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So können Sie aktiv am Schutz teilhaben

Aktiver Umweltschutz So können Sie aktiv am Schutz teilhaben

Von der Umwelt hängt so einiges ab. Luftverschmutzung, Bedrohung von Grundwasser sowie Tier-und Pflanzenarten, lassen sich auch in Deutschland finden. Gut, dass es daher Umweltorganisationen und ehrenamtliche Helfer gibt. 

Bäume pflanzen und die Natur auch schon den Jüngsten nahebringen. Ein Ehrenamt in Umweltbereich betrifft oft gleichzeitig den sozialen Bereich.

Quelle: gstockstudio – Fotolia.com

Mehr als 31 Millionen Menschen in Deutschland bringen sich im Rahmen eines Ehrenamts freiwillig und unentgeltlich zum Wohle der Allgemeinheit ein. Die meisten Ämter werden dabei innerhalb von Organisationen oder gemeinnützigen Vereinen ausgeübt. Das Spektrum, in dem sich die Bürger einbringen ist breit gefächert: Ob sozial, politisch, kulturell oder im Umweltschutz – viele helfen gerne mit, oftmals gleichzeitig in mehreren Bereichen.

Eine kleine Geschichte des Ehrenamts

Historische Entwicklung

So lange der Blick zurück reicht, hat es Menschen gegeben, die ehrenamtlich tätig sind. Bereits in der Antike gehörte es dazu, einen persönlichen Beitrag zum Gesamtwohl der Allgemeinheit beizutragen. So soll Perikles, ein ehemaliger Staatsmann aus Athen, um 500 v.Chr. gesagt haben: „Wer an den Dingen der Stadt keinen Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger“. Und tatsächlich gehörte es zum guten Ton, dass die Männer in Griechenland regelmäßig an Versammlungen teilnahmen, in denen über städtische Belange diskutiert wurde.

Auch später im Römischen Reich war es gängig, sich für das Gemeinwohl zu engagieren und ein Großteil der politischen Ämter ehrenamtlich auszuüben. Soziale Ehrenämter wurden hingegen soweit bekannt erst zu Zeiten des Christentums populär. Spenden an Obdachlose, Seelsorge und solidarisches Handeln werden meist im Zusammenhang mit der Bibel erwähnt. 

Bettler auf Straße

Erste ehrenamtliche Organisationen kümmerten sich um die Armut in der Stadt.

Quelle: Mikael Damkie – Fotolia.com

In Deutschland selber fallen die ersten Erwähnungen von ehrenamtlichem Engagement ins 19. Jahrhundert. Auch hier waren es politische und später soziale Ehrenämter, die im Vordergrund standen. Organisationen mit kirchlichen Wurzeln - wie wie der Elisabethverein - halfen Kranken bei ihren Leiden. Andere wiederum - wie der Vinzenzverein in München - sorgten sich um die armen Menschen in der Stadt.

Erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gründeten sich dann die ersten großen Hilfsverbände. Das Rote Kreuz und Caritas, die sich den sozialen Belangen annehmen, aber auch Vereine die den kulturellen Bereich unterstützen oder im Umweltbereich aktiv sind. Die meisten Ehrenämter finden mittlerweile im Rahmen solcher Organisationen und Einrichtungen statt.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts fand auch eine der ersten Umweltbewegungen statt. So wurde bereits 1899 der Bund für Vogelschutz (BfS) gegründet, um das Aussterben von Edelreihern und Paradiesvögeln, deren Federn für Damenhüte Verwendung fanden, zu verhindern. Eine zweite Umweltbewegung erfolgte in den 1970er Jahren, so dass auch hier eine ehrenamtliche Betätigung in der Bevölkerung zunahm.   

Ausrichtungen des Ehrenamts

Da Hilfsorganisationen und Schutzverbände ohne große Probleme gegründet werden können, kann für jeden beliebigen Bereich in dem Bedarf gesehen wird, eine Basis fürs Ehrenamt geschaffen werden. Dadurch sind die Ausprägungen der verschiedenen Ehrenämter so bunt wie die Gesellschaft selbst. Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) sind aktuell über 22 Prozent der Bürger in einem dieser Ehrenämter tätig (PDF).

Ausrichtung der Ehrenämter

Im Sport ist der Anteil an Ehrenämtern besonders hoch.

Quelle: Redaktion

 

Während in den Anfängen Ehrenämter hauptsächlich in politischen und kirchlichen Bereichen zu finden waren, sind dort nach den letzten statistischen Erhebungen noch etwa 15 Prozent aller Ehrenamtler tätig. Dabei fallen etwa 9 Prozent auf das kirchliche und 6 auf das politische Ehrenamt.

Mehr Personen engagieren sich für Kinder und Jugendliche (12 Prozent) und im Gesundheits- oder Unfallbereich beziehungsweise dem Rettungsdienst (14 Prozent). Sonstige bürgerliche Aktivitäten wie Kindern Geschichten vorlesen, bei Hausaufgaben helfen, mit Hunden Gassi gehen oder beim Rasenmähen helfen, umfassen ebenfalls noch 8 Prozent.

Auch im Umweltbereich, im Natur- und Tierschutz, haben sich ehrenamtliche Tätigkeiten etabliert. Ob lokale Müllsammelaktionen, Kartierungen von Fledermäusen und anderen geschützten Tierarten oder Projekte für mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz, es existieren viele Möglichkeiten sich mit seinem Engagement einzubringen. Für den Umweltschutz bringen sich laut IfD immerhin noch 7 Prozent der Bevölkerung ein.

Umweltschutz im 21. Jahrhundert

Von bunten Flüssen zu sauberen Gewässern

Kaum zu glauben, dass Flüsse wie Wupper, Rhein oder Ruhr üble Gerüche verbreiteten und zeitweise seltsame Farben aufwiesen. Flüsse im Osten der Republik sind auch betroffen, aber Berichte dazu finden sich seltener. Dennoch ist es nur dem Engagement vieler ehrenamtlicher Naturschützer zu verdanken, dass sich wieder in vielen heimischen Flüsse Fische befinden und die Wasserqualität deutlich zugenommen hat. Alleine der Rhein galt damals - zur Zeit der Sandoz-Katastrophe 1986 - als eines der am stärksten belasteten Gewässer Europas.

Industrie am Wasser

Die Industrie ließ ihre Abfälle meist ungefiltert in die Flüsse laufen.

Quelle: GinaSanders – Fotolia.com

 

Unter anderem lag dies an der starken Besiedlung entlang des Flusses. Allein 34 Millionen Menschen sind es hier in Deutschland. Plus einige große Chemieunternehmen. Größtenteils ungefiltert gelangten die Abwässer der Unternehmen in den Fluss. Ende der 1960er und Anfang der 1970er waren die Belastungen besonders schlimm.

Fische und Kleintiere waren extrem reduziert. Nach einem großen Zwischenfall um 1986, bei dem 1000 Tonnen an Chemikalien eines Unternehmens in den Fluss gelangten und das bis dahin größte Fischsterben auslösten, wurden Aktionsprogramme ins Leben gerufen, den Rhein wieder zu renaturieren.  Wupper, Main, Mosel, Saar und Ruhr, waren für die schlechte Wasserqualität des Rheins mitverantwortlich.

Durch Maßnahmen wie dem Aussetzen von Fischen im Rhein oder Fischleitern in Staustufen, die Lachsen das Wandern ermöglichen, hat sich der Fluss einigermaßen erholen können. Mittlerweile ist der Rhein fast so artenreich, wie vor Beginn der Industrialisierung. Auch die Einleitung von Schadstoffen konnte um 70 bis 100 Prozent gesenkt werden.

Ähnliche Maßnahmen wurden auch bei anderen Flüssen durchgeführt, die durch die Industrie stark in Mitleidenschaft gezogen waren. So waren Wupper, Main, Mosel, Saar und Ruhr ebenfalls stark betroffen und auch für die schlechte Wasserqualität des Rheins mitverantwortlich.

Neue Herausforderungen an den Umweltschutz

In den 1970ern und 1980ern ist das Umweltbewusstsein durch die starke Wasserverschmutzung deutlich angestiegen. Als Folge wurde über die letzten Jahrzehnte einiges für sauberes Wasser getan. Doch auch wenn durch die nun saubereren Flüsse das Interesse für die Umwelt wieder etwas in Vergessenheit geriet, gibt es noch genügend Herausforderungen für Umweltschützer.

Garzweiler-Braunkohle-Tagebau

Garzweiler Braunkohle-Tagebau: Über die Schäden für die Umwelt wird oft geschwiegen.

Quelle: ted007 – Fotolia.com

Auch heutzutage finden immer wieder Chemieunfälle statt, bei denen es zu großflächigen Verunreinigungen kommt. So gibt es aktuell zwei große Benzinseen nahe des Rheins. In Wesseling liefen eine Millionen Liter Kerosin aus einer Leitung der Shell-Werke ins Erdreich. Das Leck wurde 2012 entdeckt. Die Fläche des ausgelaufenen Kerosins beträgt schätzungsweise die Größe von sechs Fußballfeldern.

Eine ähnliche Fläche ist durch das Auslaufen von etwa 400.000 Liter Rohbenzin bei Godorf betroffen. Hier gab es 2015 bei dem Kunststoffhersteller Lyondellbasell ein Leck in einer der Leitungen. Die Sanierung beider Benzinseen wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern.

Aber auch der immer weiter betriebene Abbau von Braunkohle gefährdet das Grundwasser. Eisenhydroxid, Sulfat und Quecksilber führen zu zusätzlichen Belastungen. Ginge es nach der  Gewässerschutz-Richtlinie der EU, dürften keine zusätzlichen Abbaugebiete für Braunkohle mehr genehmigt werden. Der Bedarf an Trinkwasser wird zukünftig voraussichtlich steigen. Wird es durch Verunreinigung unbrauchbar, kann die Verknappung unabsehbare Folgen haben.

Allerdings ist der Kohleabbau nicht nur für das Grundwasser schädlich. Die zusätzliche CO2 Emission der Braunkohlekraftwerke ist enorm. Von den europaweiten Kohlekraftwerken mit den höchsten Emissionen, finden sich vier deutsche Kraftwerke auf den vorderen fünf Plätzen mit dem höchsten Ausstoß. Damit gefährden die Kraftwerke die Einhaltung der Klimaziele, denn geplant ist immerhin eine Reduzierung der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020.        

Muellhalde und Transport

In Deutschland liegt die Abfallmenge 131 Kilogramm pro Kopf über dem Durchschnitt.

Quelle: eyetronic – Fotolia.com

Die Herausforderungen an Umweltschützer sind demnach hoch, die berechtigten Forderungen einzufordern. Dabei sind die Bereiche im Umweltschutz, in denen mehr getan werden könnte relativ breit gefächert. Auch der Trend zur Wegwerfgesellschaft und die Produktion von immer mehr Wegwerfartikeln belasten die Umwelt. Mit 614 Kilogramm Müll pro Jahr und Kopf liegen die Deutschen über dem europaweiten Durchschnitt von 483 Kilogramm. Selbst große Industriestaaten wie Japan kommen mit der Hälfte an Müll aus.  

Der Bedarf an Mitgliedern in den Umwelt- und Naturschutzverbände, die sich aktiv einbringen, wird ebenso weiterwachsen. Wer sich für seine Umwelt interessiert und ein Umweltverein unterstützen möchte, wird in den meisten Fällen mit offenen Armen empfangen werden. Einige der bekannteren Umweltverbände werden im Folgenden vorgestellt.

Umwelt- und Naturschutzvereine in Deutschland

Der Naturschutzbund (NABU)

  • Hintergründe zum Naturschutzbund

Der Naturschutzbund NABU wurde schon vor über 110 Jahren gegründet. Der Gründerin Lina Hähnle lag damals besonders viel am Schutz der Vogelwelt. Daher erfolgte die Gründung 1899 unter dem Namen „Bund für Vogelschutz“ (BfV) . Mit verschiedenen Kampagnen wurden bedrohte Vogelarten vor ihrer Ausrottung geschützt. Bereits drei Jahre später hatte der Bund schon über 6.000 Mitglieder.

weissstorch wappenvogel nabu

Seit 1966 ist der Weißstorch Wappenvogel des NABU.

