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Viagra für Blumen

Unnützes Wissen Viagra für Blumen

Zugegeben, für Zeugnisnoten, Unizensuren und den Job hat das, was der geneigte Leser nun sehen wird, eher weniger Relevanz – von einigen sehr spezifischen Fächern ausgenommen. Wir schauen gemeinsam über den Tellerrand – Schmunzeln nicht ausgeschlossen.

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Das lehrt keine Schule. Wer wissen will, was Schnittblumen mit Potenzmitteln gemein haben, findet unter Punkt 5 die Antwort.

Quelle: fotolia.com © Syda Productions

Jeder Schüler weiß, dass es Lerninhalte gibt, die nicht wirklich spannend sind. Doch die wirklich interessanten Dinge sind oft in keinem Unterrichtsplan vermerkt. 

1. Schlaf nicht so laut

Dass laute Geräusche und erholsamer Schlaf zwei sich gegenseitig ausschließende Faktoren sind, ist klar. Weniger bewusst ist vielen jedoch, wie empfindlich das schlafende Gehör ist. Bei den meisten Menschen führen bereits Lautstärken von 50 Dezibel zu unruhigem Schlaf oder Aufwachen – in etwa so laut wie entferntes Vogelzwitschern. Kein Wunder also, dass man neben einem schnarchenden Partner kein Auge zutut. Schlafforscher fanden nämlich heraus, dass manche Menschen sogar bis zu 65 dB laut sägen. Ein durchaus passender Begriff, denn so laut ist auch eine etwas weiter vom Zuhörer entfernte Motorsäge.  

2. Liger: Der zeugungsunfähige Katzenkönig

Sibirischer Tiger

Die einzige Raubkatze, die an den Liger heranreicht, ist der Sibirische Tiger – von dem es weniger als 500 Exemplare gibt.

Quelle: fotolia.com © Digital_Zombie

Dass Eisbären die größten Landraubtiere sind, wird im Biologieunterricht gelehrt. Bei der Frage nach den größten Raubkatzen werden die meisten jedoch entweder „Löwe“ oder „Tiger“ antworten – falsch, denn dieser Titel gebührt dem Liger . Hinter diesem Kofferwort verbirgt sich das Ergebnis einer Romanze von männlichen Löwen mit weiblichen Tigern – die so allerdings nur in Gefangenschaft vorkommt. Denn so groß und schwer Liger auch werden – immerhin bis zu 3,5 Meter und 400 Kilogramm – die männlichen Exemplare sind zeugungsunfähig, sodass diese „Rasse“ nur durch Nachzüchtungen überleben kann. In freier Wildbahn kommen solche artübergreifenden Romanzen nicht vor.  

3. Das Einfamilienhaus im Brustkorb

Lange können Biolehrer über die Lunge dozieren. Doch selbst wenn unsere Lunge noch so detailliert im Schulbuch aufgezeichnet ist, zwei räumliche Werte vernachlässigt der Lehrer meist. Denn während wir vor dem Bildschirm sitzen und lesen, gehen gehörige Mengen an Luftvolumen durch unser Atemorgan. So viel, dass wir in 24 Stunden einen Heißluftballon damit aufpusten könnten. Und gäbe es eine Möglichkeit, die Lunge und all ihre Bläschen, Äderchen und so weiter auf einer Fläche auszulegen , würde so mancher staunen. Dabei würden nämlich bis zu 100 Quadratmeter bedeckt werden. Das entspricht etwa der Wohnfläche eines kleineren Einfamilienhauses.

4. Nur 2 Dezipol? Mach mal das Fenster auf

Stinkender Kollege

Schon ein Raucher stinkt mit rund 25 Olf – beim verschwitzen Kollegen kann es auch schnell mehr als das Doppelte sein.

Quelle: fotolia.com © Giulio_Fornasar

Der Physiklehrer kann an seinem Pult Lichtstärken genau bemessen, kann Lautstärken einen genauen Wert zuordnen – aber was ist mit Geruch? Denn ob es stinkt oder nicht, ist für die meisten eine eher subjektive Entscheidung. Wissenschaft will jedoch alles genau in Zahlen einteilen. Und so ersannen Forscher in den 1980ern einen Wert, der aussagt, wie sehr ein Mensch stinkt – das Olf. Was wie ein skandinavischer Männername klingt, bezeichnet die Geruchsemissionen, die einem Mensch, der sitzend arbeitet und einmal alle 36 Stunden duscht, entströmen. Und um damit Luftqualität ganz allgemein bewerten zu können, entstand das Dezipol. Ein Dezipol ist der Grad an schlechter Luft, den eine Ein-Olf verströmende Person in einem geschlossenen Raum hinterlässt, der mit zehn Litern Frischluft pro Sekunde belüftet wird. Geprüft werden kann dieser Wert jedoch nur über den Umweg eines Dezipolmeters – einem Prüfglas mit Ventilator (PDF) und einem menschlichen Tester, der eine sehr erfahrene Nase haben muss.  

