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Wie Augmented und Virtual Reality den Alltag erobern

Jenseits der Realität Wie Augmented und Virtual Reality den Alltag erobern

Was dabei nicht vergessen werden sollte – beide, Augmented und Virtual Reality, sind keineswegs nur für Unterhaltungszwecke geeignet, sie können vielmehr in vielen Bereichen sinnvolle Verwendung finden. Einige Beispiele aus Leipzig zeigen auf, was alles möglich ist.

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Die virtuelle Zukunft: Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Augmented Reality und Virtual Reality eine größere Rolle in unserem Alltagsleben spielen.

Quelle: fotolia.com © Jacob Lund

Vermutlich ist es mehr als nur ein Hype: Denn das Phänomen Augmented Reality ist nicht allein auf das inzwischen wieder abgeebbte Interesse an der virtuellen Pokémon-Jagd beschränkt, auch wenn das Spiel zweifellos für eine breitere Aufmerksamkeit gegenüber der Technologie gesorgt hat. Genauso ist Virtual Reality gerade erst auf dem Weg, massentauglich einsetzbar zu werden. 

Virtual Reality ist nicht gleich Augmented Reality

Bei aller Schnelllebigkeit der technischen Entwicklung heutzutage ist es nicht besonders schwer, den Überblick zu verlieren. Noch dazu, wenn es um Technologien geht, mit denen man (noch) nicht tagtäglich in Berührung kommt. Außerdem ist Technikaffinität nicht unbedingt gleichmäßig über die Altersklassen der Gesellschaft verteilt. Da sind Missverständnisse schnell entstanden, erst recht bei Neuerungen und Begrifflichkeiten, die ähnlich klingen und vermeintlich Ähnliches bewirken.

Wie etwa im Falle von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) . Letztere ist schon seit Jahrzehnten als anfangs diffuse und mittlerweile zusehends ausgereifte Technik bekannt, mit der die Menschen in eine vollkommen andere, virtuelle Realität eintauchen können. Ein Stoff, wie er gerne in Science-Fiction-Filmen verarbeitet wurde und wird, der aber nun im „wahren Leben“ angekommen ist. Besonders im Bereich der Unterhaltungselektronik, etwa bei Videospielen, ist VR weiter auf dem Vormarsch. Was nicht zuletzt daran liegt, dass unterschiedliche namhafte Hersteller in den Entwicklungswettbewerb eingestiegen sind und
ihre ganz eigenen Lösungen und Angebote hervorbringen. 

Prognose: Marktentwicklung Augmented & Virtual Reality

Der Umsatz mit Augmented Reality soll auf knapp 50 Mrd. US-Dollar steigen

Quelle: Quelle: © 2017 Statista.com | Grafik: fotolia.com © Andrew Derr

Was ist Virtual Reality?

Bei der virtuellen Realität wird die komplette Wahrnehmung der Wirklichkeit über eine interaktive, von Computern animierte, Umgebung gesteuert. Physikalische Eigenschaften können in Echtzeit verändert werden.

Werden physische und virtuelle Realität kombiniert, spricht man von gemischter Realität, der augmented reality. Daher wird diese Art der Realität auch mixed reality genannt.

Was ist Augmented Reality?

Unter der erweiterten Realität wird die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung verstanden. Dabei können alle Sinne angesprochen werden aber aktuell wird die Technik zumeist auf die Ergänzung von Bildern und Videos mit zusätzlichen Informationen reduziert. Wenn bei Freistößen innerhalb einer Fußball-Übertragung die Entfernung zum Tor mittels Linie eingeblendet wird, sind sie bereits Teil der augmented reality [ɔːɡˈmɛntɪd ɹiˈælɪti].

Augmented Reality verzeichnet zuletzt eine steile Erfolgsgeschichte, die sie unter anderem immer besser ausgestatteten Smartphones verdankt. Die verfügen inzwischen über die notwendige Hardware, um AR-Angebote geschäftstauglich umzusetzen. Dementsprechend vergrößert sich auch die Zahl der Apps, die sich die Erweiterte Realität zunutze machen. Zwischenzeitlich prominentestes Beispiel ist „Pokémon GO“, das zumindest für eine Weile in allen Medien und scheinbar auf allen Smartphones zu finden war.

Pokemon Go Spieler

Pokemon Go eignet sich für jedes Alter

Quelle: Bildjournalist: Sven Bartsch

Der besondere Reiz von AR liegt in der immer noch bestehenden Verbindung zum realen Leben. Während VR diese gänzlich hinter sich lässt und eigene Welten kreiert, bleibt AR an die Wirklichkeit gebunden, geht aber dennoch über diese hinaus. Und es dürfte gerade die Vielseitigkeit der Anwendungsmöglichkeiten im alltäglichen Leben sein, die für eine weiter voranschreitende Entwicklung verantwortlich sein wird. So dient AR im alltäglichen Leben etwa als „Instant Übersetzer“. Auch im Schulunterricht kann AR schließlich unterstützend wirken und eher abstrakte Disziplinen wie die Mathematik greifbarer machen. In dieser Hinsicht ist es nicht unerheblich, dass etwa die digitale Vernetzung immer größere Bedeutung für den Alltag gewinnt. So steht AR gewissermaßen sinnbildlich für die Verschmelzung von virtuell und real. 

Zukunftsperspektiven

Diese Verschmelzung sollte dabei nicht als bloße technische Spielerei abgeurteilt werden. Natürlich dürfte sich erst in Zukunft zeigen, wozu AR und VR letztlich fähig sind. Kommunikationsmanager der DIGILITY in Köln, Anett Gläsel-Maslov, etwa ist überzeugt davon, dass beide Technologien zu festen Größen in Vertrieb und Marketing werden können. Allerdings sieht sie für einen Durchbruch, mit dem weite Teile der Gesellschaft erreicht werden, noch das eine oder andere Hindernis – namentlich die bislang verfügbare Hardware, gerade für VR-Darstellungen.

Die funktioniert zwar und liefert beachtliche Ergebnisse, ist aber noch recht weit davon entfernt, als komfortabel gelten zu können. Größe, Gewicht, Akkulaufzeit, in allen diesen Bereichen besteht noch Verbesserungsbedarf. Trotzdem lassen sich schon jetzt Anwendungsbeispiele finden, vor allem AR ist bereits in verschiedenste Einsatzgebiete vorgedrungen.

Vernetzung und AR im Porsche-Werk Leipzig

Wenn im industriellen Bereich von „ Big Data“ die Rede ist, dann ist für den außenstehenden nicht immer klar, welchen Zugewinn gewaltige Datenmengen etwa in der Produktion genau haben sollen. Ein Blick in das Porsche-Werk Leipzig zeigt allerdings recht schnell das Verhältnis von Digitalisierung zu Fertigungsprozessen auf. Eines der wichtigen Schlagworte ist dabei die Vernetzung. Die erlaubt unter anderem permanent zu kontrollieren, ob alle notwendigen Bauteile für den Zusammenbau jedes einzelnen Fahrzeugs vorhanden sind.

Porsche Werk Leipzig: Hinter den Kulissen der Produktion von Panamera, Cayenne und Macan

you_tube

Innerhalb des Produktionsprozesses kommt AR an verschiedenen Stellen zum Einsatz: Mit Hilfe von QR-Codes, die die meisten zum Beispiel von Werbeplakaten kennen dürften, können im Porsche-Werk alle Baugruppen und Karosserien zweifelsfrei identifiziert werden. Außerdem hilft AR bei der Prüfung von Blech- und Elektronikbauteilen.  

AR für Besucher der Leipziger Buchmesse

Wer es 2017 auf die Leipziger Buchmesse geschafft hatte, konnte sich dort womöglich schon persönlich von einer neuen Art und Weise überzeugen, zukünftig zu neuem Lesestoff zu finden. Der Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels MVB präsentierte in diesem Rahmen seinen interaktiven #Buchprofiler. Der verbindet Produktinformationen mit Gesichtserkennung und ein wenig AR – und liefert den Nutzern Buchempfehlungen. Was vorläufig als Spaß zu verstehen ist, könnte im Zuge einer weitreichenden digitalen Vernetzung aber in Zukunft ein ernstzunehmendes Feature werden.

Informationsvermittlung für Besucher der Leipziger Oper

Fast schon konventionell wirkt hingegen der AR-Ansatz der Leipziger Oper. Die stellt schon seit vergangenem Jahr eine kostenfreie App bereit, mit der Nutzer über das Spielzeitheft, die Werbeplakate und das „DREIKLANG“-Magazin hinaus auf weitere Informationen zugreifen können. Ein Beispiel das zeigt, wie sich digitale und gedruckte Medien kundenorientiert miteinander verbinden lassen. 

Leipzig im virtuellen Wandel: Projekte rund um die Augmented Reality

Die Oper Leipzig ist allerdings beileibe nicht die einzige Institution, die sich um den Einsatz der erweiterten Realität bemüht. Bei der Vielzahl laufender (und teils abgeschlossener) Projekte rund um die Digitalisierung und AR ist es nicht übertrieben, der Stadt als solche einen digitalen und virtuellen Wandel zu attestieren.

CityHack im Basislager Hackathon

Tatsächlich beweist der unlängst stattgefundene CityHack im Basislager Coworking Space , welche Möglichkeiten es für die Gestaltung einer smarten Stadt gibt. Beim ersten Hackathon in Leipzig konnten im Februar Entwickler und Kreative ihre Ideen in einen Topf werfen – mit dem Ziel die Stadtentwicklung im digitalen Bereich voranzutreiben. Ein großes Thema mit entsprechend vielfältigen Ansatzpunkten. Ganz vorne mit dabei: Die Suche nach neuen Anwendungsgebieten für ein offenes Leipziger WLAN.

Mehr erleben mit einem offenen WLAN in Leipzig

Die Grundvoraussetzungen sind jedenfalls weitestgehend vorhanden, freien WLAN-Zugang gibt es etwa entlang des Innenstadtrings an allen Haltestellen des ÖPNV und in der Innenstadt selbst. Zukünftig soll die Reichweite weiter ausgebaut und die zur Verfügung gestellte Bandbreite vergrößert werden, um solche Anwendungen in das (digitale) Stadterlebnis einfließen zu lassen. Wie derartige mobile Applikationen in der Praxis aussehen können, zeigen einige Beispiele weiter unten.

Kostenloses WLAN Innenstadt Leipzig

Leipzig soll in Bewegung bleiben, nicht nur im öffentlichen Nahverkehr, sondern auch beim digitalen Wandel. Ein Verkehrsradar wäre eine Möglichkeit, beides zu verbinden.

Quelle: fotolia.com © Alexander

Verkehrsradar für Leipzig

In eine ähnliche Kerbe schlagen die Pläne der LVB, die neuen Tram-Modelle gleich auch mit einer ebenso spielerischen wie praktischen Anwendung zu verbinden. Das neue Betriebsleitsystem kann ohnehin die Positionen und Routen sämtlicher Bahnen in Echtzeit verfolgen – für Fahrgäste, die zugleich andere Verkehrsmittel nutzen möchten (etwa Car- oder BikeSharing), könnte daraus ein deutlicher Mehrwert generiert werden, weil eine entsprechende Aufbereitung und Bereitstellung dieser Daten die Streckenkoordination für die Nutzer erleichtern würde.

Datenvisualisierung und 360° Storytelling im Journalismus

Vertreten war beim CityHack auch die LVZ, auf der Suche nach neuen Möglichkeiten für den Journalismus. Dabei ging es unter anderem um eine sinnvolle Verbindung von journalistischem Arbeiten und „Big Data“. Wie in Wirtschaft und Industrie gilt es eben auch für Journalisten, sich die täglich anfallenden Datenmengen zu Nutze zu machen – „Datenjournalismus“ lautet das Stichwort, dabei steht die Aufbereitung ansonsten unüberschaubarer Datenansammlungen für die Leser im Vordergrund.

Für die Journalisten eine Öffnung ihres Tätigkeitsfeldes, für die Leser die Möglichkeit, wichtige Informationen und komplexe Zusammenhänge in anschaulicher Form zu erhalten. Wie eine solche Anwendung in der Umsetzung aussehen kann, verdeutlicht etwa die interaktive Karte der Leipziger Mietpreise. Derart ließen sich Daten aus ganz verschiedenen Lebensbereichen verarbeiten.

