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Nicht nur die Pille - Verhüten ohne Hormone

Gesundheit Nicht nur die Pille - Verhüten ohne Hormone

Vor allem junge Frauen vertrauen auf die Pille. Manche vertragen sie aber nicht oder wollen ihren Zyklus nicht von künstlichen Hormonen kontrollieren lassen. Welche Alternativen gibt es, und wie sicher sind diese Methoden?

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Gerade junge Frauen verhüten oft mit der Pille. Wer nicht regelmäßig dran denkt oder zu Thrombosen neigt, sollte besser umsteigen.

Quelle: Jörg Lange

Hamburg. Das ideale Verhütungsmittel ist absolut zuverlässig, unkompliziert in der Anwendung, hat keine Nebenwirkungen und stört nicht beim Sex. Leider gibt es so ein Verhütungsmittel nicht. Alle Methoden, die eine Schwangerschaft verhindern sollen, haben ihre Vor- und Nachteile.

"Die Entscheidung, auf welche Weise man verhütet, ist ganz individuell", sagt Frauenärztin Helga Seyler, die im Familienplanungszentrum Hamburg seit Jahren Beratungen zum Thema Verhütung und Schwangerschaft anbietet.

Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2011 verhüten 53 Prozent mit der Pille. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen waren es sogar 72 Prozent.

Die Pille gilt laut

BZgA als sehr sicher. Außerdem reguliert sie den Zyklus und mindert starke Monatsblutungen. Allerdings ist sie nicht für jede Frau geeignet: "Die Pille ist grundsätzlich nicht empfehlenswert für Mädchen und Frauen, die sich nicht zuverlässig an die tägliche Einnahme halten, und bei denen gesundheitliche Risiken wie eine Neigung zu Thrombosen bestehen", sagt Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. Wer eine bestimmte Pille nicht verträgt, könne versuchen, auf ein anderes Hormonpräparat umzusteigen, sagt Albring. Denn "die" Pille gebe es nicht. Es werden sehr unterschiedlich zusammengesetzte Varianten angeboten.

Für Frauen, die nicht hormonell verhüten wollen, bieten sich verschiedene andere Möglichkeiten an. Alternative Nummer eins ist das Kondom. Es wird laut BZgA-Studie von mehr als einem Drittel der Befragten verwendet. Kondome haben den Vorteil, dass sie als einziges Verhütungsmittel auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Richtig angewendet und passend, gelten Kondome laut BZgA als sicher.

Andere "Barrieremethoden" wie das Diaphragma oder die Portiokappe, die vor dem Geschlechtsverkehr auf den Muttermund aufgesetzt und einige Zeit danach wieder entfernt werden, spielen zwar zahlenmäßig bei der Verhütung keine große Rolle, können aber für manche Frauen interessant sein. Wer auf diese Weise verhüten möchte, muss sich die entsprechende Kappe in einer Arztpraxis oder einer Beratungsstelle individuell anpassen lassen. "Wenn die Kappe richtig angepasst ist und richtig angewendet wird, ist sie ein zuverlässiges Verhütungsmittel", erklärt Seyler. Der sichere Umgang mit den Kappen erfordert Übung und Erfahrung und ist vielen Frauen zu umständlich.

Bei der Kupferspirale oder Kupferkette handelt es sich um kleine Stäbchen beziehungsweise Röhrchen, die in die Gebärmutter eingesetzt werden und dort bis zu fünf Jahre bleiben können. Neuere Studien deuteten darauf hin, dass die Kupferspirale sogar sicherer verhütet als die Pille, sagt Seyler. Albring hält beide Methoden für gleich sicher: "Im Gegensatz zur Pille kann man die Spirale nicht vergessen, sie kann aber verrutschen." Auch bei der Kupferspirale gibt es Risiken und Nebenwirkungen. Die Monatsblutung wird häufig stärker, und es kann zu allergischen Reaktionen kommen. Aufgrund ihrer Größe wird die Spirale vor allem Frauen empfohlen, die bereits geboren haben.

Paare, die bei der Verhütung ganz auf hormonelle oder stoffliche Mittel verzichten möchten, können auf die "symptothermale Methode" zurückgreifen: Dabei misst die Frau täglich ihre Körpertemperatur und beobachtet gleichzeitig Veränderungen ihrer Scheidenflüssigkeit, um so ihre fruchtbaren Tage zu ermitteln. An den fruchtbaren Tagen müssen die Paare dann enthaltsam sein oder Kondome verwenden. Natürliche Verhütungsmethoden sind laut BZgA relativ sicher.

dpa

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