Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 2 ° Regen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
WHO: Zika-Virus wohl gefährlicher als gedacht

Gesundheit WHO: Zika-Virus wohl gefährlicher als gedacht

Fünf Wochen nach Ausrufung eines globalen Gesundheitsnotstands wegen des Zika-Virus zieht die WHO eine erste Bilanz. Sie fällt alles andere als beruhigend aus. Schwangere warnt die Organisation davor, in betroffene Gebiete zu reisen.

Voriger Artikel
Den Schmerz wegdenken – Wie Biofeedback wirkt
Nächster Artikel
Lassa-Experte: "Übertragung durch die Luft unwahrscheinlich"

Zika bedroht Kinder im Mutterleib. Nach neuesten Erkenntnissen der WHO kann der Virus neben Schädelfehlbildungen auch zu neurologischen Störungen führen.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Genf. Das Zika-Virus ist nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefährlicher als bisher angenommen. "Die geografische Verbreitung ist weiter, die Risikogruppe größer und zu den Übertragungswegen gehört neben Mückenstichen auch Geschlechtsverkehr", sagte WHO-Direktorin Margaret Chan.

Im Zentrum der Sorge stünden weiterhin Schwangere. Die

WHO riet ihnen ab, betroffene Gebiete zu bereisen. Neue Forschungen zeigten, dass der Erreger möglicherweise nicht nur als Ursache für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen (Mikrozephalie) gelten müsse, sondern auch eine Rolle bei anderen neurologischen Störungen spiele. "Mikrozephalie ist nur eine von verschiedenen möglichen Anomalien", sagte Chan weiter.

Der Erreger könne das Gehirn von Ungeborenen angreifen. Nach Fehl- und Totgeburten sowie Abtreibungen sei das Virus im Blut, Hirngewebe und Hirnwasser nachgewiesen worden, sagte Chan. Zu den Folgen einer Infektion zählten Tod des Fötus, eine Verschlechterung der Plazenta (Mutterkuchen), Wachstumsstörungen des Fötus und Schädigungen des zentralen Nervensystems.

Die WHO hatte wegen der Ausbreitung des Zika-Virus vor allem in Brasilien vor fünf Wochen den globalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Zika ist bisher weltweit in mehr als 50 Ländern nachgewiesen worden. Seit 2015 hat sich der Erreger rasant in Lateinamerika ausgebreitet. Er wird vor allem von bestimmten Stechmücken übertragen. Viele Infizierte erkranken nicht oder bekommen nur grippeähnliche Symptome.

Auch ohne letzten wissenschaftlichen Beweis zu Zika als Ursache für Schädelfehlbildungen gelte es zu handeln, sagte Chan. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich Zika ähnlich ausbreite wie das Dengue-Fieber. An den grippeähnlichen Symptomen von Dengue erkranken jährlich schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Menschen.

Es liege in der Verantwortung eines jeden Staates, betroffene Gebiete genau zu bezeichnen, sagte der Vorsitzende des Notfall-Komitees, David Heymann. "Und es liegt in der Verantwortung der Frauen zu entscheiden, ob sie reisen wollen oder nicht." Die WHO sprach keine generelle Reisewarnung aus, empfahl aber Schwangeren, nicht in Zika- Gebiete zu reisen. Werdende Mütter, deren Sexualpartner in betroffenen Gegenden lebten, sollten während der Schwangerschaft nur geschützten Geschlechtsverkehr haben.

Die Expertenkommission empfahl, gegen die Ausbreitung der krankheitsübertragenden Moskitos "mit besonderer Dringlichkeit" zu kämpfen. Allerdings stünden von den benötigten 65 Millionen Dollar (59 Millionen Euro) erst 3 Millionen Dollar zur Verfügung.

Zika ist als Erreger seit fast 70 Jahren bekannt. Erstmals war er im Zika-Wald in Uganda bei einem Affen entdeckt worden. Solche gravierenden Folgen der Krankheit waren aber bisher unbekannt. Allein in Brasilien werden 4222 Verdachtsfälle von Schädelfehlbildungen untersucht. In 82 von 641 eindeutigen Mikrozephalie-Fällen war bei den Müttern eine Ansteckung mit Zika nachgewiesen worden.

Das Zika-Virus soll auch das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) auslösen können, das lebensbedrohliche Lähmungen verursachen kann. So analysierte ein Team vom Pariser Institut Pasteur Blutproben von Patienten aus Französisch-Polynesien, die vor etwa zwei Jahren während einer Zika-Epidemie die Autoimmun-Erkrankung entwickelt hatten. Bei allen fanden die Forscher Hinweise auf eine vorherige Zika-Infektion. Die von der aktuellen Zika-Epidemie betroffenen Länder sollten sich auf eine Welle von GBS-Patienten in den kommenden Monaten einstellen, mahnten die Forscher im Fachblatt "The Lancet". Seit 2015 haben nach Angaben der WHO acht Länder eine Zunahme von GBS-Erkrankungen oder Zika-Infektionen bei GBS-Patienten gemeldet.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Titanic-Panorama im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr