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Frühzeitig den Nachlass regeln

ANZEIGE Frühzeitig den Nachlass regeln

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) werden bis zum Jahr 2020 mehr als 25 Prozent des Vermögensbestandes privater Haushalte vererbt.

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Frühzeitig den Nachlass regeln

Quelle: Butch - Fotolia.com

Doch der Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod gehen viele aus dem Weg. Dabei ist es wichtig, sich frühzeitig Gedanken um den persönlichen Nachlass zu machen, schließlich gibt es beim deutschen Erbrecht einiges zu beachten.

Gesetzliche Erbfolge

Wenn kein Testament erstellt wurde, stehen die nächsten Verwandten nach Verwandtenerbrecht in der Erbfolge an erster Stelle. Dies bedeutet, dass eigene Kinder, Enkel und Urenkel (Erben erster Ordnung) primär bevorzugt werden. Die Eltern und deren Abkömmlinge, also Geschwister oder Neffen bzw. Nichten, (Erben zweiter Ordnung) und Großeltern sowie deren Nachkommen (Erben dritter Ordnung) kommen als gesetzliche Erben nur in Frage, wenn es keine nächsten Verwandten gibt.

Der gesetzliche Erbteil von Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartnern richtet sich nach den Verwandten und nach dem Güterstand. Der überlebende Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner erbt neben den Verwandten der ersten Ordnung regulär ein Viertel des Erbgutes und der zweiten Ordnung sowie neben Großeltern grundsätzlich die Hälfte. Falls keine näheren Verwandtschaftsverhältnisse bestehen, erbt der Partner das gesamte Vermögen. Bei außerehelichen Lebensgemeinschaften greift nicht die gesetzliche Erbfolgeregelung. Hierfür muss ein Testament bzw. Erbvertrag aufgesetzt werden.

Testament und Erbvertrag

Wer ein Testament aufsetzt, hat die Möglichkeit, von der gesetzlichen Erbfolge abzuweichen. Ob wertvolle Briefmarkensammlung, Geldbetrag oder materielle Vermögenswerte – in jedem Fall ist ein Testament sinnvoll, um sicher zu gehen, wer am Ende was bekommen wird. Dabei kann auch festgehalten werden, unter welchen Voraussetzungen vererbt wird.

Das Erbrecht unterscheidet zwischen dem handschriftlichen und dem öffentlichen/notariellen Testament, die beide einer bestimmten Form entsprechen müssen. Das handschriftliche Testament verfasst ein Fachanwalt für Erbrecht, das öffentliche oder notarielle Testament muss bei einem Notar errichtet werden. Das öffentliche/notarielle Testament kann in schriftlicher oder mündlicher Form dargelegt werden, wobei Gebühren anfallen, die nach dem Vermögen berechnet werden.

Bei  einem handschriftlichen Testament ist zu beachten:

• Das komplette Dokument in Handschrift verfassen, inklusive Unterschrift mit Vor- und Nachname, um Missverständnisse zu vermeiden.

• Zeit und Ort müssen eingetragen werden.

• Der Verfasser muss volljährig und voll geschäftsfähig sein.

Es empfiehlt sich nicht, ohne rechtliche Beratung ein Testament selbst aufzusetzen.

Ehepaare können ein gemeinschaftliches, sogenanntes Ehegattentestament verfassen. Zu beachten ist, dass die gemeinschaftlich getroffenen Verfügungen nach dem Tod eines Partners eine Bindungswirkung entfalten können.

Neben dem Testament besteht die Möglichkeit, einen Erbvertrag abzuschließen. Dieser Vertrag muss notariell beurkundet werden.

Der Pflichtteil

Der Pflichtteilsanspruch ist die Mindestteilhabe der Pflichtteilsberechtigten Personen am Nachlass. Pflichtteilsberechtigte Personen sind die Abkömmlinge des Erblassers und wenn keine Abkömmlinge da sind, die Eltern des Erblassers. Ebenfalls ist auch der Ehegatte pflichtteilsberechtigt. Der Pflichtteil beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

 

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