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Sport kann Menschen mit Herz- oder Lungenbeschwerden stärken

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Schon nach kleinen körperlichen Belastungen geht die Puste aus. Menschen mit Herzbeschwerden oder einer chronischen Lungenerkrankung kennen dies. In der Vergangenheit lautete häufig der medizinische Rat, den Körper zu schonen. Diese Sichtweise hat sich grundlegend geändert.

Chefärztin Dr. Sylvia Gütz vom Leipziger Diakonissenkrankenhaus überprüft in der neuen pneumologischen Funktionsabteilung auch die Belastungsfähigkeit von Herz und Lunge ihrer Patienten.
 

Quelle: Kay Zimmermann, Leipzig

Leipzig . Es ist ein beklemmendes Gefühl, wenn schon nach kleinen körperlichen Belastungen förmlich die Puste ausgeht. Menschen, die von Herzbeschwerden oder einer chronischen Lungenerkrankung geplagt sind, kennen die bedrohliche Enge im Brustkorb. Zu schnell sind bei ihnen die Kraft des Herzens oder das Volumen der Lunge ausgeschöpft, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Deshalb lautete in der Vergangenheit häufig der medizinische Rat, den Körper zur Sicherheit zu schonen. Diese Sichtweise hat sich heute grundlegend geändert.

„Es ist für die allermeisten herz- und lungenkranken Patienten eher kontraproduktiv, völlig den Schongang einzulegen“, sagt Dr. Sylvia Gütz, Chefärztin der Kliniken für Pneumologie und Kardiologie im Diakonissenkrankenhaus Leipzig. „Es ist medizinisch erwiesen, dass eine gezielte körperliche Betätigung den Sauerstofftransport und dessen Aufnahme in den Zellen deutlich verbessert. So kann auch die Atemmuskulatur direkt gestärkt werden.“ Darüber hinaus profitiere das gesamte Herz- und Kreislaufsystem durch regelmäßige Bewegung, weil sie sich positiv auf den Blutdruck und Blutzucker sowie die Cholesterinwerte und das Körpergewicht auswirke und zudem Stress abbauen helfe.

Diese günstigen Effekte können sich gerade bei Patienten mit Lungen- oder Herzbeschwerden doppelt auszahlen. Allerdings sollten sie ihre sportlichen Aktivitäten im Vergleich zu Gesunden mit mehr Bedacht und nicht auf eigene Faust durchführen. „Wer an Herz, Kreislauf oder Lunge beeinträchtigt ist, sollte seine Belastungsfähigkeit regelmäßig vom Arzt überprüfen lassen und immer ohne Leistungsdruck trainieren“, rät die Pneumologin vom Leipziger Diako. Gemäßigte Ausdauersportarten wie Laufen, Wandern oder Radfahren sind ebenso günstig wie Schwimmen, Tanzen oder moderates Krafttraining und entspannendes Yoga – am besten von allem etwas, um möglichst ausgewogen zu trainieren und den Spaß nicht zu verlieren. Neben dem gesunden Maß kommt es auch auf Regelmäßigkeit an: drei bis vier Mal pro Woche wohldosierte Bewegung sind zu empfehlen, besser noch wären täglich 30 aktive Minuten.

Auch wer unter stärkeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, kann „klein“ anfangen und den Alltag aktiver gestalten. Das heißt konkret, hin und wieder statt des Aufzugs die Treppe zu nehmen oder kürzere Strecken zu Fuß zurückzulegen. Und wer trotz Beschwerden mehr in seine Fitness investieren möchte? „In diesem Fall ist das Training in einer Herz- oder Lungensportgruppe am besten geeignet“, rät Dr. Sylvia Gütz. „Unter fachlicher Anleitung können Betroffene gemeinsam, der Schwere ihrer Erkrankung angemessen, trainieren und sich darüber hinaus auch über ihre Erfahrungen austauschen.“

Das Diakonissenkrankenhaus Leipzig ist auf Erkrankungen an Herz, Lunge und Bronchialsystem spezialisiert. In den hier ansässigen Kliniken für Pneumologie und Kardiologie werden jährlich rund 3000 Patienten versorgt. Das Spektrum reicht von Asthma, COPD, entzündlichen und berufsbedingten Lungenerkrankungen sowie Tumoren des Brustkorbs bis hin zu Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Diabetes. Seit 2016 ist das Diako Teil des regionalen Lungenkrebszentrums Leipzig-Nordwest. In der hauseigenen Physiotherapie werden auch ambulante herz- und lungenkranke Patienten in gesundem Training geschult – so etwa in einer gezielten Atemtherapie oder in Herz-Kreislauf-Gymnastik.

Von Diakonissenkrankenhaus Leipzig/PR

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