5. Sildenafil: Potenzmittel für die Blumen

Sildenafil ist ein hochwirksamer, doch ziemlich auf Umwegen fahrender Wirkstoff. 1991 suchte ein Team von Pharmazeuten nach einem Mittel, das Herzbeschwerden lindert und gaben ihm den Namen Sildenafilcitrat. Nachdem er für Menschenversuche freigegeben war, bekamen ihn diverse Herzpatienten verabreicht. Herzleiden verringerte es nicht, wohl aber berichteten männliche Probanden von einer ganz anderen Nebenwirkung – langanhaltenden Erektionen. 1998 kam Sildenafil dann als Potenzmittel Viagra auf den Markt und krempelte das Leben vieler Menschen gehörig um. Wie es dazu kam, dass Viagra in einer Blumenvase landete, ist unbekannt. Dafür aber die Tatsache, dass Sildenafil, dessen potenzsteigernde Wirkung durch Gefäßerweiterung zustande kommt, einen ähnlichen Effekt auf die Adern von Schnittblumen hat. Durch Viagra im Blumenwasser werden diese ebenfalls erweitert, lassen mehr Wasser durch und halten somit Blumensträuße länger frisch.

6. Liebe Fluggäste, hier schnarcht Ihr Kapitän

Wer zu dem Personenkreis gehört, der Flugangst hat, die aus Kontrollverlust resultiert, sollte diesen Punkt besser überspringen. Und wer sich angesichts Pilotenstreiks immer fragt, warum „diese überbezahlten Nichtsnutze“ eigentlich für noch mehr Lohn kämpfen, wo sie doch zu den höhergestellten Gehaltsempfängern gehören, sollte umso genauer hinschauen. Denn Linienpiloten haben einen ziemlich stressigen Job – 60-Stunden-Wochen mit Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden sind keine Seltenheit. Und weil der Mensch kein Roboter ist, ist es nur allzu verständlich, dass schon jeder zweite der überarbeiteten Flugzeug Kapitäne  unfreiwillig hinter dem Steuer eingenickt ist. Doch so besorgniserregend diese Zahl auch ist, ist sie kein Grund zur Panik. Denn genau dafür gibt es Copiloten und außerdem werden die langen Geradeaus-Phasen eines Linienfluges sowieso vom Autopiloten überwacht. Selbst wenn beide Piloten felsenfest schnarchen würden, könnte der Computer das Flugzeug notfalls auch landen.  

6. Ein ziemlich kleiner Goldwürfel

Wer in Geschichte aufgepasst hat, erfuhr, welche Bedeutung die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus hatte. Nein, nicht für die Ureinwohner, die durch eingeschleppte Krankheiten der Conquistadores zu hunderttausenden starben. Sondern für das Gold. Schier unglaubliche Schätze brachten Spanien und die anderen Kolonialmächte aus Mittel- und Südamerika nach 1492 über den Atlantik. Der Inka-Herrscher Atahualpa bot dem spanischen Francisco Pizarro bei der Eroberung Perus, beispielsweise einen ganzen Raum voll Gold als Lösegeld.  

Gold spielt seit den ersten Tagen des Menschen eine Rolle als Wertobjekt, daher müsste bis heute doch ziemlich viel Gold gefördert worden sein – oder nicht?

Nun, „ziemlich viel“ ist hier ein ziemlich relativer Begriff. Die Fachwelt geht von 166000 Tonnen Gold aus, die im Lauf der Jahrtausende gefördert wurden. Und hier kommt die Relativität ins Spiel, denn 166000 Tonnen klingt nach ziemlich viel – selbst das weltgrößte Schiff, die Tokyo Maru, wiegt „nur“ 90000 Tonnen. Aber würde man all diese Schätze zu einem Würfel zusammengießen, hätte dieser nur eine Seitenlänge von 20 Metern – so viel wie eine große Villa. Diese Diskrepanz stammt aus der hohen Dichte von Gold.

7. Messgeräte aus der Tiefe

Scapa Flow – eine Bucht auf den Nordsee-umtosten Orkney-Inseln am nördlichen Zipfel von Schottland. Ungemütlich ist es hier, die Jahresdurchschnittstemperatur schwankt zwischen mageren 5 und 10 Grad, dazu weht immer Wind und es regnet viel. Dennoch hat Scapa Flow immense historische Bedeutung – unter anderem als britischer Kriegshafen. Im Sommer 1919 lag hier der Großteil der kaiserlich-deutschen Marine. Nach dem Ersten Weltkrieg bestanden die Waffenstillstandsverhandlungen nämlich darauf, dass die starke Flotte als Drohmittel aus dem Spiel genommen und unter britische Aufsicht gestellt wurde. Nun waren aber die Monate zwischen den Novemberwirren 1918 und der Verkündung des Versailler Friedensvertrages gerade für die dort auf ihren Schiffen festsitzenden Deutschen von Informationsmangel gekennzeichnet. Sie glaubten, dass ihre Regierung die Versailler Forderungen niemals annehmen und sofort danach wieder Krieg herrschen würde. Um zu verhindern, dass die entmunitionierten und wehrlosen Schlachtschiffe den Briten in die Hände fielen, gaben die Admiräle deshalb am 21. Juni 1919 den Befehl, dass die Flotte sich selbst versenkt. 55 Schiffe aller Größen versanken auf den Grund der Bucht. Jedoch haben sie selbst noch heute eine große Bedeutung. Die Schiffe bestanden nämlich aus sehr hochwertigem Stahl – und weil dieser durch seine Unterwasserlagerung niemals in Kontakt mit künstlicher Radioaktivität aus Atombombentests oder Tschernobyl kam, eignet er sich hervorragend zum Bau sehr empfindlicher Messapparaturen in der Kernmedizin, weshalb immer wieder professionelle Wracktaucher hinabsteigen und Stücke aus den nunmehr seit fast 100 Jahren schlummernden Schiffen herausschneiden.

8. Musikalischer Mix

Zum Abschluss dieser Liste sollen nach viel Wissenschaft auch die musischen Fächer ihren Platz bekommen. Denn gerade hier gibt es viel Wissen, das garantiert kein Musiklehrer erwähnt:

  • Millionen-Seller Elvis ist bekannt für seine pechschwarze Mähne – in Wirklichkeit war der Sänger jedoch eine waschechte Blondine – bloß hatte er Angst, mit dieser Haarpracht nicht als Mann wahrgenommen zu werden.
  • Smells like Teen Spirit ist vielleicht der bekannteste Song von Nirvana – doch gerade Nicht-Amerikaner fragen sich oft, was es mit dem kryptischen Titel auf sich hat. Die Wahrheit ist trivial, „Teen Spirit“ war Anfang der 90er ein extrem erfolgreiches Deo für Teenager.
  • Golden Eye, The Best, Nutbush City Limits – für Fans der Rock-Röhre Tina Turner sind das musikalische Höhepunkte. Für die Betreiber des englischen Flughafens von Gloucester das ideale Mittel, um Vögel von den Start- und Landebahnen fernzuhalten – nachdem Feuerwerk und andere Musiker kläglich versagt hatten.
  • Den schwarzweißen „Parental Advisory“-Sticker kennen CD-Käufer fast sämtlicher Genres zur Genüge. Doch ob insgesamt berechtigt oder nicht, sein erster Einsatz war ziemlich überflüssig – er prangte nämlich auf der Frank-Zappa-Platte Jazz from Hell, einem reinen Instrumental Album.
  • Unkreativ wie ihre fahnenzeichnenden Kollegen waren auch die Komponisten der japanischen Nationalhymne – mit nur vier Zeilen Text ist diese nämlich die kürzeste der Welt, aber gleichzeitig auch die älteste.
  • Von der US-Nationalhymne ist bekannt, dass sie als eine der wenigen Hymnen überhaupt auch auf verzerrten E-Gitarren richtig gut klingt. Was die Amerikaner jedoch gerne unerwähnt lassen, ist, dass ihre stolze Hymne in Sachen Melodie abgekupfert wurde – und zwar beim altenglischen Trinklied To Anacreon in Heaven

Redaktion

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