Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Wie Berufstätige Grenzen setzen können

Arbeit Wie Berufstätige Grenzen setzen können

Kaum jemand möchte ohne sein Smartphone leben. Doch die ständige Erreichbarkeit versetzt gerade Berufstätige in Daueralarmbereitschaft. Doch nur wer Grenzen setzt, kann auch produktiv arbeiten.

Voriger Artikel
Reinigungskräfte mit den meisten Fehltagen wegen Krankheit
Nächster Artikel
Bewerbungsgespräch: Was beim Outfit wichtig ist

Die ständige Erreichbarkeit lässt Grenzen zwischen Beruf und Privatleben verschwimmen. Foto: Christin Klose

Berlin. Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt - und macht sie flexibler. In vielen Jobs ist das Büro dank moderner Technik dort, wo man selbst ist - in der Bahn, zu Hause oder eventuell auch im Urlaub. Die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben verschwimmen.

Können Berufstätige trotzdem noch Grenzen setzen?

"Nicht die Maschine bestimmt, was geschieht, sondern der Mensch", sagt Organisationspsychologe Stefan Poppelreuter aus Bonn. Der Mensch müsse die Oberhand behalten. "Es hängt von uns selbst ab, ob der positive Wert, der in diesen Erfindungen steckt, genutzt wird, oder ob wir uns unterjochen lassen", so der Experte. Mit der Freiheit, die moderne Technik bringen kann, komme auch eine größere Verantwortung auf den einzelnen zu.

Was gibt es für praktische Tipps?

Mit dem Smartphone haben Berufstätige oft ihr ganzes Büro dabei. "Ich rate zu unterschiedlichen Geräten", sagt Arbeitspsychologe Prof. Tim Hagemann von der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld. Wer dasselbe Gerät für Privates und Berufliches nutzt, könne schwer trennen. Das gleiche gelte für Telefonnummer und Mailadresse. "Wir sind soziale Wesen, extrem neugierig. Kommt eine Nachricht, wollen wir auch wissen, was drinsteht." Hagemann vergleicht das mit dem Briefträger: "Würde der am Tag drei Mal klingeln, würden wir auch jedes Mal aufmachen." Wer keine zwei Geräte hat, könne stattdessen ein sogenanntes Dual-Sim-Handy und getrennte Mailpostfächer nutzen.

Wie funktioniert das mit dem Arbeitgeber?

Wer mobil arbeitet, etwa von daheim, braucht das Vertrauen des Vorgesetzten. "Wer mal kurz im Bad ist, darf keine Angst haben, dass der Chef in der Zwischenzeit anruft, und denkt, man würde gar nicht arbeiten, weil man nicht direkt rangeht", sagt Hagemann. Wichtig sei hier vor allem die Kommunikation: "Man sollte immer den Chef und das Team einbinden, informieren, wann man wie erreichbar ist - und auch, wann nicht."

Wie kann ich trotz Ablenkung durch Technik konzentriert arbeiten?

"Man sollte vormittags konzentriert arbeiten", rät Hagemann. Das heißt: Auch mal offline gehen, Mails eher am frühen Nachmittag beantworten. "Auch eine entsprechende Abwesenheitsnotiz im Mailprogramm kann sinnvoll sein." Darin kann etwa stehen, dass man erst ab 14 Uhr wieder erreichbar ist. Telefonkonferenzen sollten ebenfalls nicht vormittags stattfinden. Auch Organisationspsychologe Poppelreuter findet: "Von uns sind bessere Absprachen und Selbstorganisation gefragt."

Was habe ich sonst noch für Möglichkeiten?

"Nicht der Beruf wählt mich, sondern ich wähle den Beruf", sagt Poppelreuter. Wer nicht in einem Beruf arbeiten möchte, der ständige Erreichbarkeit fordert oder schnelle Reaktion, könne sich umorientieren. "Denn wer in bestimmten Jobs gar nicht flexibel arbeiten möchte, wird das nur schwer durchsetzen können." Poppelreuter setzt auf die persönliche Verantwortungsübernahme. Jeder müsse sich über seine eigenen Grenzen klar werden und diese auch setzen. "Wenn es im Job einfach nicht passt oder funktioniert, dann muss ich mein Leben selbst anders gestalten."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Finden Sie auf LVZ-job.de - dem Stellenmarkt der LVZ - Ihren neuen Job in Leipzig und Umgebung. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

  • Highfield Festival
    Highfield Festival

    Das war das Highfield-Festival 2015. Hier gibt's den Rückblick mit zahlreichen Fotos. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr