Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Studie: Schlafstörungen erhöhen Schlaganfall-Risiko

Gesundheit Studie: Schlafstörungen erhöhen Schlaganfall-Risiko

Schlafstörungen und Schlaganfälle bilden oft ein Gespann. Forscher sehen deshalb die Notwendigkeit, Schlafstörungen besser auf den Grund zu gehen - und sie geben Hinweise für besseren Schlaf.

Voriger Artikel
DAK-Analyse: Höchster Krankenstand seit 20 Jahren
Nächster Artikel
Anzeichen für Essstörungen: Verdacht einfühlsam ansprechen

Wer regelmäßig unruhig schläft und damit an Schlafstörungen leidet, hat ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Das belegt eine Studie.

Quelle: Malte Christians

Essen. Neurologen haben wachsende Hinweise auf einen

 

Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Schlaganfall. "Wir wissen

 

seit ein paar Jahren, dass Schlafstörungen ein Risikofaktor für

 

Schlaganfälle sind", sagt der Neurologe Prof. Dirk Hermann von der

 

Universitätsklinik Essen.

Zusammen mit einem Schweizer Kollegen hat

 

Hermann nun eine Übersichtsstudie im Fachjournal "Neurology"

 

(Onlineausgabe) veröffentlicht. Diese zeigt deutlich, dass

 

Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit, zu viel Schlaf und Atemaussetzer

 

das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Auch die Erholung nach Schlaganfällen werde behindert.

"Obwohl Schlafstörungen nach einem Schlaganfall häufig vorkommen,

 

werden nur sehr wenige Schlaganfall-Patienten auf diese getestet",

 

sagte Hermann. "Die Ergebnisse unserer Übersichtsstudie zeigen, dass

 

sich dies ändern sollte." So könne bei Schlafstörungen eher ein

 

weiterer Schlaganfall folgen. Nach Schlaganfällen brauche das Gehirn

 

zudem ausreichend Schlaf, um Nervenzellkontakte neu auszubilden. Die

 

Neurologen fordern vor allem, Schlafstörungen zu ergründen und zu

 

behandeln. Das werde bisher zu wenig gemacht.

Um Schlafaussetzer zu vermeiden, raten die Forscher zu speziellen

 

Atemmasken, die einen Kollaps der Atemwege verhindern. Dadurch würden

 

Atemaussetzer vermieden. Medikamentös könnten bei Schlafstörungen

 

niedrigdosierte Antidepressiva helfen. Hier seien aber Fachärzte

 

gefragt. Zu viele Tabletten seien insgesamt schädlich. Eine

 

unkontrollierte Einnahme von Schlafmitteln könne abhängig machen,

 

warnt Hermann.

Nützlich für gesunden Schlaf sind auch der Verzicht am Abend auf

 

Koffein, Alkohol, schweres Essen und exzessiven Sport. Schlafprobleme

 

in der Nacht sollten auch nicht durch einen Mittagsschlaf ausglichen

 

werden. Lesen sollte im Bett auch nur, wer leicht einschläft.

Schlafprobleme sind weit verbreitet. Bei Patienten nach Schlaganfall

 

kommen sie besonders häufig vor. Der Leiter des Schlafzentrums in der

 

Hephata-Klinik in Schwalmstadt-Treysa, Prof. Geert Mayer, schreibt

 

im Fachblatt "Der Nervenarzt" (6/2016), dass schlafbezogene

 

Atmungsstörtungen häufig unerkannt Schlaganfällen vorausgehen. "Sie

 

können einer von mehreren Risikofaktoren für den Schlaganfall

 

sein oder erst während des akuten Schlaganfalls auftreten."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles