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MWC: Doppelkameras, große Displays und ein Revival

Technik MWC: Doppelkameras, große Displays und ein Revival

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona gibt es in diesem Jahr nicht das eine neue Smartphone, das alle in den Schatten stellt, sondern viele interessante Details. Jeder Hersteller sucht sich seine Nische.

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Sonys Xperia XZ Premium hat ein 4K-Display (3840 zu 2160 Pixel) und kann bis zu 960 Bilder pro Sekunde aufzeichnen - für extreme Zeitlupen.

Quelle: Andrea Warnecke

Barcelona. Ein Mobile World Congress ohne neues Telefon von Samsung - das gab es seit Jahren nicht. Doch nach der Affäre um fehlerhafte Akkus und Smartphone-Brände zeigen die Koreaner in diesem Jahr auf der

Messe (27. Februar bis 2. März) keinen Nachfolger für das Galaxy S7.

Statt Samsung glänzen andere Hersteller mit ihren Spitzenmodellen. LG etwa setzt beim neuen G6 nicht mehr auf die modulare Bauweise des Vorgängers. Nun steht das Display im Vordergrund. Im ungewöhnlichen 18:9-Format soll das G6 Fotos und Filme detaillierter darstellen - inklusive Farbräumen und Kontrasten in Dolby Vision und HDR 10, die sonst nur vom TV-Bildschirm bekannt sind. Ergonomie und einfache Handhabung waren ein weiterer Fokus der Entwicklung, wie LG-Manager Juno Cho in Barcelona erklärte. Eine Kombination aus Weitwinkel- und Standardwinkelkamera ermöglicht zudem mehr Spielraum bei Aufnahmen.

Auch Huawei setzt auf die doppelte Kamera. Allerdings werden nicht verschiedene Winkel kombiniert, sondern eine Schwarz-Weiß- und eine Farbkamera. Das soll für schnelleren Fokus und verlustfreies Zoomen sorgen, abar auch für echte Schwarz-Weiß-Bilder ohne Filter. Die Kameralinsen für das P10 und das leistungsfähigere P10 Plus wurden gemeinsam mit Leica entwickelt. Fotoenthusiasten sollen zahlreiche Aufnahmemodi, Filter und Effekte ansprechen. Huawei ruft für das P10 und das P10 Plus 600 Euro beziehungsweise 750 Euro auf.

Bei Sonys neuem Spitzenmodell Xperia XZ Premium schießt die 19-Megapixel-Hauptkamera bis zu 960 Bilder pro Sekunde. Extreme Zeitlupeneffekte sind so möglich. Das wasser- und staubdichte 5,5-Zoll-Gerät soll im Juni für rund 750 Euro in den Verkauf gehen. In dieser Preisklasse mischt auch HTC mit dem U Ultra mit. Dafür gibt es hochauflösende Kameras mit diversen Aufnahmemodi, Gesten- und Bewegungssteuerung und eine aufwendige, mehrlagige Glasrückseite mit Farbeffekten. Spannendes Detail: Oberhalb des 5,7-Zoll-Hauptdisplays zeigt ein kleines Nebendisplay Statusinformationen oder Kontakte an.

Auch in der Mittelklasse mischt HTC mit - am oberen Ende. Für knapp 450 Euro bringt das 5,7 Zoll große HTC U das Design des U Ultra für kleinere Budgets mit schwächerem Mediatek-Prozessor, weniger Speicher und ohne Zweitdisplay. Etwas günstiger ist das Moto G5 Plus von Lenovo. Für knapp 300 Euro gibt es ab April ein Metallgehäuse, eine schnelle Kamera mit Dual-Pixel-Autofokus, außerdem Gesten- und Bewegungssteuerung. Das kleinere Moto G5 mit Kunststoffrücken und weniger Speicher gibt es ab Mitte März für 200 Euro.

Die Mobilfunkmesse nutzt Nokia für ein Revival. Das erfolgt in Form des Nokia 6, das für gut 230 Euro solide Mittelklasse-Hardware mit 5,5 Zoll großem Display im Aluminiumgehäuse bietet. Mit dem Nokia 5 für 190 Euro und dem Nokia 3 für rund 140 Euro positionieren sich die Finnen im unteren Preissegment. Ob die Rückkehr zu alter Größe funktioniert? Analysten wie Annette Zimmermann vom Marktforscher Gartner zweifeln zumindest leise daran. "Marken spielen eigentlich immer weniger eine Rolle", sagt sie. Worauf es ankomme, seien Services und wirkliche Alleinstellungsmerkmale. Das ahnt offenbar auch Nokia-Markeninhaber HMD und setzt auf aktuelle Software. Alle neuen Nokias werden trotz relativ niedriger Preise mit Android 7 ausgeliefert und sollen monatliche Softwareupdates erhalten.

Auf Alleinstellungsmerkmale im unteren Preisrahmen setzt auch ZTE mit dem Blade V8 Mini. Der Fünfzöller mit HD-Display hat wie die Oberklassemodelle von LG oder Huawei eine Doppelkamera - allerdings mit 13 und 2 Megapixeln. Der kleinere Sensor liefert zusätzliche Informationen, mit denen sich etwa Unschärfe-Effekt erzielen lassen oder der Schärfepunkt eines Fotos nachträglich verschoben werden kann. Verfügbarkeit und Preis sind noch nicht bekannt.

Eher am Rande gibt es auch Lebenszeichen von Windows 10 Mobile. Wenngleich dessen Zukunft momentan unklar ist, bringt Alcatel mit dem Idol 4 Pro entgegen dem Trend ein Windows-Gerät. Der 5,5-Zöller mit Oberklasse-Ausstattung ist ab Juni für rund 600 Euro zu haben.

Bewegung gibt es auf der Messe auch abseits der Smartphones: Mit der Neuauflage des 3310 bringt Nokia einen Klassiker auf den Telefonmarkt zurück. Das 2017er-Modell hat bis auf den Namen und die Form allerdings nur noch wenig mit dem Original gemein. Einen Monat Stand-by verspricht Nokia, dazu gibt es Dual-SIM-Fähigkeit, eine Kamera, ein pixeliges Farbdisplay und 16 Megabyte Speicher für all diejenigen, denen ein Telefon nach wie vor zum Telefonieren und für gelegentliche Snake-Runden ausreicht.

dpa

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