Quelle: U.Gernhoefer – Fotolia.com

Durch die Gründung von Landesverbänden wuchs das Einflussgebiet des BfV immer weiter. Bis 1914 erlangte er mit 41.323 Mitgliedern seinen vorläufigen Höchststand. Dann gab es durch den 1. Weltkrieg leichte Rückgänge. Die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1924 und der spätere 2. Weltkrieg hatten ähnlich negative Auswirkungen für den Vogelschutz-Bund.

Erst nach dem Krieg nahm der Verbund langsam wieder Fahrt auf. 1966 erfolgte eine Umbenennung in Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV), das war auch der Zeitpunkt, an dem der Weißstorch zum Wappenvogel bestimmt wurde. Schließlich erfolgte 1990 die Umbenennung des Vereins in „Naturschutzbund Deutschland (NABU)“ .

Damit betraf der Schutz nicht mehr nur die Vogelwelt.  Schutzaktionen für die Erhaltung des Wolfes und Renaturierung von Flussläufen wurden mit ins Programm aufgenommen. All das mit dem Ziel nationales Naturerbe zu pflegen und zu bewahren.

Der Schwerpunkt liegt dabei bewusst auf dem Naturschutz im eigenen Land. Der Hintergrund ist der, dass man nur, wenn Deutschland als Vorreiter in Sachen Naturschutz vorangeht, auch von anderen Staaten ähnliches erwarten kann.  Die Erschaffung kleiner Naturparadiese soll dem Erhalt der Arten und Biodiversitäten dienen.

Dabei kauft der NABU immer wieder Naturflächen an, um Pflanzen und Tierarten Raum zum Leben zu geben. Die Erschaffung kleiner Naturparadiese soll dem Erhalt der Arten und Biodiversität dienen. Mit einer zusätzlichen Naturstiftung, dem NABU International, engagiert sich der Naturschutzbund zudem auch weltweit für das Überleben bedrohter Tier- und Pflanzenarten.

Zusätzlich setzt sich der Verein für den Umweltschutz ein, indem er über geschützte oder bedrohte Tier-und Pflanzenarten berichtet und dadurch ein stärkeres Bewusstsein für die Natur schafft.

Amphibienschutz Krötenzaun

Amphibienschutz: Krötenzaun an einer Landstraße.

Quelle: dieter76 – Fotolia.com
  • Aktiv werden beim NABU

Nicht zuletzt durch vielen medienwirksamen Umweltkampagnen und Projekte gehört der NABU zu den bekanntesten Umweltschutzverbänden. Aktuell zählt er über 560.000 Mitglieder.

Die breite Aufstellung des Verbunds ermöglicht es Privatpersonen auf vielfältige Weise den Naturschutz zu unterstützen. Einige Mitglieder sind auf lokaler Ebene im Naturschutz aktiv, sie stellen Krötenzäune auf, pflanzen Hecken oder helfen bei der Obsternte. Die benötigte Hilfe ist dabei abhängig von der jeweiligen Region. Je nach geschützten Pflanzen- oder Tierarten, die vor Ort vorkommen, werden Interessierte in die Arbeit mit eingebunden.

In Regionen mit Fledermäusen werden regelmäßig die Nistkästen, Stollen und Bunker kontrolliert, in denen die Tiere hausen. Es werden Zählungen vorgenommen und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Oftmals werden auch Kurse angeboten, in denen die Bestimmung der einzelnen Arten erläutert und in der Praxis erlernt wird.

Ähnliches gilt für Regionen, in denen sich geschützte Vogelarten wie Steinkauz oder Mäusebussard befinden. Beobachtung des Bestands, Bestandspflege und Öffentlichkeitsarbeit gehören zu den häufigsten Tätigkeitsgebieten.

