey. "Dann beziehen sie in der Regel über den örtlichen Grundversorger Strom zum Grundtarif, und das ist meist die teuerste Variante." Das bestätigt Verivox: Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr könne im Vergleich zum Basistarif des Grundversorgers durchschnittlich 382 Euro sparen, wenn er einen günstigeren Anbieter wählt.

Kann ich sofort wechseln?

Das kommt auf die Vertragslaufzeit an. Ein Wechsel rentiert sich, wenn der alte Vertrag bald endet, sagt Energieberater Hey. "Meistens beträgt die Laufzeit ein Jahr. Grundversorger haben bei ihrem Basistarif lediglich 14 Tage Kündigungsfrist." Der Verbraucher muss schriftlich kündigen und sollte sich das von seinem Versorger bestätigen lassen.

Wie finde ich den günstigsten Anbieter?

Am schnellsten über Vergleichsportale im Internet. Das sind neben Check24 und Verivox etwa Toptarif und Mut zum Wechseln. Daniela Czekalla von der Verbraucherzentrale Bayern in München rät, bei mehreren Portalen zu recherchieren: "Die Portale finanzieren sich auch über Provisionen von Anbietern und platzieren deswegen oft Angebote ganz oben, die nicht die preiswertesten sind." Verbraucher sollten außerdem darauf achten, ob die Portale

Suchoptionen voreingestellt haben, die nicht zu den eigenen Bedürfnissen passen. Ganz wichtig: "Oft wird beim Preisvergleich ein Wechselbonus eingerechnet. Den zahlt der Anbieter aber nur im ersten Jahr", sagt Czekalla. Die tatsächlichen Preise ermitteln Verbraucher also, indem sie den Bonus rausrechnen. Als Grundlage für den Preisvergleich dient der Verbrauch, der auf der letzten Jahresabrechnung ausgewiesen wurde.

Welche Stolpersteine gibt es?

Czekalla rät dazu, nur Verträge mit maximal einem Jahr Laufzeit abzuschließen. Eine Preisgarantie mache zurzeit wenig Sinn, weil die Preise tendenziell sinken. Auch Verträge mit Vorkasse seien schlecht, weil der Verbraucher auf den Kosten sitzen bleibt, wenn der Anbieter Insolvenz anmeldet. Hey warnt vor Paketpreisen: "Wenn man mehr verbraucht, als im Paket enthalten ist, kann das teuer werden." Wer nicht gleich den Anbieter wechseln will, kann bei seinem Grundversorger nach Sondertarifen fragen. Auch dabei lässt sich sparen.

dpa

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