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Landeskriminalämter warnen vor Legal Highs

Gesundheit Landeskriminalämter warnen vor Legal Highs

Die von Designer-Drogen ausgehende Gefahr wird oft unterschätzt. Sie heißen Legal Highs, weil sie nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Die Rauschmittel, getarnt als Kräutermischungen oder Badesalz, können aber zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen.

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«Russisches Roulette»: Konsumenten von Legal Highs wissen nicht, welche Wirkstoffe in welcher Konzentration enthalten sind.

Quelle: Christoph Schmidt

Wiesbaden. Die Ware wird in bunten Tütchen als vermeintlich harmlose Kräutermischung im Internet angeboten, sie enthalten jedoch hochwirksames Rauschgift, das sogar zum Tod führen kann.

Die Landeskriminalämter von Hessen und Rheinland-Pfalz warnen deshalb vor dem Konsum sogenannter Legal Highs, synthetisch hergestellter Designer-Drogen. Das Hessische Landeskriminalamt in Wiesbaden spricht von einem "Phänomen, das man im Auge behalten muss" und einer "gefährlichen Entwicklung".

"Diese Mittel zu nehmen, ist wie russisches Roulette", warnt der Geschäftsführer der

Hessischen Landesstelle für Suchtfragen, Wolfgang Schmidt-Rosengarten, in Frankfurt. "Das Fatale ist: Die Konsumenten wissen nicht, welche Wirkstoffe in welcher Konzentration enthalten sind."

Die Fallzahlen sind zwar übersichtlich, die Folgen aber dramatisch: 2014 starb im nordhessischen Borken ein 23-Jähriger nach der Einnahme solcher

Kräutermischungen, die etwa synthetische Cannabinoide enthalten. Sie wirken ähnlich wie THC, der Effekt ist aber wesentlich heftiger als bei natürlichen Hanfprodukten. Es kann nach Polizeiangaben zu lebensgefährlichen Vergiftungen kommen.

Einen Todesfall gab es auch erst vor wenigen Wochen in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz). Ende September starb dort eine 35-Jährige nach dem Konsum einer Kräutermischung. Mitte August stürzte in Daun in der Eifel ein 27-Jähriger aus dem Dachfenster eines Wohnhauses. Anfang September brach ein Mann (34) in Braunschweig (Niedersachsen) tot zusammen.

Dem Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden sind Fälle in ganz Deutschland bekannt. BKA-Präsident Holger Münch erklärte, dass sich Legal Highs mehr und mehr in der Rauschgiftszene etablierten.

In Hessen gab es 2014 laut LKA 26 polizeilich registrierte Fälle. Das LKA Rheinland-Pfalz schlug Mitte Oktober Alarm und sprach eine eindringliche Warnung aus. Im laufenden Jahr seien bereits rund 70 Fälle bekannt, bei denen Konsumenten von Ärzten oder Notärzten behandelt werden mussten. Zittern, Herzrasen, Kreislaufzusammenbruch, Orientierungs- und Bewusstlosigkeit sowie Herzstillstand können die Folgen des Konsums sein.

Der Stoff wird meist geraucht, kann aber auch geschluckt oder geschnieft werden. Legal Highs werden sie genannt, weil die Mittel nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Was genau in den Mitteln enthalten ist, können Konsumenten nicht abschätzen. Deklariert sind die Inhaltsstoffe nicht.

Angeboten werden die Designer-Drogen - nicht schwer zu finden - im Internet. Sie tragen Namen wie "Jamaican Gold Extreme". Auf dem Tütchen sind feiernde, tanzende Figuren abgebildet. Versprochen wird eine "potente, aromatische Mischung": "Sie verbreitet ein angenehmes und erfrischendes Gefühl."

Im Drogen- und Suchtbericht 2015 der Drogenbeauftragten der Bundesregierung,

Marlene Mortler (CSU), sowie im Bericht zu Drogentoten fanden die Rauschmittel bereits besondere Erwähnung. 25 von mehr als 1000 Drogentoten gingen 2014 auf das Konto der Neuen psychoaktiven Substanzen (NPS), wie Legal Highs klassifiziert werden. Mortler will mit einem Gesetz gegen die Rauschmittel vorgehen.

dpa

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