Eine weitere Chance, journalistische Arbeitsweisen und aktuelle Technik zu verbinden, fällt unter den Begriff „360° Storytelling“ . Mit entsprechenden Kameras und VR-Technik könnten in Zukunft Reportagen wesentlich näher an die Nutzer herangetragen werden – wie würden sozusagen mitten ins Geschehen hineinversetzt werden. Mit der Serie: Rund.Blick.Leipzig hat die LVZ die ersten Inhalte bereits erstellt.

Screenshot: Rund.Blick.Leipzig

Panorama-Entdeckungstour durch Leipzig

Quelle:

Medien im digitalen Zeitalter

Es dürfte kein Geheimnis sein – und das Experimentieren mit virtuell verfügbaren 360°-Reportagen oder Versuche wie der #Buchprofiler sind hierfür nur zwei Beispiele –, dass gerade die eher „traditionellen“ Medien, also insbesondere die Printmedien, auf die digitalen Möglichkeiten zugehen müssen, um gegenüber neuen Medienformaten nicht in Rückstand zu geraten. Lösungsansätze sind jedenfalls vorhanden.

libjpeg 9.2 – ein Projekt des Instituts für Angewandte Informatik e.V.

Das Leipziger Institut für Angewandte Informatik InfAI oder genauer die daran angeschlossene Independent JPEG Group widmet sich beispielsweise der Softwarebibliothek libjpeg. Die gewährleistet auch unter den Vorzeichen der fortschreitenden technischen Entwicklung die Bearbeitung von JPEG-Bilddateien – mehr noch, mit der neuen Version von libjpeg konnte der Kreis mobiler Anwendungen, die auf sie zurückgreifen, sogar erweitert werden. Aufbauend auf der neuen Version soll zukünftig auch die Unterstützung von AR-Anwendungen ermöglicht werden.

Medienunternehmen im digitalen Wandel – die Medienforen Leipzig

Die Medienforen Leipzig gehen generell der Frage nach, wie sich Medienunternehmen im digitalen Wandel zukunftsfähig positionieren können. Das Ziel des Unternehmens ist die Förderung der notwendigen Innovations- und Anpassungsfähigkeit, wozu einerseits etwa die Analyse von Trends, andererseits die Weiterentwicklung von Produkten gehören.

Kinder erleben Technik

Der Medienkonsum – gerade bei den jüngeren Generationen – befindet sich im Wandel und „klassische“ Medien sind mehr denn je gezwungen, sich an die neue Ausgangslage anzupassen.

Quelle: fotolia.com © YakobchukOlena

Um diese Ziele zu erreichen, konzentrieren sich die Medienforen besonders auf drei Schwerpunkte:

  • Im Bereich Forschung geht es um die Erörterung der bereits angesprochenen Trends innerhalb des digitalen Wandels. Die Fragestellungen drehen sich dementsprechend um das inzwischen allgegenwärtige Thema Big Data oder die potenziellen Auswirkungen technischer Neuerungen wie eben VR auf die Medienlandschaft.
  • Davon ausgehend bietet die Abteilung Entwicklung den Medienunternehmen im Rahmen von verschiedenen Beratungs- und Veranstaltungsformaten Hilfestellungen, um neue Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle zu erarbeiten und umzusetzen.
  • Die zentrale Schnittstelle zwischen diesen beiden Tätigkeitsfeldern stellt das Netzwerk der Medienforen dar. Das schließt die angeschlossenen Partner ebenso ein wie die Beteiligten aus Forschung und Entwicklung. Im gemeinsamen Netzwerk kommt das gewonnene Wissen zusammen, um etwa auf Seminaren, Konferenzen oder Kongressen zwischen den Beteiligten ausgetauscht zu werden.

Hierzu zählen auch die sogenannten Innovation Labs, die mit einem Branchenschwerpunkt versehen sind. Die Digital Impact Labs Leipzig , die der Bedeutung des digitalen Wandels Rechnung tragen und als jüngstes Mitglied der Forengruppe angeschlossen wurden, führen allerdings gleich verschiedene Branchen mit technisch versierten Partnern zusammen. Hier wird die Thematik sozusagen noch einmal in Form einer dauerhaften Einrichtung gebündelt.

Virtual Reality für Verlage – Leipziger Innovationsforum

Konkret kann eine Kooperation mit den Medienforen dann so aussehen, wie das Leipziger Innovationsforum im vergangenen März. Das war die erste Veranstaltung dieser Art, die gemeinsam von der Interessengemeinschaft Digital im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, den besagten Leipziger Medienforen sowie dem Media City Atelier Leipzig durchgeführt wurde.

Augemented Reality in der Medienpaedagogik

Wo früher ausschließlich die Phantasie die Bücher zum Leben erweckte, springen heute mehr und mehr AR- und VR-Technologie ein.

Quelle: fotolia.com © biker3

Zentrales Thema des Forums waren die Möglichkeiten, die die VR-Technik für Buchverlage bereithält. Die Frankfurter Buchmesse hielt dazu schon im vergangenen Jahr einige interessante Ansätze bereit, von denen der virtuelle Buchladen im Vergleich der wahrscheinlich konventionellste war. Besonders spannend an der Verbindung von virtueller Welt und analogem Lesen ist der mögliche Perspektivwechsel – von gänzlich neuen Erzählformaten ganz zu schweigen. Gleichzeitig regt die technische Komponente vielleicht wieder mehr dazu an, überhaupt zum Buch zu greifen.

Augmented Reality in Medienpädagogik und Wissensvermittlung

Während AR für einige Teilnehmer der Frankfurter Buchmesse schon im letzten Jahr „kalter Kaffee“ war, hat die Technik doch nach wie vor großes Potenzial, gerade im Hinblick auf den pädagogischen Bereich. Dafür spricht übrigens auch, um ein vorläufig letztes Mal den Buchhandel anzusprechen, die Fülle von Kinderbüchern, die AR für die jungen Leser verwendet. Vielfach ist dies allerdings als Spielerei zu verstehen, dabei ist die Technologie bestens geeignet, die Wissensvermittlung zu unterstützen – und das nicht nur für Kinder.

Geospiele als Vermittlungsformate

Obwohl Schüler natürlich eine naheliegende Zielgruppe sind, da sie zum einen das Lernen gewissermaßen hauptberuflich ausüben und in weiten Teilen so technikaffin sind, dass sie keine Berührungsängste mit der Technologie und noch weniger Schwierigkeiten im Umgang damit haben.

Das Leibniz-Institut für Länderkunde weist aber darauf hin, dass etwa die Geographischen Gesellschaften auch im Bereich des Tourismus große Potenziale für Geospiele mit AR-Unterstützung (PDF) auftun können.

Die Bandbreite der Einsatzbereiche langt vom Tourismus , über die Museumspädagogik , die Freizeitgestaltung bis hin zum Stadtmarketing . Dazu ließe sich jeder dieser Bereiche für verschiedene Zielgruppen passgenau auslegen. So könnte je nach Alter der Nutzer der spielerische Aspekt zugunsten der Wissensvermittlung stärker oder weniger stark eingesetzt werden.

Geocaching und VR

Das Prinzip Geocaching ist dank AR nicht mehr nur für Abenteurer, sondern kann in vielen Bereichen der Informationsvermittlungen in bestimmten Umgebungen entsprechend eingesetzt werden - von der Innenstadt bis zum Museum.

Quelle: fotolia.com © Sergey Nivens

Die Vorteile der AR-Vermittlungsformate im Vergleich zu herkömmlichen Vermittlungsmethoden:

  • Mit mobil nutzbaren Apps können deutlich mehr Nutzer erreicht werden, was unter anderem am zeitgemäßeren Format der Wissensvermittlung liegt.
  • Da Gamification , also die Nutzung spieltypischer Elemente in Situationen, die auf den ersten Blick wenig bis gar nichts mit Spielen zu tun haben, inzwischen große gesellschaftliche Verbreitung findet, können entsprechend mehr Zielgruppen mit Geospielen angesprochen werden.
  • Die Geospiele kommen nicht in einem geschlossenen Raum zum Einsatz, sondern vor Ort. Das macht sie zudem noch öffentlichkeitswirksamer .

Bei allem vorhandenen Potenzial müssen vorab einige wichtige Fragen geklärt sein. Dazu gehört die nach der Bereitstellung der Inhalte und deren Aufbereitung. Es muss aber ebenfalls ein Partner gefunden werden, der die technische Umsetzung und gegebenenfalls die Pflege der Anwendung (also Aktualisierungen durchführt, Fehler behebt etc.). Darüber hinaus ist die vielleicht wichtigste Frage, wie sich ein solches Projekt finanzieren ließe. Ohne Partner wird eine Umsetzung deshalb vermutlich nicht realisierbar sein.

Verbrecherjagd 3.0 – Eine Handykrimitour des SAEK Leipzig

Unterstützung hatten auch die jugendlichen Teilnehmer des „Verbrecherjagd 3.0“-Projekts, das der Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanal SAEK Leipzig vor einigen Jahren ins Leben gerufen hatte. In Zusammenarbeit mit dem Krimiautor Henner Kotte und dem App-Entwickler Bodo Pfeifer entstand unter Federführung der 13- bis 16-jährigen Jugendlichen eine Handykrimitour durch die Stadt. Die Bemühungen wurden nicht zuletzt durch den ersten Platz bei der Verleihung des Medienpädagogischen Preises durch die Sächsische Landesmedienanstalt und dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus (Kategorie „Bestes multi-/crossmediales Medienkompetenzprojekt“) belohnt.

Geschichte erleben – Die „ZEITFENSTER“-App

Die App „ZEITFENSTER. Friedliche Revolution Leipzig“ legt hingegen einen deutlich stärkeren Fokus auf das mobile historische Lernen. Sie führt dabei zum einen durch die Stadt und zum anderen zurück in das Jahr 1989, als der Umbruch schon spürbar wurde. Anhand von 25 Orten – den „Zeitfenstern““ – und mit Hilfe von AR wird den Nutzern das Leipzig von vor 28 Jahren vor Augen geführt, indem historische Fotografien mit dem Smartphone über die tatsächliche Ansicht gelegt werden.

ZEITFENSTER Leipzig: So funktioniert die AR-App

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Ergänzend dazu liefert die Anwendung Originaldokumente, Fotos und Filmmaterial zu den unterschiedlichen Themengebieten: Mit „Vorgeschichte(n)“, „Propaganda und Protest“, „Friedliche Revolution“ und „Zwischen den Zeiten“ erhalten die Nutzer einen tieferen Einblick in die Geschehnisse des Herbsts 1989. Und zwar genau dort, wo sie stattgefunden haben und nicht in Museumsräumlichkeiten.

Wer sich das umfangreiche Programm nicht in einem Rutsch einverleiben möchte, kann seine Geschichtstour auch ganz persönlich ausgestalten. Es gibt keine feste Abfolge der einzelnen Stationen, die Zeitfenster können also nach Belieben angesteuert werden. Wobei im Übrigen das eingebaute Navigationssystem hilft, damit die eingetragenen Orte im wahrsten Sinne nicht in Vergessenheit geraten.

Leipzig goes digital

Auch wenn immer gerne von den Schwierigkeiten gesprochen wird, mit dem technologischen Fortschritt und den daraus resultierenden Folgen mitzuhalten – in Leipzig wird die digitale Herausforderung jedenfalls angenommen und aktiv nach Lösungen und Anwendungsmöglichkeiten für die technischen Neuerungen gesucht. Für alle – seien es Autobauer, die Medienbranche, die Verkehrsbetriebe oder der einzelne Nutzer – ist damit ein Mehrwert verbunden. Der mag manchmal hinter der spielerischen Fassade der Apps verschwinden, aber nichtsdestotrotz sind AR und VR zwei Technologien mit großem Potenzial, wenn es um die Vermittlung von Informationen und Wissen in nahezu allen Bereichen des Alltags geht.  

Redaktion

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