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Vom Laufsteg auf die Straße – oder umgekehrt?

Modetrends Vom Laufsteg auf die Straße – oder umgekehrt?

Das Huhn oder das Ei, Prêt-à-Porter oder der Streetstyle? Wird der letzte Schrei der kommenden Saison in den Ateliers der Designer kreiert? Oder finden die Trends von der Straße Einzug in die Modewelt, werden von dort aus verbreitet und alltagstauglich gemacht? Ein Blick hinter die Kulissen des Modegeschäfts.

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Der lässige Look der Straße: Viele Designer lassen sich von den versteckten Trends der Subkulturen für ihre Kollektionen inspirieren und machen einen bestimmten Stil zum Massenphänomen.

Quelle: Fotolia © Spectral-Design

Auf der einen Seite steht die Behauptung, dass Trends zuerst auf der Straße geboren und über die Scouts und Designer dann vom Untergrund in die Kleiderschränke getragen werden. Andererseits werden viele Kreationen in der Abgeschiedenheit der Modeateliers geboren und sehen erstmals auf den Laufstegen das Licht der restlichen Welt. In beiden Ansätzen steckt vermutlich ein Stück Wahrheit. Doch was steckt eigentlich hinter dem Phänomen Streetstyle und welche Rolle spielt er für die Kleiderkultur? 

Street Fashion – ein modisches Phänomen

Kultureller Hintergrund

Der Begriff der Street Fashion oder Urban Fashion entstand aus den kleidungstypischen Phänomenen der Ghettos in den us-amerikanischen Großstädten. In den 1970er Jahren entwickelte sich parallel zur aufstrebenden Hip-Hop-Kultur auch ein eigenständiger Modestil. Vor allem bildete er einen Kontrast zur vorherrschenden Mode der Disco-Ära. Als Unterscheidungsmerkmal zu anderen Jugendkulturen bildeten sich nach und nach verschiedene charakteristische Eigenheiten.

Durch die besondere Tanzkultur des Hip-Hop – den Breakdance – war auch die Kleidung sehr sportlich geprägt. Sneakers, weite Hosen und Shirts ließen viel Bewegungsfreiheit. Bestimmte Marken wurden dabei sehr wichtig. Farblich war die Mode sehr bunt, was auf den Einfluss der Graffitiszene zurückzuführen ist. Verschiedene Kopfbedeckungen spielten ebenfalls eine große Rolle. Neben Baseball-Caps wurden auch enganliegende Mützen und Tücher (Durags) oder Bandanas getragen.

In den 1990er Jahren wurde die Street Fashion populärer und vielfältiger. Mit Aufkommen des Gangster-Raps zogen auch Elemente aus der Gangster- und Gefängniskultur in den Kleidungsstil mit ein. Bestimmte Farben galten als Erkennungsmerkmal verschiedenen Gangs und Gruppierungen.

Grafik: Street Wear im Vergleich zu Club-Wear

Bekannte Kleidungsstile im Vergleich: Street Wear und Club Wear

Quelle: pixabay, links: © Wolferl, CC0, rechts: © Alexandra_Koch, CC0

Streetwear und Clubwear

Heute werden die Begriffe Streetwear oder Clubwear oft gleichbedeutend mit Street Fashion gebraucht. Dabei wurde ersteres zunächst im Zusammenhang mit der Mode der Skateboarder in den frühen 1980er Jahren bekannt gemacht. Auch hier gab es charakteristische Eigenschaften, welche die Träger als Anhänger der Szene erkenntlich machten. Kapuzenpullover oder bestimmte Turnschuhe wurden unter den Skatern unter anderem als Merkmal getragen.

Was heute als Streetstyle gilt, ist immer noch von einer gewissen Lässigkeit geprägt. Die charakteristischen Merkmale, die ursprünglich zur Abgrenzung unter den verschiedenen Subkulturen galten, finden sich heute meist als Zitate in vielen Kleidungsstücken wieder. Die klaren Grenzen sind dabei jedoch kaum noch vorhanden.

Der „Easy Chic“ von der Straße spielt dabei regelmäßig auch vor und hinter den Kulissen der wichtigsten Mode-Events eine große Rolle. Immer noch sind Sneakers allgegenwärtig und auch der lässige Style mit Jogginghosen und Sportjacken ist nach wie vor angesagt. Dieses Jahr erleben Vans – ursprünglich das klassische Schuhwerk in der Skater-Szene – ein neues Revival. Die Oversize-Schnitte der weiten Hosen aus den 80ern werden in dieser Saison ebenfalls neu aufgelegt. Diesmal spielt Jeansstoff dabei eine zentrale Rolle – und das in klassischem Blau.

Streetstyle-Girl

Jede Subkultur hat eigene charakteristische Merkmale, durch die sich die Anhänger der Szene von anderen abgrenzen.

Quelle: Fotolia © diignat

Einfluss der Modeblogs

Spätestens seit Fashionblogs wie The Sartorialist oder Facehunter eine gewisse Bekanntheit erlangt hatten, änderte sich auch der Blick der Modeschöpfer auf den Look der Straße. Der Gedanke des Fotografen und Gründers der Seite The Sartorialist, Scott Schuman, war, seine Modelle so darzustellen, wie sie von Modedesignern als Inspirationsquelle gerne gesehen werden würden. 

Die Street-Style-Fotografie hatte sich schon zuvor als eigene Kategorie der Modefotografie herausgebildet. Dadurch, dass die Menschen mit ihrer Kleidung nicht gewollt künstlich in Szene gesetzt werden, sondern ganz natürlich im alltäglichen urbanen Umfeld abgelichtet sind, wird der Eindruck verstärkt, dass ihr Stil von der Straße kommt. Die ganz eigene Kombination verschiedener Stücke durch die Träger zeigt neue Möglichkeiten auf und stärkt den individuellen Charakter der meist frontal aufgenommenen Ansichten.  

Die „Mitten-aus-dem-Leben-Ästhetik“ steht dabei im Kontrast zu den aufwändig herausgeputzten Hochglanzaufnahmen der bisherigen Modefotografie und der High-Fashion-Szene. Die Fotoblogs trugen als journalistisches Medium dabei zur Verbreitung verschiedener Stile oder Trends maßgeblich bei und gelten heute als sehr einflussreich. 

Kamera wird getragen

In den Szenevierteln der Stadt oder angesagten Locations und Clubs suchen Fotografen und Trendscouts nach dem Stil von morgen.

Quelle: Fotolia ©lovegtr35

Trendscouts – Die Jagd nach dem Stil von morgen

Ab in den Untergrund...

Ted Polhemus, amerikanischer Anthropologe, Schriftsteller und Fotograf, beschäftigt sich seit langem mit der persönlichen Ausdrucksweise durch Kleidung und Mode und hat in seinem Buch „Streetstyle – From Sidewalk to Catwalk“ 1994 die These publik gemacht, dass die neuen Trends auf der Straße kreiert und nicht von den Designern ausgedacht werden.

An der Tatsache, dass verschiedene Jugendkulturen jeweils eigene modische Stile oder Accessoires hervorbringen, hat sich bis heute nichts geändert. Allerdings ist der letzte große Trend mit einem ganz eigenständigen Kleidungsstil seit der Techno-Welle in den 80er Jahren bereits lange vorbei. Heute vermischen sich die Grenzen stärker und immer häufiger wird auch auf Merkmale und Symbole vergangener Subkulturen zurückgegriffen.

Die Trends werden kurzlebiger und es ist durchaus üblich, seinen Stil nach einiger Zeit vollkommen zu ändern. Zwar gibt es immer noch verschiedene erkennbare Strömungen, aber wer sich den entsprechenden Kleidungsstil zu eigen macht, muss nicht zwangsläufig treuer Anhänger eines bestimmten Musikgenres oder einer gewissen Szene sein.

Wer im Untergrund heute nach dem Trend von morgen sucht, konzentriert sich deshalb meist auf gewisse Details. Eine neuartige Kombination bestimmter, bisher unvereinbarer Kleidungsstücke oder das Übertragen von Elementen aus anderen Kulturkreisen kann der Auslöser sein, dass daraus ein gewisser neuer Stil entsteht. Die Trendscouts begeben sich deshalb stets an die pulsierenden und verrückten Hotspots eines Landes, um dort nach neuer Inspiration zu suchen.  

… und auf die Fashionshows

In gewisser Weise zählen hier auch die Fashionshows dazu. Dort trifft sich die Fashionelite der Welt und die Models, welche oft auch in „ziviler“ Kleidung abseits ihres Arbeitspensums die Schauen besuchen, zeigen dann ihre ganz eigene Interpretation und Mischung von angesagten Stücken im Alltag. Auch Stars und Sternchen werden in ihren Outfits rund um die Veranstaltungen abgelichtet und jeder bemüht sich, seine Individualität mit möglichst viel Stil zu präsentieren.

In direktem Vergleich können die neuesten Kreationen der Designer auf den Laufstegen inspiziert werden und es zeigen sich die Themenwelten, welche für ihre aktuelle Kollektion als Inspirationsquelle gedient haben. Was einmal auf einer Modenschau präsentiert wurde, findet heute in Windeseile Verbreitung über die verschiedensten Medienkanäle und die neuesten Trends – egal welche Idee für das Konzept Pate gestanden hat – werden einem breiten Publikum zugänglich gemacht.  

Dies wäre der Gegenentwurf zu Ted Polhemus‘ Theorie. Ein neuer Stil, vom Designer kreiert, wird populär gemacht, zuerst von Modebewussten aufgegriffen und ist dann nach und nach auch in den Verkaufsregalen der großen Kaufhäuser zu finden.

Laufsteg Visualisierung

Jede Subkultur hat eigene charakteristische Merkmale, durch die sich die Anhänger der Szene von anderen abgrenzen.

Quelle: Fotolia © catwalkphotos

Wie arbeitet ein Trendscout?

Einige Designer erklären, dass sie lieber selbst die Szenelokale und Treffpunkte der Subkulturen besuchen, um sich dort von den Menschen und ihrem ganz persönlichen Stil inspirieren zu lassen. Aber auch ein ganz eigener Berufszweig ist täglich damit beschäftigt, neue Trends aufzuspüren. Allen ist gemeinsam, dass sie bei ihrer Suche die verschiedensten kulturellen Ausdrucksformen einer Gesellschaft betrachten.

Dabei genügt es nicht, lediglich etwas Neues, Aufregendes oder Verrücktes zu entdecken, ein Trend muss auch in seinem Kontext analysiert und verstanden werden. Denn dann ist es möglich, eine neue Inspirationsquelle zu nutzen, sie in andere Zusammenhänge zu stellen und ein spezielles Design daraus zu entwickeln.

Dafür ist auch ein gewisses Gespür notwendig, was und in welcher Form ein Trend vermarktet werden kann. Es geht darum, den Zeitgeist zu erkennen. Meist werden interessante und inspirierende Gegenstände, Farben, Muster, Stoffe und andere Materialien zusammengetragen und daraus ein sogenanntes Moodboard zusammengestellt. Damit sollen Emotionen oder eine bestimmte Atmosphäre versinnbildlicht werden: Das visuelle Abbild eines Stils oder Trends.  

Agenturen, die unabhängig nach neuen Trends forschen, veröffentlichen in regelmäßigen Abständen ihre Ergebnisse in Form von Trendreporten. Dabei können neben der Mode ganz verschiedene Lebensbereiche berücksichtigt werden. Es werden beispielsweise auch Szenarien für gesellschaftliche Strömungen entwickelt.

Beispiel für ein Moodboard

Für die Moodboards werden Materialien, Farben und manchmal auch Fotos oder andere Abbildungen gesammelt, um den gewünschten Charakter einer Idee oder eines Konzepts zu visualisieren.

Quelle: Fotolia © alexpoz

Prognosen für die Zukunft - Der Styleguide

Für die Modedesigner werden dazu verschiedene Styleguides entworfen. Diese „Handbücher“ oder „Leitfäden“ der Trends von morgen versammeln die verschiedensten Ideen und Inspirationen, Anregungen für neue Schnitte und Beispiele für innovative Details. Dabei werden zur besseren Visualisierung meist komplette Stilwelten kreiert. Kreative Namen bezeichnen die einzelnen, thematisch voneinander abgegrenzten Szenarien.

Auch für die angesagten Farben einer Saison gibt es eigene Prognosen. Die Trendbüros definieren die modische Farbpalette für die zukünftigen Kollektionen bereits Monate im Voraus. Dann haben die Designer genügend Zeit, ihre Auswahl zu treffen und zukünftige Trends in ihre Kollektionen mit einfließen zu lassen.

Heute Top, morgen Flop

Von der Halbwertszeit eines Trends

Im Gegensatz zu verschiedenen Trends im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich, sind die Trends in der Modewelt sehr kurzlebig. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Eine längerfristige Entwicklung, die derzeit zu beobachten ist, zeigt sich bei der zunehmenden Vermischung der Gendergrenzen.

Immer häufiger sind auf den Laufstegen Kleidungsstücke zu sehen, die von Vertretern beiden Geschlechts getragen werden können. Manche Designer schickten bereits auf den Schauen für Männermode auch Frauen mit auf den Laufsteg. Hier zeigt sich, dass auch der größere gesellschaftliche Trend der Angleichung der Geschlechterrollen von der Modewelt aufgegriffen und individuell interpretiert wird.

Daneben werden die saisonalen Kollektionen immer auch von verschiedenen Mikrotrends beeinflusst. Neben den aktuell angesagten Farben und Mustern werden auch Trends bei den Details wie spezifische Raffungen, Fransen oder Schnitte berücksichtigt. Wer dann stets mit der Mode gehen will, muss regelmäßig für Nachschub in seinem Kleiderschrank sorgen.

Gendershift Jeansstyle

Einer der größeren und langlebigeren Trends in der Modebranche: Der „Gender Shift“ – die Grenzen zwischen den Geschlechtern verwischen zunehmend.

Quelle: Fotolia © Porechenskaya

Von Show zu Show – So ticken die Uhren im Modegeschäft

Der Zeitplan der Modedesigner wird von den wichtigen internationalen Schauen diktiert. Dabei wird unterschieden zwischen den Präsentationen der Haut-Couture und der Prêt-à-Porter-Mode. Unter letzterem sind die Kollektionen zusammengefasst, die industriell hergestellt werden und auch in den einzelnen Verkaufsgeschäften für den Endkunden landen.

Zudem werden in der Regel die Männer- und Damenkollektionen getrennt voneinander präsentiert. Dabei sind die Trends für Herbst und Winter sowie Frühjahr und Sommer jeweils zusammengefasst. Die Schauen in den wichtigsten Metropolen finden dann in kurzer Abfolge hintereinander statt. In den kurzen Zeiträumen zwischen den Schauen werden die Kollektionen entwickelt und produziert. Und danach heißt es wieder: Vor der Schau ist nach der Schau.

Ein Modejahr im Überblick – Die wichtigsten Schauen

Bereits im Januar geht es direkt los. Waren bisher die wichtigsten Fashionshows in den vier großen Modemetropolen Paris, Mailand, New York und London zuhause, hat sich seit 2007 auch Berlin mit seiner Fashion Week etabliert und ist für alle großen Marken ein Pflichttermin geworden.

Wenn in die Verkaufsregale der Boutiquen und Bekleidungsgeschäfte die Kollektionen für das anbrechende Frühjahr eingeräumt werden, dreht es sich auf den Laufstegen bereits schon wieder um die zukünftige Herbst- und Wintermode. Durch diese Zeitverschiebung ist es den Einkäufern möglich, ihre Waren für die kühle Saison zu ordern, denn diese muss dann auch erst noch in den entsprechenden Mengen produziert werden.

Modeschauen Überblick

Das Modejahr im Überblick

Quelle: pixabay © 3112014, CC0

How the Magic happens – Eine Kollektion wird geboren

Neben den großen Namen präsentieren im Rahmen der verschiedenen Modewochen auch immer kleinere lokale Labels ihre Kreationen. Auch wer noch nicht bekannt genug ist, um sich international zu präsentieren, kann so von der Anwesenheit wichtiger Entscheider im Modegeschäft profitieren. Daneben finden aber auch in zahlreichen anderen Städten Fashionevents statt, die jeweils regionaler ausgerichtet sind aber oftmals auch wichtige Ordermessen darstellen.  

Schritt für Schritt ans Ziel

Der Arbeitsprozess von der Idee zur fertigen Kollektion ist für die Designer ein eingespieltes System. Viele Rädchen greifen dabei ineinander, um am Ende in der relativ kurzen Zeit etwas Neues präsentieren zu können. Schritt für Schritt zeigen wir hier die einzelnen Stationen:

1. Inspiration und Trendanalyse

Etwa drei Monate vor einer Schau beginnen die Arbeiten für die neue Kollektion. Trends werden analysiert und ein zentrales Thema festgelegt. Dazu werden die ersten Moodboards angelegt.

2. Ideenfindung und Visualisierung

Im nächsten Schritt werden die ersten Entwürfe gezeichnet. Dies geschieht entweder von Hand oder am Computer. Schnitte werden ausprobiert und mit verschiedenen Materialien experimentiert.

3. Erstellung der Schnittzeichnungen

Sind die einzelnen Stücke festgelegt, werden die Schnitte optimiert und technische Zeichnungen für die Fertigung erstellt. Damit können – entweder im eigenen Nähatelier oder von externen Herstellern – die Musterstücke gefertigt werden. Auch die eingesetzten Materialien müssen zu diesem Zeitpunkt feststehen.

