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Körper und Klamotte: Was Sportmode können muss

Mode Körper und Klamotte: Was Sportmode können muss

Schicke Sportklamotten können so manches Work-out versüßen und zum Wohlfühlen beim Sport beitragen. Doch neben dem Fashion-Aspekt darf die Funktionalität nicht aus dem Blick geraten.

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Eng anliegende Funktionskleidung ist beim Lauftraining ideal. Zu Leggings und Sport-Bra lässt sich aus Gründen des UV-Schutzes auch eine locker sitzende Jacke kombinieren, wie FILA zeigt (Jacke ca. 60 Euro, Hose ca. 50 Euro). Foto: FILA

Berlin. Die Sonne strahlt, Bikini oder Badehose warten im Schrank auf ihren Einsatz am Strand - höchste Zeit, für die passende Figur ein Work-out einzulegen.

Doch was anziehen, um sich beim morgendlichen Lauf nicht zu erkälten oder beim Yoga in der Sonne keine Schweißausbrüche zu bekommen? "Die wichtigsten Zutaten für Sportkleidung sind Komfort, Tragegefühl und Leistung", sagt Louisa Smith, die die Trends für die jährliche Sportmesse Ispo in München zusammenstellt. Doch auch sie weiß, dass neben dem Komfort die Optik der Sportklamotten immer wichtiger wird.

Die Hersteller legen ihren Fokus immer mehr auf die Vereinbarkeit von Fashion und Funktionalität, betont sie. "Sportkleidung durchbricht alte Grenzen." Mode-Experten sprechen vom sogenannten "Athleisure"-Trend. Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen für Sport (Athletics) und Freizeit (Leisure) und umschreibt alltagstaugliche Sportkleidung: mit der Leggins in die Bar oder dem atmungsaktiven Top zum Shoppen.

Voll im Trend liegen derzeit Leggins mit All-Over-Prints, die ursprünglich aus dem Yoga kommen, sagt Sportmode-Designerin Katrin Eiermann vom VDMD Netzwerk deutscher Mode- und Textil-Designer. Farbtechnisch gehe es sehr bunt und leuchtend zu. "Das hat sicherheitstechnische und psychologische Gründe", fügt sie hinzu. In modischeren Kollektionen begegneten einem aber auch Pastell- und Erdtöne. "Da existieren immer mehrere Welten nebeneinander", sagt Eiermann. "Wir unterliegen in der Sportmode ja keinen Diktaten."

Ob die Kleidung eher lose oder eng am Körper sitzen soll, hängt stark davon ab, welchen Sport man betreiben will. Beim schweißtreibenden Laufen empfiehlt Smith eher eng anliegende Funktionsmodelle: Diese könnten die Feuchtigkeit, die der Körper abgibt, besser regulieren. Eine eng anliegende Laufhose oder auch Kompressionswäsche unterstützten außerdem auch die Beinmuskulatur beim Laufen.

Auch beim Yoga sollte die Kleidung nicht zu flatterig sein. "Zumindest in der Basisschicht müssen die Sachen gut sitzen, sonst verheddert man sich in den eigenen Klamotten", sagt Eiermann. Generell werde in der Sportmode aber gerade gerne auch "geschichtet", also kombiniert: etwas weitere Jacken zu enger angelegten Tops, unterschiedliche Lagen an Stoffen von transparent bis gedeckt. Running-Oberteile können gerne locker-luftig sitzen - gepaart etwa mit einer enger anliegenden Schicht Funktionsunterwäsche. "Frauen tragen darunter idealerweise einen Sport-BH", rät Smith.

Trotz aller Fashion-Tauglichkeit empfiehlt Smith, vor allem auf Qualität zu achten - "von der ersten Faser an". Das gelte für alle Sportarten übergreifend. Es gebe mittlerweile hoch entwickelte synthetische Materialien, die perfekt für schweißtreibende Sportarten geeignet sind. So können beispielsweise Zonen im Shirtstoff aus sogenanntem Mesh-Material für zusätzliche Belüftung sorgen. Mesh ist ein luftdurchlässiges Textil-Netzgewebe.

Synthetisch hergestellte Materialien wie Mesh ermöglichen auch den Transport von Feuchtigkeit. "Durch das Material wird der Schweiß von der Haut abgeleitet und gelangt an die Oberfläche, wo er verdunstet", sagt Sportingenieur und Forscher Martin Harnisch vom internationalen Textilforschungszentrum der

Hohenstein Institute bei Stuttgart. Ein No-go bei schweißtreibenden Sportarten sei dagegen Baumwolle, sagt Mode-Designerin Eiermann. Die Naturfaser klebe einfach viel schneller unangenehm auf der Haut.

Harnisch rät beim Outdoor-Sommer-Work-out und im Running-Bereich außerdem zu langärmeliger Kleidung - aus Gründen des UV-Schutzes. Vor allem die Arme, die der Sonne stärker ausgesetzt sind als die Beine, sollten bedeckt sein. "Auch bei Marathons in der Wüste wird häufig lange Kleidung getragen", sagt Harnisch. Die lange Kleidung schütze auch vor der Wärmestrahlung.

Der Textil-Experte hat außerdem einen Farbtipp: "Eine Färbung der Textilien in Rot oder Schwarz erhöht den UV-Schutz gegenüber den weißen Mustern deutlich", weiß er aus seinen Untersuchungen. Immer bedenken sollte man aber: "Creme und Textil schützen nur zeitlich begrenzt", so Harnisch. Also raus aus der Sonne und schnell unter die Dusche.

dpa

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