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Substrat selbst mischen: Auf torfhaltige Erde verzichten

Freizeit Substrat selbst mischen: Auf torfhaltige Erde verzichten

Blumenerde besteht oft zum Großteil aus Torf.   Aber es muss ja nicht immer gekaufte Blumenerde sein. Der Hobbygärtner hat noch andere Möglichkeiten.

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Blumenerde muss man nicht kaufen, sie lässt sich auch selbst mischen.

Quelle: Andrea Warnecke

Dessau-Roßlau. Handelsübliche Blumenerde für Töpfe besteht bis zu 90 Prozent aus Torf. Doch der Torfabbau ist umstritten: Zum einen werden dadurch Moore - wertvolle Biotope und Lebensraum vieler Tiere - trockengelegt und abgebaut.

Zum anderen wird durch den Abbau der Moore auch jede Menge darin eingeschlossener Treibhausgase freigesetzt. Dazu kommt laut Umweltbundesamt, dass torfhaltige Blumenerde Nachteile für den Gärtner hat: Torf nimmt viel Wasser auf, gibt aber wenig ab.

Doch es gibt Alternativen zur Torf-Erde im Handel - etwa Substrate aus Holzfasern, Rinde oder aus Kompost. Das Umweltbundesamt rät, auf Produkte etwa mit dem EU-Ecolabel oder dem Gütezeichen Kompost zu achten. Nicht empfohlen wird der Kauf von Erden mit den Bezeichnungen "torfreduziert" oder "torfarm". Diese können immerhin noch bis zu 70 Prozent Torf enthalten.

Hobbygärtner können Blumenerde aber auch selbst herstellen, etwa mit Kompost im eigenen Garten. Oder man mischt sich das Substrat selbst aus gekauften Bestandteilen. Die Ortsgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Hannover rät zu folgender Mischung: 

- Gartenerde oder unbelasteter Mutterboden macht etwa 50 bis 60 Prozent des späteren Volumens aus. Alternativ lässt sich bereits gekaufte Kübel- oder Balkonkastenerde aus dem Vorjahr nutzen.

- Dazu kommt Grünkompost - aus dem eigenen Kompost oder einer regionalen Kompostanlage. Sein Anteil beträgt 20 bis 30 Prozent.

- Feiner Rindenhumus aus dem Fachhandel mit einem Anteil von etwa 20 Prozent bis 30 Prozent ergänzt die Mischung.

- Dazu kommen noch ein paar Hornspäne und Spurenelemente, letzteres ist etwa im Fachhandel als Urgesteinsmehl zu finden. Beides versorgt die Pflanzen mit Stickstoff, was wiederum als Langzeitdünger dient.

Darüber hinaus lässt sich das Gemisch auf örtliche Bodenbedingungen anpassen. Wenn zum Beispiel die Gartenerde als Ausgangsmaterial für die neue Mischung einen hohen Sandanteil hat, sollte man geringe Mengen Tonmehl hinzufügen. Das fördert die Wasserbindung und hält Humus im Boden besser. Ist die Erde kalkreich, bietet es sich an, siliziumreiche Gesteinsmehle zu verwenden. Bei kalkarmen und sauren Erden sind kalkhaltige Gesteinsmehle besser.

dpa

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