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Brillen aus dem 3D-Drucker vor dem Durchbruch

Gesundheit Brillen aus dem 3D-Drucker vor dem Durchbruch

Fast jeder Zweite in Deutschland trägt eine Brille. Einige davon kommen schon aus dem 3D-Drucker, Tendenz steigend. Auf der Optikmesse in München wurden die Brillen gleich passend zur Nasenform gedruckt. Steht bald bei jedem Optiker ein Brillen-Drucker im Geschäft?

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Fast jeder Zweite in Deutschland trägt eine Brille. Einige davon kommen schon aus dem 3D-Drucker, Tendenz steigend.

Quelle: Malte Christians

München. Brillen aus dem 3D-Drucker sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Einige Optiker bieten gedruckte Brillengestelle bereits nach Kundenwunsch an. "Der 3D-Druck hat keinen Exotenstatus mehr und wird seinen Platz am Markt finden", so Ingo Rütten vom Zentralverband der Augenoptiker.

Richtig in Schwung soll das Geschäft durch die individuelle Anpassung der gedruckten Brillengestelle an die Gesichtsform kommen: Auf der Optikmesse opti in München stellte das hessische Unternehmen

Framelapp einen Kopf-Scanner vor, der die Form der Nase und andere Merkmale des Gesichts erfasst und den Drucker mit diesen Daten speist.

"Der 3-Druck wird die Optikbranche über kurz oder lang revolutionieren", meint Geschäftsführer Hendrik Wieburg, der im Auftrag von Optikgeschäften mehrere tausend Brillen pro Jahr per 3D-Druck herstellt. Gemessen am gesamten Markt ist das zwar noch sehr wenig - die großen Mitspieler verfolgen die Entwicklung aber genau: Brillengestelle aus dem 3D-Drucker seien eine spannende technologische Entwicklung, heißt es beim Online-Brillenhändler Mister Spex.

"Noch bieten wir keine Brillengestelle aus dem 3D-Drucker an, evaluieren aber regelmäßig die relevanten Technologien", sagt Gründer und Geschäftsführer Dirk Graber. Ähnlich äußert sich Konkurrent Brille24. Auch die größte Augenoptiker-Kette Fielmann mit ihren rund 700 Niederlassungen behält die 3D-Technologie im Blick: "Wir beobachten die Entwicklung", sagt Vorstandsmitglied Stefan Thies. Für Design-Brillen und Prototypen sei der 3D-Druck bereits interessant.

Als Knackpunkt für den Massenmarkt gilt bislang unter anderem der Preis von rund 300 Euro für ein Brillengestell. Für stationäre Optiker könnte der Kopf-Scanner in Kombination mit einem Brillen-Drucker aber eine Chance sein, die Kunden in die Geschäfte zu locken. Denn in den vergangenen Jahren haben immer mehr Menschen ihre Brille im Internet bestellt: 2014 wurden nach Angaben des Augenoptikerverbandes 650 000 Korrektionsbrillen online verkauft - fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Grundsätzlich muss sich die Optikbranche in nächster Zeit aber keine Sorgen um ihre Kunden machen: Rund 40 Millionen Menschen tragen in Deutschland einer

Allensbach-Studie zufolge eine Brille. Die Alterung der Gesellschaft spielt den Optikern in die Hände: Selbst wer als junger Mensch keine braucht, muss meist ab Mitte 40 beim Lesen zur Brille greifen. Bei den 45- bis 59-Jährigen liegt der Anteil der Brillenträger bereits bei 73 Prozent und steigt danach weiter an.

Aber auch bei jüngeren Leuten ist der Anteil der Brillenträger in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Wie sich der Smartphone-Boom auf das Sehvermögen auswirkt, ist unter Experten noch immer umstritten: Langzeit-Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen der Geräte stehen noch aus. Aber ein Spaziergang ist das permanente Fixieren eines kleinen Monitors für die Augen wohl nicht.

dpa

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