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Gift für Bienen: Verzicht auf Neonicotionoide in Pestiziden

Umwelt Gift für Bienen: Verzicht auf Neonicotionoide in Pestiziden

Obwohl sie gesetzlich erlaubt sind, gelten Pestizide mit Neonicotionoiden als schädlich für Bienen. Der BUND fordert Hobbygärtner zum Verzicht auf. Denn ökologische Alternativen gibt es.

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Bienen leiden unter Neonicotionoide in Pestiziden.

Quelle: Philipp Schulze

Berlin. Sie sollen die Bösen töten, können aber auch den Guten schaden: Neonicotionoide sind häufig Bestandteil von Pestiziden. Sie gelten bei Umweltschützern als Gift für Honig- und Wildbienen.

Immer mehr Garten- und Baumärkte stellen den Verkauf freiwillig ein, fand der

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bei einer Befragung der größten Unternehmensketten heraus. 5 haben solche Produkte komplett aus dem Sortiment genommen, neun größtenteils. In 17 Firmen ist dies allerdings noch nicht der Fall.

Was bewirken Neonicotionoide?

Die Inhaltsstoffe sind ein hochwirksames Nervengift, das etwa im Anbau von Raps, Obst und Gemüse sowie im Hobbygarten gegen Schädlinge eingesetzt wird. Es trifft vor allem beißende und saugende Insekten.

Gesetzlich erlaubt ist der Verkauf, denn das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bewertet den Inhaltsstoff als nicht gefährlich für Bienen. Der BUND empfiehlt Hobbygärtner aber darauf zu verzichten.

Was sind meine Alternativen?

Viele Schädlinge lassen sich auch mit ihren natürlichen Feinden bekämpfen. Hobbygärtner können diese Nützlinge bei einem Befall kaufen und aussetzen, erklärt der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW. So helfen etwa Schlupfwespen (Aphidius-Arten), Florfliegen (Chrysoperla carnea) und Räuberische Gallmücken (Aphidoletes aphidimyza) gegen Blattläuse.

Treiben Spinnmilben ihr Unwesen, sollten Raubmilben eingesetzt werden. Man findet sie im Fachhandel unter den lateinischen Begriffen Phytoseiulus persimilis oder Amblyseius californicus. Gegen Thripse taugen ebenfalls Raubmilden, aber jene mit der Bezeichnung Amblyseius cucumeris, sowie Raubwanzen (Orius-Arten). Die Schlupfwespe (Encarsia formosa) frisst die Weiße Fliege auf.

Gibt es ökologische Mittel zum Verteilen?

Umweltschonende Alternativen zu Pestiziden sind Jauchen, die man selbst aus Pflanzen herstellen kann. Dazu rät der Bund auch. Ein Beispiel: Brenneseljauche vertreibt Läuse und Spinnmilben von Obst- und Blühpflanzen sowie Gemüse. Pflanzenstücke möglichst klein schneiden und in einem offenen Gefäß bis zu 15 Zentimeter unter den Rand aufschichten. Das Ganze mit kaltem Wasser ansetzen.

Dieses sollte nicht wesentlich höher als die Pflanzenschicht eingefüllt werden. So kommt genügend Sauerstoff daran. Die Masse zersetzt sich nun. Da dabei sehr viel Sauerstoff benötigt wird, rät der BUND, das Gemisch zwei- bis dreimal am Tag umzurühren. Nach ein bis zwei Tagen beginnt die Jauche zu brodeln. Nach rund 14 Tagen ist das Gemisch fertig. An einem sonnigen Standort verkürzt sich der Gärungsprozess.

dpa

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