Allerdings werden auch viele Naturwanderungen und auch Naturerlebnisveranstaltungen für Kinder angeboten. Wer Freude daran hat, Kindern etwas über die Natur beizubringen oder bei Wanderungen sein vorher erworbenes Fachwissen weiterzugeben, der kann sich optimal in diesem Bereich einbringen. Am einfachsten ist es, sich vor Ort beim eigenen NABU-Verband über die Tätigkeitsfelder zu informieren. Die häufigsten Mitmach-Möglichkeiten für Privatpersonen sind: 

  • Biotopflege
  • Gartenarbeiten
  • Arten-Schutz
  • Säuberungsaktionen
  • Betreuung von Kinder-/Jugendgruppen
  • Durchführen von Naturerlebnisveranstaltung
  • Durchführen von Wanderungen/Exkursionen
  • Pressearbeit
  • Betreuung von Infoständen

Aber auch für Institutionen und Unternehmen zeigt der NABU Möglichkeiten auf, sich zu beteiligen. Seiner Meinung nach ist es sogar geradezu notwendig auch auf die Mitwirkung von Wirtschaft und Verbänden zu pochen, um langfristige, gesellschaftspolitische Veränderungen zu bewirken.  Wenn es große Unternehmen schaffen auf Plastiktüten zu verzichten, können auch kleinere leichter überzeugt werden es ihnen gleich zu tun.

Das Mitwirken als Unternehmen oder Institution läuft dabei über eine projektbezogene Partnerschaft. Wer Kooperationspartner werden möchte, dem ermöglicht der NABU über eine Zusammenarbeit an umweltpolitischen Zielen, sich am Umweltschutz zu beteiligen. Dass diese Kooperationen sehr erfolgreich sein können, zeigt die Partnerschaft des NABU mit REWE, einem der größten Lebensmitteleinzelhandel-Unternehmen.

In der Zusammenarbeit mit NABU schafft das Unternehmen den Einsatz von Plastiktüten ab. Der NABU-Präsident Olaf Tschimke erhofft sich dadurch eine Vorbildfunktion auch für andere Unternehmen. Wenn es große Unternehmen schaffen auf Plastiktüten zu verzichten, können auch leichter kleine überzeugt werden, es ihnen gleichzutun. Zudem finden zusätzlich gemeinsame Aufräumaktionen, Dialog- und Umweltbildungsveranstaltungen statt, so dass über PR und Medien eine größere Aufmerksamkeit für die Umweltthemen erreicht werden kann.

Auch auf lokaler Ebene können sich Unternehmen an NABU-Projekten beteiligen. So existiert eine Kooperation zwischen NABU und entsprechenden Partnerzoos wie dem Leipziger Zoo. Durch gemeinsame Projekte wird hier der Artenschutz heimischer Tierarten intensiviert. Mit ganz vorne steht das Ziel, den Wolf wieder in Deutschland anzusiedeln. Insgesamt 40 Wolfsrudel gibt es hierzulande bereits. 14 Wanderwölfe wurden bereits im Freistaat gezählt. Mit entsprechenden Infoveranstaltungen sollen Ängste und Sorgen in der Bevölkerung entgegengewirkt und über ein Zusammenleben informiert werden.  

Greenpeace  

  • Hintergründe zu Greenpeace

Greenpeace hat seine Ursprünge in der Friedensbewegung Ende der 1960er Jahre. Über gemeinsames Engagement gegenüber Atomtests lernten sich die Gründer kennen. Sie organsierten sich zunächst in einer Organisation, die sie Don’t Make a Wave Committee nannten. Um die USA von ihren Atomtests auf einer Insel in Alaska abzuhalten, charterten sie einen Fischkutter. Sie nannten das Schiff Greenpeace und versuchten auf das Testgelände der geplanten Bombenexplosion zu gelangen.

Eisberg

Ein Markenzeichen von Greenpeace ist der Aktivismus direkt vor Ort des Geschehens.

Quelle: MyWorld – Fotolia.com

Doch die Küstenwache fing sie vorher ab, so dass sie gezwungen waren unverrichteter Dinge zurück zum Hafen zu fahren. Zeitgleich hatten jedoch in den größeren Städten Kanadas ebenfalls Proteste von Bürgern gegen den geplanten Atomtest stattgefunden. Diese führten erst zu einer zeitlichen Verschiebung und dann zu einer Aufgabe der geplanten Atombombentests. 

Kurz Zeit später änderten die Aktivisten den Namen ihrer Organisation in Greenpeace und setzten ihr Engagement gegen Atomtests fort. Diesmal standen die französischen Atomtests im Fokus.

Ein Markenzeichen von Greenpeace ist dabei der Aktivismus, mit dem auf Missstände aufmerksam gemacht oder versucht wird die Umweltzerstörung zu verhindern. Bei den aufgegriffenen Themen der Organisation handelt es sich ausnahmslos um globale und umfassende Gebiete wie Atomkraft, Biopatente, Artenschutz oder Globale Erwärmung.

