Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 7 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeit untersuchen

Gesundheit Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeit untersuchen

Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, steht schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit im Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt – von Selbsttests aus dem Internet sollte man die Finger lassen.

Voriger Artikel
Blutdruck steigt bei Lärm und schlechter Luft
Nächster Artikel
Frühaufsteher können nach Zeitumstellung Probleme bekommen

Blähungen, Durchfall, Bauchschmerzen: Wenn nach dem Essen regelmäßig Probleme auftauchen, ist schnell eine Nahrungsmittelunverträglichkeit unter Verdacht. Gewissheit verschaffen Tests beim Facharzt.

Quelle: Monique Wüstenhagen

Bremen. Wer gesund ist und keine Beschwerden hat, muss auch nicht auf teurere laktose- oder glutenfreie Produkte zurückgreifen. Bei wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden sollte man zunächst einmal einen Arzt kontaktieren - dahinter kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit stecken.

Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. "Er kennt die Lebens- und Krankheitsgeschichte eines Patienten über einen längeren Zeitraum", sagt Hans-Michael Mühlenfeld, Allgemeinmediziner und Vorsitzender des Hausärzteverbands Bremen. So könne er alternative Ursachen für die Beschwerden ausschließen oder berücksichtigen.

 

Wer kann testen?

Internisten oder Gastroenterologen führen die Tests durch. Wer einen Termin vereinbart, sollte sich schon vorab nach den Möglichkeiten in der Praxis erkundigen, rät Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). "Von Selbsttest aus dem Internet rate ich generell ab", warnt Mühlenfeld. "Ebenso sinnlos ist es, testweise einen Liter Milch auf leeren Magen zu trinken. Auch eine Person ohne Laktoseintoleranz bekommt davon Durchfall", meint Ökotrophologin Lämmel. Ein Überblick über die Tests:

LAKTOSE UND FRUKTOSE: "Auf Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit wird standardmäßig mit dem H2-Atemtest geprüft", erklärt Lämmel. Bei diesem auch Wasserstoff-Atemtest genannten Verfahren müssen Patienten eine Lösung mit Laktose beziehungsweise Fruktose trinken. Anschließend pusten sie in bestimmten Zeitabständen in ein Messgerät, das den Wasserstoffgehalt im Atem misst. Wird die Laktose oder Fruktose nicht richtig verstoffwechselt, produzieren Bakterien im Darm unter anderem Wasserstoff - und der Anteil im Atem steigt an.

ZÖLIAKIE: Zur Diagnose bestimmen Ärzte spezifische Antikörper im Blut und entnehmen Gewebeproben aus dem Dünndarm. Patienten sollten vor einem Test nicht selbstständig auf glutenhaltige Produkte verzichten, sagt Prof. Martin Raithel, Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Waldkrankenhaus St. Marien in Erlangen. Das könne das Ergebnis verfälschen.

HISTAMIN: Bisher existiert kein standardisierter Labortest auf Histaminunverträglichkeit. Ein Bluttest sei allein nicht zuverlässig, sagt Raithel. Er hält die Histaminunverträglichkeit zudem für überbewertet: "Oft steckt hinter der Histaminabbaustörung eine andere Erkrankung. Die Intoleranz ist lediglich ein Symptom." Mit einer histaminhaltigen Trinklösung und anschließender Beobachtung sowie Blut- oder Urintests wird sie diagnostiziert.

Nahrungsmittelunverträglichkeit - was nun?

Nach positivem Testergebnis ist eine Beratung durch Fachärzte oder zertifizierte Ernährungstherapeuten essenziell. Was in welchen Mengen erlaubt ist, sollte unbedingt mit einem Experten geklärt werden, um eine ausgewogene Nährstoffversorgung zu sichern.

Und bei negativem Testergebnis?

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass Tests auch falsche Ergebnisse liefern können. "Daher appelliere ich an meine Patienten, ein Gefühl für sich selbst zu entwickeln und zu beobachten, was sie nicht vertragen", sagt Mühlenfeld. Wer trotzdem keine Besserung erreicht, kann einen Besuch beim Ernährungstherapeuten in Erwägung ziehen. Wichtig sei, dass man einen zertifizierten Ernährungstherapeuten und keine Ernährungsberatung aufsucht, sagt Lämmel. Eine gute Vorbereitung ist ein Ernährungssymptomtagebuch. Dazu werden täglich alle verzehrten Lebensmittel und gegebenenfalls Beschwerden notiert.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr