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Hannover Messe stellt Roboter als Kollegen des Menschen vor

Arbeit Hannover Messe stellt Roboter als Kollegen des Menschen vor

Riesige automatisierte Fabrikhallen voller Roboter - aber dafür menschenleer? Diese Sorge ist nicht neu. Es kann aber auch ganz anders kommen: Die Hannover Messe will den Roboter als Kollegen zeigen - der brav wartet, bis er an der Reihe ist.

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Ingenieur Jens Brutscher von der Robert Bosch GmbH demonstriert die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter im Vorfeld der Industriemesse Hannover Messe.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Hannover. Roboter sollen künftig in den Betrieben eng mit Menschen zusammenarbeiten - statt die Menschen zu verdrängen. Dazu zeigt die

Hannover Messe selbst lernende Roboter, die sich der Arbeitsgeschwindigkeit und dem Verhalten des Menschen anpassen können.

Wie schon in der Vergangenheit werden Arbeitsplätze sich wandeln müssen, wie Messe-Chef Jochen Köckler sagte. "Der Roboter lernt vom Roboter; aber es ist der Mensch, der ihm sagt, welche Aufgaben zu erledigen sind." Noch nie seien auf der Messe so viele Assistenzsysteme gezeigt worden, die Menschen bei der Arbeit unterstützten.

Stefan Aßmann, Leiter Connected Industry bei Bosch, sagte, das Unternehmen habe "definitiv nicht die Sorge, dass wir weniger Leute brauchen". Höhere Qualifikationen seien gefragt, die wegen des zunehmenden Einsatzes von Robotern oft befürchtete menschenleere Fabrik schloss er aus. Zwar geht er davon aus, dass Arbeitsplätze für gering qualifizierte Beschäftigte weiter abgebaut werden - aber dieser Abbau werde "überkompensiert durch neue höher qualifizierte Jobs".

Die vernetzte Industrie ermögliche höhere Produktivität, erhalte und stärke die Wettbewerbsfähigkeit - und könne so auch Arbeitsplätze sichern. Bosch beschäftige derzeit rund 20 000 Software-Entwickler, fast jede zweite ausgeschriebene Stelle habe mit Software zu tun.

Die Hannover Messe (24. bis 28. April) mit ihrem diesjährigen Partnerland Polen gilt als weltgrößte Leistungsschau der Industrie. Erwartet werden mehr als 6500 Aussteller aus gut 70 Ländern sowie mehr als 200 000 Besucher. 60 Prozent der Aussteller stammen aus dem Ausland. Erstmals liege China auf dem zweiten Platz hinter Deutschland - sowohl bei Ausstellerzahlen als auch bei Ausstellungsfläche. Im Sog des vergangenen Jahres mit den USA als Partnerland seien auch 150 amerikanische Aussteller vertreten.

Das Partnerland Polen setze vor allem auf die Reindustrialisierung des Landes, sagte Tomasz Salomon, Vize-Direktor der Abteilung Internationale Zusammenarbeit im polnischen Wirtschaftsministerium. Daher sei das Interesse polnischer Betriebe riesig, die Beteiligung an der Hannover Messe seit Jahren stabil. Rund 200 polnische Unternehmen stellen auf der Messe aus.

Die vernetzte und digitale Industrie - Industrie 4.0 genannt - bewirke, dass Menschen künftig stärker für Steuerung und Programmierung eingesetzt werden, anstrengende oder eintönige Arbeiten erledigten dann zunehmend die Assistenzsysteme, erklärte Köckler. Die Technik solle den Menschen unterstützen: Beispiele seien Systeme wie "Virtual Reality"-Brillen, die es dem weit entfernten Experten erlaubten, in einer Fabrik Hand anzulegen, oder sogenannte Exoskelette, die etwa beim Tragen von schweren Lasten helfen.

Ebenfalls ein wichtiges Thema: das maschinelle Lernen. Bei der digitalisierten Produktion fielen große Mengen an Daten an, erklärte Köckler. Künftig sollten diese Daten zentral ausgewertet und dann an die Maschinen zurückgespielt werden - die sich so selbst optimieren könnten, um Fehler und Stillstand zu vermeiden. Und: Aßmann betonte, gerade der Wachstumsmarkt China mit seinem großen Nachholbedarf bei der Automatisierung biete Exportchancen für deutsche Unternehmen.

Wie ernst es gerade Polen mit der Digitalisierung ist, zeigt ein Roboter: Das kleine Gerät soll schon Kindern spielerisch das Programmieren beibringen.

dpa

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