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Das richtige Smartphone-OS finden

Technik Das richtige Smartphone-OS finden

Android, iOS oder Windows Phone? Wer sich ein Smartphone kaufen will, muss sich nicht nur für ein Gerät, sondern auch für ein Betriebssystem entscheiden. Und die Wahl sollte man sich gut überlegen. Denn wer einmal drin ist, kann nur schwer wieder wechseln.

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Die Qual der Wahl: Ob auf einem Smartphone Android (l), Windows 10 Mobile (M) oder iOS läuft (r), legt den Käufer auf ein ganzes Ökosystem mit Apps, Zusatzdiensten und Shops fest.

Quelle: Karolin Krämer

Hannover. Android oder iOS? Was bei vielen überzeugten Nutzern geradezu eine Glaubensfrage ist, kann für Erst- oder Neukäufer eines Smartphones ein ziemliches Problem sein. Man kauft nicht nur ein Gerät, auch ein ganzes Ökosystem mit App Store und Zusatzdiensten hängt daran.

Hier ein Überblick über die drei wichtigsten Systeme:

Googles Android: Marktführer mit vielen Möglichkeiten

Android gibt Nutzern viele Möglichkeiten. Das fängt bei der Auswahl der Smartphones an - von etwa 80 bis mehr als 1000 Euro gibt es Geräte in allen Leistungsklassen, sagt Hannes Czerulla von der Fachzeitschrift "c't". Unter 200 Euro muss man allerdings mit vielen Abstrichen bei Geschwindigkeit und Funktionen rechnen, warnt Andreas Seeger vom Magazin "Connect".

Wegen der großen Verbreitung - laut Zahlen des

Marktforschers IDC läuft Android aktuell auf rund 87,6 Prozent aller aktiven Smartphones - gibt es alle beliebten Apps. Google-Dienste wie Gmail, Suche, Drive oder Fotos sind nahtlos in die meisten Android-Versionen integriert. Androiden funktionieren aber auch ohne Google-Konto gut.

Vielfalt gibt es auch bei den Android-Versionen: Neben Googles Standard-Android passen nahezu alle Hersteller das offene Betriebssystem in Aussehen und Funktionsumfang an ihre Geräte an. Diese Versionsvielfalt sorgt aber auch für Probleme, sagt Andreas Seeger. Je nach Hersteller kann es lange dauern, bis es frische Software-Updates für das Telefon gibt. Google selbst versorgt seine Smartphones regelmäßig mit Sicherheits- und Funktionsupdates. Andere Hersteller tun dies deutlich seltener, manche auch nie.

Hat man sich einmal in Android eingerichtet, ist der Wechsel auf ein neues Gerät mitunter schwierig, warnt Andreas Seeger. Ein einheitliches Backup-Programm, das alle Daten zuverlässig überträgt, gibt es nicht. Die Hersteller setzen auf eigene Lösungen.

Apples iOS: Ein Garten mit hohen Zäunen

"Apples iOS ist sehr gut für Einsteiger geeignet", sagt Hannes Czerulla. Die Menüstruktur ist einfach, allzu viele Einstellungen gibt es nicht. Doch der Einstiegspreis ist hoch: Rund 480 Euro kostet das günstigste neue iPhone beim Hersteller. Die Auswahl ist im Vergleich zur Android-Vielfalt klein. Dafür gibt es regelmäßig frische Software - bislang erhielt jedes iPhone-Modell rund vier Jahre lang Updates. Erkannte Sicherheitslücken werden so schnell beseitigt. "iOS ist das sicherere System", urteilt Andreas Seeger.

Auch in einem anderen Punkt ist das Apple-System überlegen. Mit der Synchronisationssoftware iTunes können Nutzer ihre Daten vom Telefon einfach sichern. Wer ein neues iPhone in Betrieb nimmt, kann zuverlässig alle gespeicherten Daten vom alten Gerät übertragen.

Schwierig wird es, wenn man iOS eines Tages den Rücken kehren will. Zwar bieten einige Android-Anbieter Umzugsassistenten an. Doch gerade große Foto- oder Musikmediatheken können Probleme bereiten. Gekaufte Apps können - wie auch beim Wechsel von Android auf andere Plattformen - nicht mit umziehen und müssen neu gekauft werden.

Microsofts Windows Phone: Die Zukunft ist ungewiss

"Windows Phone ist noch da, aber ich erwarte da nichts mehr von", sagt Andreas Seeger über Microsofts Smartphone-Betriebssystem. Gerade 0,4 Prozent beträgt der Marktanteil laut IDC noch. Richtig durchsetzen konnte sich das System nicht. Ein Grund dafür: Weil es anfangs viele populäre Apps nicht gab, kauften auch nur wenige Nutzer Windows Phones. Das wiederum hielt, wie Andreas Seeger erklärt, viele Entwickler davon ab, die zusätzliche Mühe für eine Windows App zu investieren. Die Folge: Gibt es populäre Apps wie Facebook oder Whatsapp, sind sie häufig veraltet.

Neben fehlenden und nicht aktuellen Apps bemängelt Hannes Czerulla auch viele gefälschte Programme und würde trotzdem nicht komplett von Windows Phone abraten. "Wer sich ein reines Smartphone zum Telefonieren und Nachrichten versenden holen will, kann ein Windows-10-Gerät kaufen." Für Windows Phone spricht auch die einfache Bedienung und die übersichtliche Benutzeroberfläche.

Wem die ungewisse Zukunft von Windows Phone nichts ausmacht, der kann für recht wenig Geld zu mitunter leistungsstarken Smartphones kommen. Ab rund 100 Euro gibt es Einsteigermodelle. Sogar die Anfang 2016 vorgestellten Microsoft-Flaggschiffe Lumia 950 und 950 XL gibt es mittlerweile ab rund 300 beziehungsweise 380 Euro.

dpa

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