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Auf der Jagd nach den Allergenen

Dr. Andreas Boehm leistet oft Detektivarbeit Auf der Jagd nach den Allergenen

Frühling: Die Augen tränen, die Nase läuft – das wird wohl eine Pollenallergie beziehungsweise allergische Rhinitis sein, umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt. Die Selbst-Diagnose anhand typischer Symptome ist schnell gemacht. Aber für den Arzt gleicht die Suche nach dem genauen Allergen, das für die Überreaktion des Körpers verantwortlich ist, oft einer echten Detektivarbeit.

Eine gute Anamnese und verschiedene Tests bringen die Mediziner auf die Spur des Allergieauslösers. Deswegen ist für Chefarzt Dr. Andreas Boehm das ausführliche Arzt-Patienten-Gespräch besonders wichtig.
 

Quelle: Klinikum St. Georg

Leipzig. .  Frühling: Die Augen tränen, die Nase läuft – das wird wohl eine Pollenallergie beziehungsweise allergische Rhinitis sein, umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt. Die Selbst-Diagnose anhand typischer Symptome ist schnell gemacht. Aber für den Arzt gleicht die Suche nach dem genauen Allergen, das für die Überreaktion des Körpers verantwortlich ist, oft einer echten Detektivarbeit. „Wir gehen quasi auf die Jagd nach den Allergenen“, erklärt Dr. Andreas Boehm, Chefarzt der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Klinikum St. Georg in Leipzig. Er und seine Kollegen würden die Suche nach dem Allergieauslöser intern auch als „Scotland-Yard-Modus“ bezeichnen.

Kommt zum Beispiel ein Patient in die Allergiesprechstunde, beginnen sie mit einer ausführlichen Anamnese. Dafür sind genaue Angaben des Patienten wichtig – zum Beispiel an welchen Tagen die Symptome stärker und schwächer sind. Ein Pricktest, eine Untersuchung des Blutes sowie spezielle Tests können weitere Hinweise auf das Allergen sein. Mit der molekularen Allergiediagnostik als ergänzender Methode ist eine differenziertere Bestimmung möglich, denn damit wird das Allergen weiter auseinandergenommen. Im mitteleuropä-
ischen Raum gehören Birke, Hasel und Erle zu den Hauptallergenen – auch wenn das Beispiel Ambrosia gezeigt hat, dass auch eingeschleppte Pflanzen nach einiger Zeit starke Allergieauslöser sein können.

„Es ist natürlich einfach für die Behandlung, wenn das Ergebnis dieser Tests eindeutig ist. Das klappt leider bei den wenigsten Patienten. Denn die meisten reagieren auf mehrere Sachen allergisch“, sagt Dr. Boehm. Das Ziel ist trotzdem eine Diagnose, die so eindeutig wie möglich ist. Oft geht es dann zum Beispiel darum, die drei relevantesten Allergene zu finden. Denn diese sind nicht nur wichtig für die Behandlung der Symptome mit Nasenspray, Augentropfen und Tabletten – sondern auch für die Therapie.

Die spezifische Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung oder Allergieimpfung genannt, ist noch immer die einzige erfolgversprechende Behandlung der Ursache von Allergien, auch wenn sie zwischen drei und fünf Jahren dauert und nicht bei allen Betroffenen gleich gut anschlägt. Klassischerweise wird die geringe Dosis des Allergieauslösers dem Patienten beim Arzt unter die Haut gespritzt, also subkutan verabreicht. Laut Chefarzt Dr. Boehm bietet die Immuntherapie aus der Onkologie theoretisch interessante Ansatzpunkte, hat aber bei der praktischen Umsetzung erhebliche Probleme.

Bleibt also die Hyposensibilisierung: Diese Methode wird relativ unverändert seit vielen Jahren angewandt, doch die Medikamente und die Therapieschemata haben sich immer weiterentwickelt. Inzwischen können Patienten die Hyposensibilisierung heute auch selbst Zuhause mit Tabletten oder Tropfen durchführen, als sublinguale Immuntherapie. Zwar sind dafür deutlich weniger Arztbesuche notwendig, jedoch haben Untersuchungen gezeigt, dass die sublinguale Variante eine niedrigere „Therapietreue“ bei den Patienten hat, in der Fachsprache „Compliance“ genannt. Sprich: Patienten, die zum Spritzen zum Arzt gehen müssen, verfolgen ihre Behandlung regelmäßiger und besser als solche, die sich das Medikament selbst verabreichen. Hinzu kommt: Im Alter zwischen 18 und 30 Jahren treten Pollenallergien am häufigsten auf. Diese Altersgruppe ist laut Chefarzt Dr. Boehm jedoch in der Regel nicht daran gewöhnt, regelmäßig Medikamente zu nehmen und an die pünktliche Einnahme zu denken. Aber er betont: „Ich setze auf den mündigen Patienten.“

Ziel sei es, dem sogenannten Etagenwechsel vorzubeugen. „Klassische Heuschnupfen-Patienten vollziehen häufig nach 10 bis 15 Jahren den Etagenwechsel, das heißt, sie bekommen zu­sätzlich allergisches Asthma“, erläutert der Allergie-Experte. Um das zu verhindern, setzten die Ärzte auf ihre Detektivarbeit, die intensive Diagnostik, und Behandlung. Boehm rät zudem zu regelmäßigen Wiederholungen des Allergietests. „Als Faustregel gilt: So oft zum Testen, wie man das Handy wechselt, also alle fünf bis sechs Jahre.“ Denn Allergien können sich verändern, neue hinzukommen – und zudem gebe es in der Allergologie immer wieder Fortschritte.

Von Nadine Marquardt

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