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Professionelle Zahnreinigung: Kein Ersatz für Zähneputzen

Gesundheit Professionelle Zahnreinigung: Kein Ersatz für Zähneputzen

Erst ordentlich putzen, dann polieren und lackieren: Hin und wieder sollte man seine Zähne von einem Profi reinigen lassen, empfehlen Zahnärzte. Das tägliche Zähneputzen ersetzt das aber nicht.

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Nach der professionellen Zahnreinigung kontolliert der Zahnarzt Dr. Jürgen Kollmann in der Praxis für Ästhetische Zahnheilkunde das Ergebnis.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Berlin. Zahnfleischbluten, Mundgeruch, in jungen Jahren häufig Karies, später eher Parodontitis (Zahnbettentzündung) bis hin zu Zahnausfall: Neben einer guten und regelmäßigen Zahnpflege kann man dem mit professioneller Zahnreinigung gegensteuern. Zahlen muss man die in der Regel selbst.

Bei manchen Menschen scheint es mit der Zahnpflege nicht so richtig zu klappen. Macht man etwas falsch? "Das lässt sich nur individuell klären", sagt Claus Gasteyer von der Praxis für Ästhetische Zahnheilkunde in Frankfurt. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum bei vielen die tägliche Mundhygiene nicht ausreicht: Gasteyer zählt ungünstige Zahnstellung oder -form, falsche Putztechnik, unpassende Bürsten und häufigen Konsum von Süßem oder Saurem als Klassiker für hartnäckige Zahnbeläge auf. Dann kann eine

professionelle Zahnreinigung helfen.

Wie läuft die professionelle Zahnreinigung ab?

Zunächst wird der Zustand von Zähnen und Zahnfleisch analysiert, denn danach richtet sich auch die Behandlung. Dann entfernen Prophylaxehelfer sichtbaren Zahnbelag etwa mit Bürstchen, Schleifpapierstreifen und Zahnseide, Zahnstein mit hakenartigen Instrumenten. Ein Wasser-Pulverstrahlgerät beseitigt dunkle Verfärbungen und zerstört Reste des Biofilms.

Dann werden die Zahnoberflächen mit rotierenden Bürstchen und Kelchen sowie einer fluoridreichen Paste poliert. Das soll verhindern, dass sich die Bakterien schnell wieder anhaften können. Fluoridhaltiges Lack oder Gel bildet einen weiteren Schutzschild. Auch die eigene Putztechnik steht auf dem Prüfstand: die passende Zahnbürste, den korrekten Gebrauch der Zahnseide und die Bakterienreduktion durch Zungenreinigung sowie die Rolle der Ernährung.

Für wen empfiehlt sich die professionelle Zahnreinigung?

Ohne die tägliche Mundpflege und die Kontrolluntersuchungen hilft die Profipflege gegen Karies, Parodontitis und Co. langfristig nicht. "Die professionelle Zahnreinigung ist kein Freibrief, es mit der Mundhygiene nicht so genau zu nehmen", warnt Gasteyer.

Und Gregor Bornes, Zahnexperte der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) in Köln, betont: "Die wichtigste Aufgabe der professionellen Zahnreinigung ist die Beratung, wie die Patienten die eigene tägliche Mundhygiene verbessern können". Auch wer raucht oder viel Tee, Kaffee und Rotwein trinkt, bezahlt das meist mit dunklen Verfärbungen an schwer zugänglichen Stellen. Rauchen ist aber einer der Hauptrisikofaktoren für Parodontitis. "Unglücklicherweise maskiert Rauchen Zahnfleischbluten - eines der wenigen Symptome einer Parodontitis. Hierdurch kann das Zahnfleisch bei Rauchern gesünder erscheinen, als es tatsächlich ist", erklärt Zahnmediziner Prof. Thomas Dietrich von der Universität Birmingham.

Was kostet die professionelle Zahnreinigung?

Die Behandlung steht nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Einmal im Jahr zahlen die Kassen das Entfernen von Zahnstein, nicht aber das der weichen Beläge. Wenige Kassen übernehmen die gesamten Kosten oder gewähren einen Zuschuss. Die Kosten richten sich häufig nach der Dauer der Behandlung. Die

Stiftung Warentest ermittelte im Juli 2015 als Durchschnittskosten für 45 Minuten etwa 73 Euro für Kassenpatienten pro Sitzung und 112 Euro für Privatpatienten.

dpa

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