Insgesamt etwa 580.000 Fördermitglieder sorgen mit ihrer finanziellen Unterstützung für die Handlungsfähigkeit der Organisation. Aktive Mitglieder, die auf ehrenamtlicher Basis unterstützen, sind es immerhin noch an die 4.500. Diese verteilen sich auf über 100 Ortsgruppen und organisieren regelmäßig Kampagnen und Aktionen.  

  • Aktiv werden bei Greenpeace

Greenpeace legt großen Wert auf Unbestechlichkeit und schließt daher eine Zusammenarbeit mit politischen Organisationen, Parteien oder wirtschaftlichen Interessengruppen aus. Seine Unabhängigkeit nutzt Greenpeace auch, um sich, wenn nötig, mit größeren Konzernen anzulegen.

Kind vor dem Kühlschrank

Greenpeace war wesentlich an der Entwicklung des FCKW-freien Kühlschranks mitbeteiligt.

Quelle: dima_sidelnikov – Fotolia.com

Inwiefern nicht nur Missstände aufgezeigt, sondern auch Lösungsvorschläge angeboten werden, zeigen die folgenden drei Beispiele:

  • „Greenfreeze“

Hingegen der gängigen Meinung, dass dies finanziell nicht umsetzbar sei, beteiligte sich Greenpeace an der Entwicklung an FCKW- und FKW-freien Kühlschränken

  • Sprit-Spar-Auto „Twingo Smile“

1996 stellte Greenpeace den serientauglichen Renault Twingo vor, mit einem Verbrauch von nur 3 L pro 100 km. Nach gängiger Meinung wäre solch ein Auto nur als Diesel und nur unter technisch sehr hohem Aufwand umsetzbar. 

  • Plan B
    Greenpeace präsentierte 2007 ein Energiekonzept, wie Klimaschutzziele und ein schneller Ausstieg aus der Atomkraft vereinbar sind

Aber auch im direkten Umweltschutz werden immer wieder Aktionen geplant. Angefangen bei Infoständen und Flyern bis hin zur Organisation von eigenen Umweltschutzprojekten. Die Themen, bei denen sich eingebracht werden kann, reichen von Klimawandel über Gentechnik zu Energiethemen und nachhaltiger Landwirtschaft. Die Gruppen splitten sich nach Alter in Jugendgruppen, Teams 50 Plus und Mischgruppen auf. Je nach Regionalstelle gibt es unterschiedliche Schwerpunktthemen, bei denen sich eingebracht werden kann. Wer sich dafür interessiert, welche Aktionen in der eigenen Stadt geplant sind, kann sich auf den jeweiligen Seiten der regionalen Gruppen informieren. Grundsätzliche Beteiligungsmöglichkeiten sind:

  • Mitarbeit an Infoständen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Beteiligung an Protestaktionen vor Ort
  • Aufkläraktionen
  • Online-Aktionen
  • Trainer für entsprechende Tätigkeiten
  • etc.

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

  • Hintergründe zum BUND

Als jüngster von den hier vorgestellten Naturschutzverbänden wurde der BUND im Jahre 1975 gegründet . Zunächst unter dem Namen „Bund für Natur und Umweltschutz Deutschland (BNUD) wurde er bereits zwei Jahre später in Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) umbenannt.

Insgesamt 21 Gründungsmitglieder, die aus verschiedenen Umweltbereichen kamen, machten es sich mit dem BUND zum Ziel, umweltpolitische Defizite aufzudecken und politische Lobbyarbeit zu betreiben. Der Hauptzweck war und ist die Entwicklung von Strategien und deren Umsetzung, zum Schutz von Natur und Umwelt.

Die Aktivitäten betreffen den Artenschutz und Biotoppflege - wie den Erhalt von Orchideenwiesen oder Moorgebieten - und den vermehrten Einsatz regenerativer Energien. So ist der BUND auch an dem Verein „Grüner Strom Label„ beteiligt, der Ökostrom-Angebote zertifiziert.

Überblick Umwelt- und Naturschutzvereine

Überblick Umwelt- und Naturschutzvereine.

Quelle: Fotolia.com ©stockWERK

Erste Aktionen im Umweltschutz gegen den Einsatz von AKW und zum Thema Waldsterben sorgten bereits um 1984 für über 100.000 Mitglieder. Neben den Landesverbänden und rund 2.200 Orts- und Kreisgruppen verfügt der BUND mittlerweile über 565.000 Mitglieder.    

  • Aktiv werden beim BUND  

An aktiven Mitgliedern setzen sich im BUND derzeit mehr als 20.000 Personen für einen besseren Umweltschutz ein. Dabei sind auch ein Teil der Ehrenämtler im Rahmen eines freiwilligen ökologischen Jahres oder dem Bundesfreiwilligendienst mit dabei. Für Privatpersonen ergeben sich Möglichkeiten im Bereich von:

  • Betreuung von Naturschutzflächen
  • Organisation von Öko-Messen
  • Entwicklung von Konzepten zum Radwege-Ausbau oder zur Renaturierung von Gewässern
  • kommunalpolitischen Zukunftskonzepten

mitzuwirken. Auch hier kann es Unterschiede in den Schwerpunkten einzelner Regionalstellen geben.

So gibt es in der Kreisgruppe Leipzig Projekte zum

  • Artenschutz
  • Naturschutz
  • Umweltrecht und -bildung
  • Verkehr und
  • Urban Gardening.

Wer sich am Bau von Krötenzäunen, beim Konzept zum Radwegebau oder Aktionen gegen CETA und TTIP einbringen möchte, findet vor Ort Gleichgesinnte. Auch im Bereich des Artenschutzes gibt es in der Region einiges zu tun, immerhin ist ein Teil des Leipziger Auwaldes Teil des EU-Vogelschutzgebiets.  

Der BUND arbeitet aber nicht nur mit Privatleuten zusammen. Um das Bestreben für einen besseren Umweltschutz besser durchsetzen zu können, ist der BUND zusätzlich in anderen Umweltorganisationen Mitglied und an vielen Kooperationen mit anderen Institutionen beteiligt. So gibt es Kooperationen mit dem Ökoinstitut für eine unabhängige Forschung, mit dem Bundesverband für Umweltberatung, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und vielen anderen Organisationen.

In anderen Vereinen wie „Grüner Strom Label“, Attac oder Friends of Earth ist der BUND Mitglied. Zusammen mit einigen Unternehmen führte der BUND zudem gemeinsame Projekte durch. Mit der Bahn startete 2001 eine Aktion „Fahrtziel Natur“ und mit dem Magazin GEO publizierten sie 2003 und 2015 im Grünen Band den Tag der Artenvielfalt. Die meisten Kooperationen finden jedoch mit Stiftungen oder staatlichen Instituten statt.

Fazit: Im Umweltschutz aktiv werden 

Ehrenamtliche Tätigkeiten gehören schon seit Jahrhunderten zu unserer Gesellschaft dazu. In den letzten Jahrzehnten drang durch die Industrialisierung vor allem der Umweltschutz bei vielen stärker ins Bewusstsein. Ungefilterte Chemikalien wurden in die Gewässer geleitet und führten zu starker Verschmutzung, Fischsterben und letztendlich auch zur Bedrohung des Trinkwassers. Atomtests führten zu einer Verstrahlung der Umgebung und damit einer Zerstörung des umgebenden Lebensraums. Unter diesen Umständen entwickelten sich eine Reihe an Umweltschutzverbänden unter denen einige einen hohen Bekanntheitsgrad erlangten.

Sie verdeutlichen, dass unsere Umwelt dauerhaft geschützt werden muss und dass es aktuell und auch in Zukunft jede Menge zu tun gibt. Sich selbst aktiv im Schutz für die Umwelt oder den Tier- und Artenschutz einzubringen ist mit Hilfe dieser Organisationen und Verbände leicht umzusetzen. Ob im direkten Einsatz vor Ort für Biotoppflege, im Büro für die Unterstützung bei Organisation und Planung oder auf der Straße bei Infoständen, Demos oder Öffentlichkeitsarbeit, jeder ist willkommen sich mit seinen Talenten und Fähigkeiten einzubringen. 

Redaktion

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