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Föhnen und cremen: Fußpilz mit Geduld behandeln

Gesundheit Föhnen und cremen: Fußpilz mit Geduld behandeln

Barfuß laufen und offene Schuhe tragen - Sommer heißt Füße zeigen. Bei manch einem sind sie aber ein gesundheitliches Problem. Der Grund ist Fußpilz. Den kriegt man mit Disziplin aber in den Griff.

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Gabriele Overwiening ist Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer und Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe.

Quelle: ABDA/Kate Brunch

Witten. Fußpilz sieht nicht nur unschön aus. Auch aus medizinischen Gründen sollte man ihn nicht abtun. Früh erkannt und mit viel Geduld lässt sich die Erkrankung aber meist in Eigenregie in den Griff bekommen.

Schlägt die Behandlung nicht an, sollte man zum Arzt gehen - sonst drohen Komplikationen wie Nagelpilz oder sogar eine Wundrose.

Wie erkennt man Fußpilz?

Oft beginnt Fußpilz zwischen den Zehen: Der Bereich ist meist gerötet, es bilden sich kleine Bläschen und es juckt, erläutert Annett Biedermann vom Deutschen Verband für Podologie mit Praxis in Förderstedt. Oft entwickeln sich Risse, die beim Spreizen der Zehen schmerzen, ergänzt Gabriele Overwiening, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer.

Wie bekommt man Fußpilz?

Fußpilz ist ansteckend, erklärt Ulrich Klein vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen und Hautarzt in Witten. Man bekommt ihn dort, wo viele Menschen barfuß unterwegs sind: Zum Beispiel in Umkleidekabinen, im Schwimmbad, in Gemeinschaftsduschen, in der Sauna oder im Hotel. Denn dort ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, mit einer infizierten Hautschuppe in Kontakt zu kommen.

Steckt man sich auf jeden Fall an?

"Gesunde Haut ist kaum zu infizieren", sagt Klein. Eine Ansteckungsgefahr besteht deshalb vor allem, wenn die Hautbarriere beeinträchtigt ist, das Immunsystem geschwächt ist oder man kleine Verletzungen an den Füßen hat. Außerdem begünstigt ein feucht-warmes Klima Fußpilz - also schwitzig-warme Füße.

Wer ist besonders gefährdet?

Sportler neigen eher zu Fußpilz. "Sie schwitzen viel und halten sich häufig in Gemeinschaftsumkleiden auf", erklärt Klein. Auch Diabetiker, Menschen mit chronischen Hautentzündungen wie Neurodermitis oder Patienten, die Immunsuppressiva wie Kortison bei Asthma oder Rheuma einnehmen, sind besonders anfällig. Aber auch andere Medikamente können eine Ansteckung begünstigen. Wer einmal Fußpilz hatte, bekommt leichter wieder einen.

Bekommt man den Pilz alleine wieder in den Griff?

Hat man sich mit Fußpilz angesteckt, muss dieser auf jeden Fall behandelt werden - das ist in der Regel aber in Eigenregie durchaus machbar. "Wichtig ist, dass man den Pilz konsequent behandelt", erklärt Overwiening, die auch Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe ist. "Auch, wenn die Symptome relativ schnell abklingen, sind die Erreger noch vorhanden und breiten sich bei zu früher Beendigung der Behandlung schnell wieder aus", ergänzt Biedermann.

Zur Behandlung gibt es sogenannte Antimykotika - pilzabtötende Cremes, Tinkturen oder Puder. Diese muss man mitunter ein- bis zweimal täglich über mehrere Wochen anwenden, erklärt Overwiening. Man sollte darauf achten, nicht nur punktuell die betroffene Stelle, sondern großflächig zu behandeln - denn die Pilzsporen verteilen sich über den gesamten Fuß. Ist der Pilz weiter fortgeschritten, verschreibt der Arzt zum Beispiel Präparate zum Einnehmen.

Welche Medikamente kommen zur Eigenbehandlung infrage?

Man sollte ein sogenanntes Breitband-Antimykotikum wählen - also ein Medikament, das nicht nur gegen einen bestimmten Pilz wirkt, erklärt Klein. Am häufigsten kommen Mittel aus der Gruppe der Azole oder mit dem Wirkstoff Terbinafin zum Einsatz - man bekommt sie rezeptfrei in der Apotheke. "Die Azole müssen ein- bis zweimal täglich angewendet werden. Wenn die Beschwerden weg sind, muss man mindestens zwei Wochen weiterbehandeln", sagt Overwiening. Sonst breitet sich der Pilz wieder aus. "Terbinafin verweilt länger in der Haut. Man muss es einmal am Tag über zwei Wochen anwenden, dann reicht die Konzentration in der Haut." Es gibt auch Mittel, die nur ein einziges Mal angewendet werden müssen. Damit diese wirken, darf der Fuß aber über 24 Stunden nicht feucht werden.

Was kann man unterstützend tun?

Man sollte zum Beispiel darauf achten, die Zehenzwischenräume möglichst trocken zu halten. Man sollte sie aber nicht mit dem Handtuch trocken rubbeln, dabei kann die Haut zusätzlich verletzt werden, was den Pilz begünstigt. "Besser ist trockenföhnen", sagt Overwiening. Strümpfe, Handtücher und Co. waschen Betroffene am besten bei mindestens 60 Grad, rät sie. Idealerweise desinfiziert man seine Schuhe - dafür gibt es spezielle Sprays, oder man verwendet normales Desinfektionsmittel. Dann sollte man darauf achten, dass dieses auch gegen Pilze wirkt - also fungizid ist.

Wann sollte man sich in Behandlung begeben?

Unbehandelt kann Fußpilz sich ausbreiten und die Nägel befallen, warnt Biedermann. Im schlimmsten Fall können über die Risse Bakterien in die Haut eindringen und zu einer Wundrose führen. "Wenn der Fuß schmerzt, eine Rötung und Schwellung aufweist, einem übel ist und man Schüttelfrost bekommt, ist es höchste Zeit zum Arzt zu gehen", beschreibt Klein die Symptome. Denn eine Wundrose kann wiederum zu einer Blutvergiftung führen. So weit lässt man es aber besser gar nicht erst kommen: Wenn die Behandlung in Eigenregie nach zwei Wochen nicht angeschlagen hat, sollte man zum Arzt gehen. Denn dann kann es sein, dass hinter den Beschwerden kein Pilz, sondern zum Beispiel eine Kontaktallergie oder eine entzündliche Hauterkrankung steckt.

Wie kann man sich schützen?

Am besten trägt man in der Gemeinschaftsdusche oder im Schwimmbad Badelatschen. Dort sollte man die Schuhe erst am Beckenrand ausziehen, um sich vor Fußpilz zu schützen, rät Klein. "Im Wasser bekommt man es nicht." Wer schon öfter Fußpilz hatte und anfällig ist, cremt am besten ein- bis zweimal in der Woche seine Füße vorbeugend mit einem Antimykotikum ein. Im Hotel trägt man am besten Hausschuhe - Socken schützen nur bedingt. Grundsätzlich trägt laut Overwiening auch eine gesunde Lebensweise zum Schutz vor Fußpilz bei - denn diese fördert die Abwehrkräfte.

dpa

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