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Trailrunner - Läufer auf Abwegen

Hoch hinaus Trailrunner - Läufer auf Abwegen

Laufen gilt unter den beliebtesten Sportarten der Deutschen als eine fest etablierte Größe. Das hat verschiedene Gründe, zu denen Gesundheitsaspekte ebenso zählen wie die Möglichkeit des individuellen Trainings und, sofern es der Wohnort zulässt, das Naturerlebnis.

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Quelle: fotolia.com © Giorgio Pulcini

1. Höher, schneller, weiter

Für manchen Läufer aber ist die Herausforderung, immer wieder den inneren Schweinehund überwinden zu müssen, nicht mehr ausreichend. Sie suchen sich deshalb, im wahrsten Sinne des Wortes, höhere Ziele und Wege abseits der üblichen Routen – Trailrunner sind somit in der Tat Läufer auf Abwegen.

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Quelle: Hintergrundgrafik: fotolia.com © Ardijatree

2. Was ist Trailrunning?

2.1. Laufen ist nicht gleich Laufen – Ein Vergleich

Der Unterschied zwischen Trailrunning und dem herkömmlichen Joggen besteht selbstverständlich nicht unbedingt in den Bewegungsabläufen. Die sind, abgesehen von einigen besonderen Anforderungen beim Ablaufen eines Trails, in beiden Fällen weitestgehend gleich. Das Alleinstellungsmerkmal liegt vielmehr in den eingeschlagenen Wegen, obwohl Trailrunner diese streng genommen eigentlich gar nicht nutzen.

Der Fokus liegt nämlich auf dem Laufen abseits von Straßen oder befestigten Pfaden, es geht vorzugsweise in unbefestigtes Gelände. Dadurch steht der Traillauf dem Crosslauf nahe, der auch die Überwindung natürlicher Hindernisse im offenen Gelände beinhaltet. Der Unterschied liegt in diesem Fall in den abgesteckten Parcours und den limitierten Distanzen – dadurch eignet sich diese Form auch für Wettkämpfe besonders gut. Auf vorgegebene Strecken wird bei einem Traillauf in der Regel verzichtet, zudem sind die absolvierten Routen um ein Vielfaches länger und liegen im Bereich von Langstreckenläufen auf der Straße.

Abzugrenzen sind Trails ebenfalls von Orientierungsläufen , denn insbesondere bei Wettbewerben werden die Strecken für die Trailrunner mit Markierungen versehen. Im Wettbewerbskontext steht also das Laufen ganz klar im Vordergrund und nicht die Suche nach dem Weg. Vorrang hat auch die Natürlichkeit des Geländes, weswegen Trailrunning ebenfalls von städtischen Hindernisläufen, den sogenannten Urban Runs oder in ihrer härtesten Variante als Strongman Runs, unterschieden werden muss, bei denen verschiedene künstliche Barrieren überwunden werden müssen. Das bedeutet umgekehrt wiederum nicht, dass Citytrails ausgeschlossen sind – ganz im Gegenteil.

2.2. Trailrunning ist nicht gleich Trailrunning – Die Varianten

Auch innerhalb einer Laufkategorie wie dem Trailrunning gibt es verschiedene Abstufungen, die im Grunde über die Schwierigkeit des Geländes und die Beschaffenheit des Bodens definiert werden. Die ‚leichteste‘ Variante ist daher das Crossrunning , auch Urban Trailrunning oder Citytrail genannt, bei dem die gewünschten Strecken auf Schotter-, Wiesen- und Waldböden absolviert werden. Hindernisse spielen hierbei nur eine untergeordnete Rolle, dafür ist es nicht unüblich, zumindest einen Teil der Strecke auf asphaltierten Wegen zurückzulegen – was meist dadurch bedingt ist, dass der Lauf vor der eigenen Haustür beginnt.

Apropos Asphalt: Für viele Laufbegeisterte ist selbst nach einem vergleichsweise kurzen Straßenabschnitt noch lange kein offenes Gelände erreichbar. Für Stadtmenschen wird Urban Trailrunning daher wörtlich verstanden, nämlich als Lauftraining in der Stadt. Dazu muss nicht einmal eine Parkanlage vorhanden sein. Die ‚natürlichen‘ städtischen Hindernisse wie Treppen, Bänke oder Grünstreifen dienen hier als Ersatz und Grundlage für ein intensiveres Training inklusive Tempowechseln und Koordinationsschulung.

Rennformate beim Trailrunning

Rennformate beim Trailrunning

Quelle: Hintergrundgrafik: fotolia.com © Ardijatree

Klassisch sind dagegen die Varianten On Trail und Off Trail zu nennen. Beide vermeiden asphaltierte Straßen, beim On Trail ist das Gelände allerdings weniger anspruchsvoll als beim Laufen Off Trail – allerdings immer noch schwieriger als beim Crossrunning – und das Nutzen vorhandener Wege oder Trampelpfade ist in jedem Fall gestattet. Als extremste Ausprägung finden Off Trailruns auf jeden Fall abseits befestigter Wege statt, oft in alpinem Gelände, in dem der Untergrund sehr viel höhere Aufmerksamkeit braucht. Abgesehen davon stellen die extremen Steigungen und Hindernisse eine ungleich größere körperliche Herausforderung dar.

3. Warum Trailrunning?

3.1. Die Natur erleben

Für diejenigen, die tatsächlich die Möglichkeit haben, ihre Läufe heraus aus einer urbanen Umgebung zu verlegen – oder die sich diese Möglichkeit einfach bei passender Gelegenheit gönnen –, steht neben der körperlichen Beanspruchung und der Freude an der Bewegung das Naturerlebnis weit vorne in der Liste motivierender Gründe. Das mag daran liegen, dass eine unmittelbare Erfahrung der freien Natur im Alltag selten gegeben ist. Arbeitsplätze und oft auch Wohnstätten sind vielfach eher im städtischen Bereich zu verorten, in dem sich ‚natürliche‘ Umgebungen hauptsächlich auf angelegte Parkanlagen beschränkt.

Trailrunning auf einer Wiese

Im Mittelpunkt des Trailrunnings steht immer auch das möglichst unmittelbare Naturerlebnis.

Quelle: fotolia.com © Ardijatree

Trailrunning bietet für solche Läufer einen Ausgleich, indem es sie nicht allein raus aus der Stadt, sondern auch in möglichst freies Gelände führt, ohne feste Wege oder asphaltierte Straßen. Dadurch wird das Naturerlebnis sehr viel unmittelbarer, denn Trailrunner müssen sich so sehr viel intensiver mit der Beschaffenheit der verschiedenen Untergründe auseinandersetzen: Wiesen, Schotter, Felsen fordern dabei ebenso viel Aufmerksamkeit wie die möglichen Hindernisse. Abgesehen davon liegen die Streckenverläufe oft ohnehin in Gebieten, die wegen ihrer Aussichten auch einmal zum Verweilen einladen.

Zu beachten ist allerdings: Trotz aller Naturnähe des Trailrunnings gilt es, bestehende Naturschutzbestimmungen einzuhalten. Die Auswahl der Strecken sollte daher Schutzgebiete oder bewirtschaftete ländliche Gegenden berücksichtigen und dementsprechend meiden.

3.2. Den Körper stählen

Das anspruchsvolle Laufen im Gelände dient selbstverständlich nicht allein dem Erfreuen an der Natur, sondern hat schlichtweg auch Fitnessgründe. Trailrunning trainiert den Körper in vielerlei Hinsicht:

  • Kraft und Ausdauer: Ansteigendes und abfallendes Gelände stellt eine größere Herausforderung für die Ober- und Unterschenkelmuskulatur dar, ebenso für die stabilisierende Rumpfmuskulatur.
  • Schnelligkeit: Durch Tempowechsel werden die schnell-kontrahierenden Muskelfasern trainiert, so dass mit andauerndem Training eine höhere Geschwindigkeit erzielt werden kann.
  • Koordination: Wechselnde Untergründe, unterschiedliches Streckenprofil – all das zwingt gewissermaßen zu einer Anpassung von Tempo, Schrittlänge und –frequenz und erfordert einen entsprechenden Grad an Koordination.
  • Konzentration: Das gilt folgerichtig auch für die Konzentration. Unbekannte Strecken und Hindernisse müssen rechtzeitig erkannt werden, denn nur mit einem schnellen Auffassungsvermögen können Verletzungen in Folge von Stürzen vermieden werden.
  • Immunsystem: Wie jede Bewegung an der frischen Luft stärkt auch Trailrunning das körpereigene Immunsystem – vorausgesetzt, der Effekt wird nicht durch Auskühlen verhindert.
Trailrunner im Wald

Mit Trailrunning können ganz unterschiedliche Bereiche trainiert werden – Kraft, Ausdauer und Koordination werden ebenso verbessert wie das Immunsystem.

Quelle: fotolia.com © Stefan Schurr

Sollten sich Trailrunner trotz dieses Trainingspotenzials nicht ausgelastet fühlen, bieten sich unterwegs womöglich noch andere Gelegenheiten, die Laufeinheiten mit weiteren Übungen zu ergänzen. Auf trampelpfadlauf.de finden sich daher Anleitungen, unter anderem für das fasziale Training, die mit wenigen – oder gar keinen – Hilfsmitteln auch während des Laufs absolviert werden können.

4. Wer betreibt Trailrunning?

4.1. Die Anfänger

Der Anspruch von Trailrunning ist im Vergleich zum ‚normalen‘ Joggen sicherlich wesentlich größer. Daher braucht es für die Bewältigung der Trails schon eine gewisse Grundkondition – und selbstverständlich Spaß am Laufen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, sollte der erste Trail trotzdem langsam angegangen werden. Schließlich müssen sich die Sehnen, Bänder und Gelenke erst einmal an die neuen Bewegungen und Belastungen gewöhnen. Selbstüberschätzung ist gerade am Anfang nicht nur eine Gefahr für den Körper, sondern auch für die Motivation. Um Verletzungsrisiken und Unlust zu vermeiden, gilt es daher einige Grundregeln zu beachten.

  • Faktor Zeit

Wer es vom Joggen gewohnt ist, sich an bestimmten Zeiten zu orientieren, muss beim Trailrunning umdenken. Die unterschiedliche Beschaffenheit der Trails macht eine Vergleichbarkeit schwierig und wirkt sich zudem auf die Dauer eines Laufs aus. Besser ist es daher, die Zeit nicht als Maßstab zu nehmen – sondern sich stattdessen überhaupt Zeit zu nehmen, um das Absolvieren des Trails oder die landschaftlichen Vorzüge der Umgebung wirklich genießen zu können.

  • Faktor Ausrüstung

Dazu später mehr, vorausgeschickt sei aber schon hier: Je schwieriger die Strecken, desto wichtiger sind die richtigen Schuhe. Die Ansprüche liegen beim Trailrunning eben auch für das Schuhwerk höher. Am Anfang sollte auch ein Handy zur Ausrüstung gehören, damit im Falle einer Verletzung der noch nicht austrainierten Muskeln und Gelenke Hilfe gerufen werden kann.

  • Faktor Lauftechnik

So natürlich das Laufen als Form der Fortbewegung sein mag, so wichtig ist die richtige Technik im Gelände. Bergauf sollte die Schrittlänge verkürzt, Kopf und Rücken gerade gehalten werden. Ein aktiver Einsatz der Arme verleiht zusätzlichen Schwung. Bergab hilft das Aufsetzen auf dem Fußballen dabei, einerseits den Aufprall abzudämpfen und andererseits mehr Kontrolle zu haben. Dennoch sollte besonders auf abfallenden Streckenabschnitten bewusst nach möglichen Gefahrenstellen Ausschau gehalten werden. Da beim Querfeldeinlaufen immer mit Hindernissen zu rechnen ist, sollte bei der Überwindung auf einen Wechsel von Schwung- und Landebein geachtet werden. Damit lässt sich eine einseitige Überbeanspruchung vermeiden.

Laufen auf ungewohnten Untergründen

Das richtige Laufen auf ungewohnten Untergründen will erst gelernt sein – ansonsten drohen Überbelastungen von Muskeln, Sehnen und Gelenken und schlimmstenfalls Verletzungen.

Quelle: fotolia.com © Jacob Lund

Freiluft-Blogger Sven gibt zudem Tipps für Läufer mit Kind, die nicht auf ihr Training verzichten wollen. Mit den nötigen Anpassungen hinsichtlich des Streckenverlaufs, des Tempos und des Trainingsanspruchs ist es im Grunde genommen problemlos möglich, ganzjährig in Begleitung der Kleinen zu laufen. Das ist zugleich eine gute Möglichkeit, den Kindern schon früh die Vorzüge von Bewegung und Sport an der frischen Luft zu vermitteln.

4.2. Die Profis

Weit entfernt vom Leistungsvermögen durchschnittlicher Läufer befinden sich die Profis, die Extremläufer und Ultrarunner, bei denen der Wettbewerb oftmals sehr viel mehr im Vordergrund steht – und sei es nur der Wettbewerb mit sich selbst. Zu dieser Art Läufern gehört die Britin Lizzy Hawker , die im Jahr 2005 zum ersten Mal den 158 Kilometer langen Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) gewann.

Vier weitere Siege bei diesem Wettbewerb und zahlreiche andere bei verschiedensten Events sollten folgen, dazu ein Weltmeisterschaftstitel beim 100 Kilometer Straßenlauf und eine Menge Rekorde. Auf der Strecke Everest Base Camp to Kathmandu ist sie sogar Weltrekordhalterin: Etwas mehr als 63 Stunden brauchte sie vor drei Jahren für die 320 Kilometer und verbesserte damit ihre persönliche Bestzeit um mehr als acht Stunden. Die Bezeichnung als „Britain’s greatest ultra marathon runner“, die ihr unlängst der Independent verliehen hat, ist gleichzeitig Auszeichnung und Untertreibung, denn die Britin gehört seit Jahren zu den Besten der Welt – wahrscheinlich weil Ausdauer für die promovierte Ozeanographin mehr ist als bloßer Sport.

Der Amerikaner Anton Krupicka , der erst seit gut zehn Jahren als professioneller Ultrarunner unterwegs ist, wird dennoch schon seit einiger Zeit als Ikone der Szene gehandelt. Das hat sicher nicht zuletzt mit seinem äußeren Erscheinungsbild zu tun – lange Haare, Vollbart, wenn möglich oberkörperfrei –, gründet aber auch in seinen Leistungen und seinem Laufstil. Denn auch auf lange Trails nimmt er, sofern es die Witterungsbedingungen zulassen, keinerlei Ausrüstung mit.

Dass er mit dem Leadville 100 gleich seinen ersten Ultralauf gewann, wird neben den weiteren, seit den errungenen Siegen bei Bergtrail-Wettbewerben ebenfalls zu seinem Ruf beigetragen haben. Die Motivation hierzu, so verriet er im Interview dem Magazin Trailrunning Szene, zieht er aus der Liebe zu den Bergen, zur Landschaft und zur Natur – ganz abgesehen von der Freude an Wettkämpfen, die er mit zwölf Jahren bei seinem ersten Marathon unter Beweis stellte.

Dem Katalanen Kilian Jornet wurde seine Liebe zu den Bergen gewissermaßen in die Wiege gelegt, denn er wuchs in den Pyrenäen auf. Das alleine war sicherlich eine gute Voraussetzung für eine spätere Karriere als Bergläufer, was seine Leistungen in den verschiedensten Disziplinen jedoch keineswegs schmälern soll. Seit 2002 hat er an Wettbewerben im Skibergsteigen, Duathlon, Klettern und verschiedenen Trailrunningvarianten teilgenommen und eine lange Liste von Siegen zusammengetragen. Unter anderem gehört er, wie Lizzy Walker, zu den mehrfachen Siegern des UTMB.

Der Redaktion von Achim Achilles gegenüber teilte der Spanier seine weiteren Ziele mit, die er sich jenseits der Wettkämpfe gesteckt hat. Wichtiger als der Wunsch, bei Rennen Siege zu erringen, ist dabei das Naturerlebnis, verbunden mit der Jagd nach Rekorden. Daher hat er in den vergangenen Jahren sein persönliches Projekt, die Besteigung der Seven Summits in Rekordzeiten zu absolvieren, erfolgreich vorangetrieben.

Natürlich gibt es auch in Deutschland Ultralauf-Talente wie Julia Böttger . Die gebürtige Lüneburgerin nimmt seit zehn Jahren an Wettbewerben teil, seither konnte sie international Siege einfahren. Ihre Spezialität sind dabei vorwiegend lange Trails über 100 Kilometer und mehrere Tage. Wie bei allen genannten Profis liegt auch für sie der Reiz des Berglaufens in der Kombination aus Landschaft und Erfüllung des Bewegungsdrangs – und natürlich, das Ziel überhaupt zu erreichen. Besonders für wettkampforientierte Trailrunner gibt das deutsche „Trailschnittchen“ auf ihrem Internetauftritt deshalb eine Vielzahl von Tipps, die das Finish eines langen Trails erleichtern können.

5. Wie muss ein Trailrunner ausgerüstet sein?

5.1. Auf schnellen Sohlen - Das richtige Schuhwerk

Die Bedeutung der Schuhe für das Trailrunning wurde bereits kurz umrissen, sie stellen tatsächlich den wichtigsten Teil der Ausrüstung dar. Dadurch gibt es allerdings umso mehr Faktoren zu beachten:

Wasserhindernisse beim Trailrunning

Da Wasserhindernisse nicht auszuschließen sind, sollten Trailrunningschuhe aus einem wasserabweisenden Obermaterial bestehen.

Quelle: fotolia.com © _italo_
  • Größe: Hinsichtlich der Schuhgröße empfiehlt sportscheck.com, Outdoor-taugliche Schuhe besser eine Nummer größer als gewohnt zu tragen. Dadurch lässt sich – insbesondere beim Bergablaufen – ein Anstoßen der Zehen vermeiden, darüber hinaus verändert sich die Fußgröße im Verlauf des Tages. Der Schuh sollte daher fest sitzen, ohne die Füße einzuengen.
  • Obermaterial: Ein Schuh mit Membran schützt bei jedem Wetter und fast jeder Lage vor nassen Füßen. Ein zusätzlicher Besatz um den Schuh herum vermindert das Eindringen von Wasser noch einmal. Es sollte zudem darauf geachtet werden, dass das Obermaterial reißfest, gut vernäht und haltbar, also rundum robust ist.
  • Sohle: Für einen besseren Halt auf schwierigen Untergründen weisen Trailschuhe ein grobstolligeres Profil auf als herkömmliche Laufschuhe. Dazu verfügt die Außensohle oft sogar über eine Kombination gegensätzlicher Profilrichtungen. Wichtig ist ebenfalls die Gummimischung der Außensohle, die im ungünstigsten Fall auf nassem Stein oder Asphalt für Rutschgefahr sorgen kann. Die Mittelsohle ist bei Trailschuhen im Übrigen flacher als üblich, wodurch die Gefahr des Umknickens und der Kraftaufwand beim Abstoßen verringert werden. Das gilt allerdings auch für die Dämpfung.
  • Dämpfung: Der Verlust der Dämpfwirkung durch die flache Mittelsohle kann durch spezielle Materialien oder Komponenten ausgeglichen werden. Grundsätzlich hängt sie aber ganz individuell von Gewicht, Laufstil und Fußform ab.
  • Stabilität: Das Laufen im unebenen Gelände stellt verschiedene Anforderungen an die stabilisierende Wirkung der Schuhe. Zum einen muss sie, beispielsweise durch eine gute Schnürung im Mittelfußbereich, ein allzu leichtes Umknicken verhindern, andererseits braucht es aber auch ein gewisses Maß an Flexibilität, um Verletzungen (Achillessehnenreizungen, Fersen- oder Knieprobleme) zu vermeiden.
  • Gewicht: Damit die Schuhe nicht noch zu den Anstrengungen eines Querfeldeinlaufs beitragen, sollten sie möglichst leicht sein. Dieser Anspruch steht oftmals jedoch im Widerspruch zum Gewicht der stützenden Komponenten.

5.2. Mit Sack und Pack: Rucksäcke, Laufbuggys und mehr

Das Angebot an Zubehör für das Laufen ist in den letzten Jahren immer größer geworden und reicht von verschiedenster Sportbekleidung bis zu technischen Gimmicks. Vieles davon wird für einen durchschnittlichen Freizeitläufer kaum von Belang sein. Auf einem Trail von zehn Kilometern Länge werden zum Beispiel Rucksäcke oder Getränkesysteme eher hinderlich sein, gebraucht werden sie normalerweise nicht.

Wer deutlich längere Strecken in Angriff nimmt, wird hingegen nicht auf eine Möglichkeit verzichten wollen, Flüssigkeit, Energieriegel, Regenkleidung oder das Handy mit sich führen zu können. Der Bedarf will aber genau überlegt sein, damit das Laufen möglichst wenig durch zusätzliches Gewicht oder nicht fest fixierte Ausrüstungsteile beeinträchtigt wird. Die unterschiedlichen Lösungen – Flaschengurt für die Hüfte, Hüfttasche mit Aufnahmefach oder eben Laufrucksäcke – haben jeweils ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile.

Anspruchvolles Trailrunning | Steine und Felsen

Auf anspruchsvollen und langen Trails kann die Ausrüstung die Versorgung mit Flüssigkeiten und Nahrung gewährleisten – aber auch negative Auswirkungen auf den Laufstil haben.

Quelle: fotolia.com © Ardijatree

Hüftgurte beispielsweise haben durch ihren Sitz nahe am Körperschwerpunkt zwar den geringsten Einfluss auf die Körperhaltung, bieten dafür aber weniger Stauraum. Anders verhält es sich mit Rucksäcken, in denen sich alle notwendigen Dinge unterbringen lassen. Unter Umständen wirkt sich das aber auf den Laufstil aus: Zu starke Bewegungen des Oberkörpers werden vermieden, um den Rucksack ruhig zu halten. Das führt auf Dauer leicht zu Verkrampfungen, worunter wiederum die Laufleistung leidet.

Trailrunner mit Familienanhang werden möglicherweise um Zubehör in Form eines Laufbuggys nicht herumkommen, sofern der Nachwuchs mit auf den Trail genommen werden soll. Das bedeutet selbst beim geländetauglichsten Modell einige Einschränkungen hinsichtlich der Streckenauswahl und auch sonst müssen diese Buggys natürlich deutlich mehr Bedingungen erfüllen, als ein üblicher Kinderwagen.

Neben Komfort- und Schutzaspekten für das transportierte Kind sind die Voraussetzungen für eine Eignung zum Laufen ebenso wichtig. Dazu zählt unter anderem das Gewicht, aber eben auch ausreichende Beinfreiheit oder gute Bremsen für das Laufen bergab. Immerhin bieten die Buggys eine Möglichkeit, das Rucksackproblem zu umgehen: Sie liefern den notwendigen Stauraum gleich mit.

6. Wohin zum Trailrunning?

6.1. Deutsche Trails

Ein Hauptmerkmal des Trailrunnings ist die Abwechslung. Das bezieht sich nicht allein auf verschiedene Untergründe oder Höhenunterschiede, sondern eben auch auf die Gegend, in der die Läufer unterwegs sind. Über den Tellerrand des eigenen Laufreviers hinauszublicken auf neue Erfahrungen und Herausforderungen ist daher eine Selbstverständlichkeit.

Allerdings hat längst nicht jeder die notwendigen – finanziellen und/oder körperlichen – Voraussetzungen zum Trailrunning auf die spektakulärsten Gipfel des Planeten zu reisen. Glücklicherweise ist das gar nicht nötig, denn spannende Trails finden sich prinzipiell überall. Es müssen nicht einmal die deutschen Alpen sein, selbst wenn die in besonderer Weise zum Gipfelstürmen einladen.

Tatsächlich finden sich auch in den Mittelgebirgen durchaus anspruchsvolle Trails, die hier vielleicht gar nicht vermutet werden – so zum Beispiel in der Rhön, die zwar keine besonders hohen Gipfel zu erklimmen hat, dafür aber abwechslungsreiches Terrain und historische Sehenswürdigkeiten (unter anderem keltische Ringwälle) bietet. Es lohnt sich also immer, die potenziellen Trails, die gewissermaßen vor der eigenen Haustür liegen, nicht aus den Augen zu verlieren.

Trailrunning im Winter

Ob ihm Hochgebirge, den deutschen Mittelgebirgen oder am Mittelmeer – tolle Trails lassen sich wirklich überall finden.

Quelle: fotolia.com © Giorgio Pulcini

6.2. Internationale Trails

Ansonsten gilt beim Laufen wie bei der Wahl der Ziele: Es sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sehens- und laufenswerte Trails lassen sich überall auf der Welt finden. Die Highlight-Liste des Trailrunning-Blogs uptothetop.de umfasst dementsprechend ganz unterschiedliche Locations. Vom Salzburger Land reichen diese über Afrika und Japan bis nach Kanada.

Schöne Laufgelegenheiten können aber ebenso gut entlang der Mittelmeerküste oder den dort gelegenen Inseln gefunden werden. Auch die im Atlantik gelegenen Kanaren bieten durch die ganz unterschiedliche Gestalt der Inseln und die vulkanische Vergangenheit viele Möglichkeiten für Trailruns.

6.3. Wettbewerbe

Darüber hinaus finden sich für diejenigen, die ihre Trainingserfolge im Vergleich mit anderen Trailrunnern messen möchten oder von Grund auf den Wettbewerb suchen ganzjährig entsprechende Events. Auf Trailrunning.de lassen sich viele dieser Termine finden – verbunden mit der Möglichkeit, diese ganz nach den eigenen Fähigkeiten oder Wünschen zu sondieren. Wer also, wider Erwarten, einmal Gefahr läuft, sich auf seinen üblichen Routen zu langweilen, findet hier möglicherweise eine neue Herausforderung.

Auch  einige Strecken in Leipzig bieten sich an, um mit dem Laufen zu starten oder sich für den nächsten Trailrun vorzubereiten.

Redaktion

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