4. Fitting

Die Musterkollektion wird schließlich an den Models, die später für die Präsentation zuständig sind, überprüft. Jetzt ist noch Zeit für letzte Änderungen, die meist direkt vor Ort mit eingearbeitet werden.

5. Präsentation und Order Meeting

Entweder im Rahmen einer Modenschau oder eines speziellen Treffens wird den Kunden die neue Kollektion präsentiert. Vertreter der verschiedensten Handelsketten sind hier vor Ort, um sich einen Überblick zu verschaffen und Teile für ihr Unternehmen auszuwählen.

Mode Schneiderei

Während des Entstehungsprozesses werden die Schnitte mehrmals überarbeitet und angepasst.

Quelle: Fotolia © lumenphotos

Vom Underground zum Massenphänomen

Der Einfluss der Medien

Die wichtigsten Trends der großen Modeschauen werden heute nicht nur in den Nachrichten im Fernsehen oder in den Tageszeitungen publiziert. Das Internet bietet inzwischen noch viel umfangreichere Möglichkeiten, die neuesten Kreationen der Designer für jeden sichtbar zu machen. Vor allem die unzähligen Fotoblogs, welche von vielen trendbewussten Menschen auf der ganzen Welt verfolgt werden, können oftmals viel schneller und umfangreicher einen Eindruck über die Schauen vermitteln.

So schaffen es die neuen Ideen der Modemacher Aufmerksamkeit zu bekommen und von vielen wahrgenommen zu werden. Trotzdem spielen auch immer noch die Hochglanzmagazine eine wichtige Rolle bei der Stilbildung einer Gesellschaft. Da hier die neuen Eindrücke nicht nur unkommentiert aneinandergereiht, sondern meist in einen Zusammenhang gestellt oder auch mit Empfehlungen versehen werden, sehen sich die etablierten Magazine keinesfalls in Konkurrenz mit den Modeblogs.

Fotoblog Bilder

Neben den Fotoblogs der Streetfashion-Fotografen spielen die etablierten Hochglanzmagazine für Modeinteressierte immer noch eine große Rolle

Quelle: Fotolia © Drobot Dean

Vom Catwalk auf den Wühltisch

Sind es zunächst nur einzelne Personen, die sich an die oft gewagten neuen Kreationen heranwagen, so findet ein Trend nach und nach immer mehr Nachahmer. Die großen Modeketten, die erschwingliche Kleidung für jedermann anbieten, reagieren ebenso schnell auf die neuen Trends. Kurz nach den großen Schauen können auch bei ihnen bereits Details wiedererkannt oder Adaptionen verschiedener Kreationen der großen Designer gefunden werden.

„(Ein) Trend ist häufig eine Gegenbewegung zu dem, was es gibt, denn wenn etwas zu viel wird oder schon zu lange anhält, ändert sich der Trend wieder“, so Trendscout Christina Hempen, die für die Modemarke Gerry Weber arbeitet. Wenn die breite Masse sich bereits einen bestimmten Stil zu eigen gemacht hat und die Stücke überall auf der Straße zu sehen sind, tragen die modebewussten Fashionistas bereits schon wieder das nächste ausgefallene Stück.

Auswirkungen auf andere Lebensbereiche

So, wie die Modetrends von den vielfältigsten gesellschaftlichen Bereichen beeinflusst werden, finden sich immer wieder auch Stilelemente unserer Kleidung in anderen Zusammenhängen wieder. Für den Stil eines Outfits dienen etwa sportliche Freizeitaktivitäten und in zunehmendem Maße auch Bestandteile oder Eigenarten fremder Kulturen als Inspirationsquelle.

Genauso spiegeln sich gewisse Modetrends auch beispielsweise in der Art unserer Wohnungseinrichtung wieder. Farben, die zunächst im Fashionbereich als angesagt gelten, halten dann auch Einzug in unser Zuhause – sei es als Wandfarbe oder beim Bezugsstoff von Sitzmöbeln.

Ein weiteres Beispiel ist die Ausstattung von Fahrzeugen, die ebenfalls immer wieder an aktuelle Strömungen der Modewelt angepasst wird. Auch die äußere Karosseriehülle kann heute viel flexibler als früher mit speziellen Folien farblich verändert werden. So kann auch ein teureres Investitionsgut wie ein Auto als modisches Statement dem Trend der Zeit folgen.   

Redaktion

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