Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Wie bleibe ich gesund, wie werden ich gesund? Der LVZ-Ratgeber Gesundheit hilft weiter.
Google+ Instagram YouTube
Mit Cannabis gegen Krebs: Hype oder Hoffnung?

Gesundheit Mit Cannabis gegen Krebs: Hype oder Hoffnung?

Das Internet ist voll von Geschichten über Cannabis als Krebsmittel. Doch wissenschaftliche Belege fehlen, Studien gibt es kaum. Das hält manche Mediziner vom Einsatz der Pflanze ab, viele Patienten nicht.

Voriger Artikel
Bei Schwangerschaftsdiabetes erstmal den Alltag anpassen
Nächster Artikel
Anspruchsvoller Job und Sport: Demenz rechtzeitig vorbeugen

Ob Cannabis auch eine krebsheilende Wirkung hat, bezweifeln viele Mediziner. Wissenschaftliche Belege gibt es dafür nicht.

Quelle: Swen Pförtner

Berlin. Krebs ist eine tückische Krankheit: Sie lässt Menschen bangen, verzweifeln, aber auch hoffen. Hoffen auf die Wirkung von Chemotherapien, Bestrahlungen - und manchmal auch auf medizinisches Cannabis.

Wer im Internet Informationen zu der Pflanze sucht, findet vor allem eines: Versprechen. Das Größte davon: Cannabis könne Krebs heilen. Das behauptet der Kanadier Rick Simpson.

In unzähligen Videos, Büchern und in den sozialen Netzwerken predigt der Rentner von der heilenden Wirkung eines durch Cannabis gewonnenen Öls. Ihn selbst habe es von Hautkrebs befreit, lässt Simpson die Welt wissen. Seine Geschichte spricht sich herum. Todkranke Menschen rund um den Globus behandeln sich in Eigenregie mit dem Hanf-Öl. Deutsche Mediziner sehen das kritisch.

"Rick Simpson ist kein Arzt, was er macht ist fahrlässig", sagt Mediziner

Franjo Grotenhermen im nordrhein-westfälischen Rüthen. Der Arzt ist Vorsitzender einer internationalen

Arbeitsgemeinschaft für Cannabis als Medizin und setzt sich seit Jahren für die Anwendung der Pflanze in der medizinischen Therapie ein. Grotenhermen ist sich sicher: "Cannabis ist kein Wundermittel, es ist eine Möglichkeit."

In Deutschland wird Cannabis künftig zur medizinischen Verwendung

staatlich angebaut. Dazu steht eine Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vor dem Start. Der Weg für Cannabis als Medizin auf Kosten der Krankenkassen wird durch ein neues Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) frei.

Allerdings geht es dabei erst einmal nicht um die direkte Behandlung von Krebs. Eine exakte Definition der Krankheitsbilder gibt es im Gesetz aber auch nicht. Bisher haben rund 1000 Patienten etwa mit schweren Schmerzen eine Ausnahmegenehmigung für Cannabis.

Zuverlässige wissenschaftliche Belege für die von Rick Simpson angepriesene krebsheilende Wirkung der Pflanze gebe es nicht, sagt Mediziner Grotenhermen. "Es gibt Hinweise, dass einige Wirkstoffe von Cannabis wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) krebshemmend sind, sie können das Ergebnis von Standardtherapien verbessern - bei Mäusen und Ratten." Dass es beim Menschen auch so sei, könne man nur hoffen.

Denn das tatsächliche Wissen über die Wirkung der sogenannten Cannabinoide bei Tumorerkrankungen beschränkt sich bisher fast nur auf Zellstudien und Tierversuche.

Vor zwei Jahren bekam eine Untersuchung des deutschen Pharmakologen Burkhard Hinz viel Aufmerksamkeit. Der Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Rostock brachte mit Hilfe von Cannabinoiden Krebszellen im Laborversuch zum "platzen". Das feuerte die Diskussion um die Heilkraft der Pflanze weiter an.

Der Pharmakologe selbst bleibt aber vorsichtig: "In der Vergangenheit haben viele neue Antikrebsstrategien, die in präklinischen Untersuchungen hoffnungsvoll erschienen, den Sprung in die Klinik nicht geschafft, weil sie beim Menschen nicht die vermutete Wirkstärke zeigten", erklärt Hinz.

In der Pflanze sieht der Wissenschaftler perspektivisch einen interessanten Kandidaten für die Behandlung von Krebs - eventuell. Denn wie genau Cannabinoide im komplexen menschlichen Organismus wirken, bleibe weiter offen.

Angesichts der überschaubaren Datenlange könne man die weitere Entwicklung nur schwer prognostizieren. "Fakt ist, dass Cannabinoide im Labor nicht nur einen, sondern mehrere Angriffspunkte innerhalb der Entwicklung und Ausbreitung von Tumoren haben", sagt Hinz. Für den Pharmakologen bleibt die Erforschung der Substanzen weiter wichtig.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
Veranstaltungen
Veranstaltung in der LVZ-Kuppel. Foto: André Kempner

Lachen bis der Arzt kommt – LVZ-Sondervorstellung

Kabarett-Theater in der Leipziger Funzel
27. März 2017
Beginn: 19.30 Uhr
Eintritt: 12,90 Euro/ 9,90 Euro für LVZ-Abonennten
Alle Infos zum Kabarett-Abend hier!

Ein Leben ohne Brille

Infoabend des Smile Eyes Augen+Laserzentrums Leipzig
in der LVZ-Kuppel am Peterssteinweg
28. März 2017
Beginn: 18.30 Uhr
Eintritt frei! Um Anmeldung über die kostenlose Hotline 0800 2181-080 wird gebeten
Mehr Infos finden Sie hier!

Vortrag und Talk mit Nina Ruge

Die beliebte Moderatorin zeigt in der LVZ-Kuppel am Peterssteinweg Wege zu mehr Achtsamkeit auf.
30. März 2017
Beginn: 19 Uhr
Eintritt frei! Um Anmeldung über die kostenlose Hotline 0800 2181-080 wird gebeten.
Mehr Infos zur Veranstaltung hier!

 Yoga für jedermann

Halt finden, dem Körper etwas Gutes tun, zur Ruhe kommen: Yoga macht’s möglich. Mit den Lehr- Videos von „YogaEasy“ können selbst Anfänger schnell erste Erfolge verbuchen. Probieren Sie es aus. Hier trainieren Sie mit nur wenigen Klicks mit. mehr

 Fit & gesund – das Quiz

Wie gut kennen Sie sich mit Gesundheit aus? Klicken Sie sich durch unser Quiz! Unter allen Teilnehmern verlosen wir eine Reise nach Italien und zwei iPad mini. mehr