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Wie Eltern den Nachwuchs absichern können

Verbraucher Wie Eltern den Nachwuchs absichern können

Freude, wenig Schlaf und jede Menge Verantwortung: Mit der Geburt eines Kindes rücken plötzlich Fragen zur Absicherung der Familie in den Vordergrund. Ein Versicherungs-Check lohnt sich.

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Viele Eltern machen sich Gedanken, wie sie ihren Nachwuchs vor möglichen Risiken absichern können. Ein Versicherungs-Check kann dabei helfen.

Quelle: Andrea Warnecke

Berlin. Wird ein Kind geboren, ist das für die Eltern eine Umstellung: Plötzlich tragen sie für einen kleinen Menschen die volle Verantwortung. Bei vielen Eltern spielen neben der Freude auch Sorgen um die richtige Absicherung des Nachwuchses eine Rolle. Das haben auch Versicherungen erkannt.

Manche Unternehmen bieten Eltern - aber auch Großeltern - spezielle Junior-Tarife an. Meist handelt es sich bei solchen Policen um Kombi-Produkte, die Sparen und Absichern verbinden.

Aus Sicht von Verbraucherschützern sind solche Verträge aber nicht unbedingt die beste Wahl. "Finger weg von solchen Angeboten", sagt etwa Kerstin Becker-Eiselen von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Gerade Kapitallebensversicherungen für Kinder lohnen sich nicht." Sie seien noch nie besonders lukrativ gewesen - in Zeiten der Niedrigzinsphase sei dies erst recht nicht der Fall, zumal die Verträge teilweise Laufzeiten von 60 bis 70 Jahren hätten.

Auch Bianca Boss vom Bund der Versicherten rät von solchen Verträgen ab: "Sparverträge und Risikoschutz sollten Verbraucher strikt trennen." Sie rät: "Die beste Absicherung für die Kinder ist, wenn die Eltern gut versichert sind." Denn häufig sind dann die Kinder automatisch abgesichert. Ein Versicherungs-Check kann helfen, mögliche Lücken zu finden und den Schutz an die neue Lebensversicherung anzupassen.

Sind beide Elternteile über die gesetzliche Krankenkasse versichert, wird das Kind in der Regel beitragsfrei mitversichert. Anders sieht es aus, wenn ein Elternteil privat versichert ist: Dann ist nach Angaben des Bundes der Versicherten die Verdiensthöhe des Privat-Versicherten dafür ausschlaggebend, ob das Kind beitragsfrei gesetzlich versichert werden darf. Sind Eltern bei unterschiedlichen Kassen, sollten sie sich vorab bei ihrem Versicherer dazu erkundigen.

Wollen Eltern ihr Kind privat absichern, gelten andere Voraussetzungen: "Wenn mindestens ein Elternteil sechs Monate bei einer privaten Versicherung Mitglied ist, haben auch die Kinder einen Anspruch darauf, bei dem Anbieter aufgenommen zu werden", sagt Stephan Caspary vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Das gelte innerhalb der Anmeldefrist unabhängig vom Gesundheitszustand des Kindes. Wichtig dafür ist: Eltern müssen ihre Kinder innerhalb von zwei Monaten bei der privaten Krankenversicherung anmelden. "Nur dann werden sie ohne Gesundheitsprüfung in die PKV aufgenommen", sagt Becker-Eiselen. Die Beiträge liegen in der Regel bei rund 90 Euro im Monat.

Eltern sollten auch daran denken, mögliche finanzielle Risiken abzusichern. Dafür eignen sich eine Risikolebensversicherung, sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn sollte ein Elternteil sterben und keine Risikolebensversicherung haben, ist das Kind finanziell nicht abgesichert. Auch der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sei sinnvoll - besonders für den Hauptverdiener in der Familie. "Denn so können Verdienstausfälle ausgeglichen werden, sollte er durch eine Krankheit oder einen Unfall nicht mehr arbeiten können", erklärt Boss.

Ebenfalls wichtig: die Privathaftpflichtversicherung. "Bei Familientarifen sind die Kinder in der Regel automatisch abgesichert", sagt Becker-Eiselen. Nach Angaben der Stiftung Warentest können Eltern schon ab rund 96 Euro im Jahr einen umfassenden Schutz erhalten. Sie sollten Schäden bis zu 5 Millionen Euro absichern.

dpa

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