Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Eisige Elektronik: Kälte kann Mobilgeräten schaden

Technik Eisige Elektronik: Kälte kann Mobilgeräten schaden

Schlappe Akkus, gefrorene Bildschirme, nasse Geräte: Kälte und Elektronik vertragen sich nur selten. Wer das im Winter unterschätzt, riskiert Schäden an Smartphone, Tablet oder Navi. Manchmal hilft zum Schutz nur noch eins: ausschalten.

Voriger Artikel
Die Macht der Lüge: Fake News im Netz erkennen
Nächster Artikel
Transparenzverordnung für Internet-Anschlüsse

Einfrierende Flüssigkristalle, springendes Displayglas: Kälte kann ein Smartphone in Mitleidenschaft ziehen.

Quelle: Karolin Krämer

Münster/München. Früher konnte es gefährlich werden, akkubetriebene Geräte großer Kälte auszusetzen. Besonders, wenn Nutzer die noch kalten Akkus zu Hause aufladen wollten: In den ersten Generationen der Lithium-Ionen-Akkus liefen Ladeprozesse dann sehr langsam.

Schlimmstenfalls konnte das zu Kurzschlüssen oder sogar zu einer Explosion führen. Grund zur Panik gibt es aber nicht mehr: "Das Problem ist technisch schon lange gelöst", sagt Tobias Placke vom Batterieforschungszentrum (MEET) der Universität Münster.

Auch wenn Akkus wegen eisiger Temperaturen nicht mehr explodieren: Kälte und elektronische Geräte vertragen sich immer noch nicht gut. Das betrifft nicht nur Akkus. Bei Smartphones und Tablets können in den Touchscreens die Flüssigkeitskristalle einfrieren. Sie reagieren dann nur träge oder gar nicht mehr auf Berührungen.

Während bei IPS- und TFT-Bildschirmen Flüssigkeitskristalle verbaut sind, arbeiten in AMOLED-Displays Dioden. Gegenüber Kälte sei diese Technologie widerstandsfähiger, sagt Rita Deutschbein vom Telekommunikationsportal "Teltarif.de". Dennoch kann Kälte auch hier dazu führen, dass das Displayglas springt.

Manchmal lässt es sich jedoch nicht vermeiden, und das Mobilgerät muss für längere Zeit hinaus in die Kälte. Kommt das Telefon danach ins Warme, ist das für die Elektronik eine Strapaze. Nutzer sollten ihr Gerät in diesem Fall langsam erwärmen. Deutschbein rät davon ab, es mit einem Fön zu erhitzen oder auf die Heizung zu legen.

Denn abrupte Kalt-Warm-Wechsel bergen ein großes Risiko, etwa Kondensation. "Im schlimmsten Fall richtet die Nässe im Gerät Schaden an, etwa an den Akku-Kontakten", so Deutschbein. Die Schäden können irreparabel sein. "Das Wasser kann zu Kurzschlüssen und Korrosion führen", erklärt Heidi Atzler vom Tüv Süd.

Das Problem: Feuchtigkeit im Gerät ist oft nicht zu sehen. Sie sammelt sich in versteckten Hohlräumen. Wer sicher gehen will, schaltet sein Gerät aus, bevor es aus der Kälte ins Warme kommt, empfiehlt Atzler.

Manche Autofahrer lassen ihr mobiles Navigationsgerät über Nacht im Auto liegen: Das ist im Winter keine gute Idee, denn dauerhafte Kälte schadet den Zellen. Besonders stark leiden sie darunter, wenn sie voll geladen sind. Die Zellen können dadurch große Energieverluste erleiden, wie Placke erklärt. Das ist schlecht für die Laufzeit und die Lebensdauer des Akkus.

Grundsätzlich gilt: Am besten arbeiten Lithium-Ionen-Akkus bei Temperaturen von 15 bis 25 Grad. Je weiter man sich von diesem Optimalbereich entfernt, desto schlechter sei das für die Zellen, sagt Placke. Das heißt aber nicht unbedingt, dass sie sich bei Kälte schneller entladen. "Solche Probleme sollte es nicht geben, sofern Akkus nicht über längere Zeit tiefen Temperaturen ausgesetzt sind."

Um ihren Akku vor Schäden zu schützen, schalten sich manche Smartphones bei extremer Kälte ab. "Das ist ein natürlicher Selbstschutz der Geräte", erklärt Deutschbein.

iPhones dürfen zum Beispiel nur bei 0 bis 35 Grad Celsius genutzt werden. Für die Lagerung sind die Werte höher: -20 bis 45 Grad sind dann in Ordnung.

Unter Umständen riskieren Verbraucher auch ihre Garantie, wenn sie ihr Smartphone bei eisigen Temperaturen nutzen. Wasserschäden etwa sind oft ausgeschlossen - was bei Kondenswasserbildung zum Problem werden kann. Halten sich Nutzer nicht an Temperaturvorgaben der Hersteller, seien Kälteschäden gemäß den Garantiebestimmungen nicht gedeckt, erklärt Deutschbein.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr