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Shoppinghelfer mit Schwächen: Der Preisvergleich im Netz

Technik Shoppinghelfer mit Schwächen: Der Preisvergleich im Netz

Es könnte so einfach sein: Das Lieblingsprodukt aussuchen, in die Preissuchmaschine eingeben - und garantiert nie zu viel bezahlen. Viele Preisportale können inzwischen sogar noch mehr. Bei ihrer Kernaufgabe schwächeln sie aber leider immer noch.

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Angebote finden und eingrenzen: Dabei helfen Preissuchmaschinen.

Quelle: Andrea Warnecke

Berlin. Echte Schnäppchenjäger mussten früher noch Prospekte wälzen oder mühsam von Laden zu Laden fahren. Dank des Internets geht das heute viel schneller: Preisvergleichsportale finden in Sekundenschnelle das beste Angebot - oder versprechen das zumindest.

Dass solche Angebote sehr beliebt sind, ist kein Wunder: Nach Angaben des IT-Verbands Bitkom ist die Möglichkeit des schnellen Preisvergleichs für fast drei Viertel der Onlineshopper (74 Prozent) einer der Hauptgründe, überhaupt im Netz einzukaufen.

Inzwischen können die Shoppinghelfer sogar noch mehr, als nur den günstigsten Preis zu finden. Manche haben eingebaute Konfiguratoren, die über Kategorien wie "Preis", "Größe" und "Farbe" bei der Suche nach einem passenden Produkt finden. So muss der Besucher nicht vorher wissen, welchen Fernseher er will. Stattdessen klickt er auf "bis 800 Euro", "mit Internetzugang" und "über 42 Zoll" und findet so schnell passende Modelle.

Andere Preisportale setzen mit Produkttests oder Tipps und Tricks für Käufer auf noch umfassendere Beratung - und gehen so mit der Zeit. "Der reine Preisvergleich ohne Beratung ist eigentlich nur noch sinnvoll bei stark standardisierten Produkten - etwa Benzin", sagt Professor Georg Hofmann, Sprecher der Kompetenzgruppe E-Commerce vom Verband der Internetwirtschaft (Eco). Hier droht den Portalen auch immer mehr Konkurrenz: Den besten Preis für das aktuelle iPhone finden zum Beispiel auch Google und andere Suchmaschinen.

"Im Grunde haben die Preissuchmaschinen so das gleiche Problem wie der Fachhandel", sagt Hofmann. Um zu überleben, müssen sie immer mehr auf Beratung und Service setzen. Geld verdienen sie aber wie ein Händler vor Ort erst, wenn der Nutzer etwas kauft. Denn in der Regel basiert das Geschäftsmodell der Portale auf einem Vertrag mit den durchsuchten Onlineshops, sagt der E-Commerce-Experte Hofmann: "Die Shops zahlen dann für jeden Klick, für jeden Kontakt oder für jeden Umsatz, den sie durch die Suchmaschine bekommen."

Diese Konstruktion sollten Verbraucher beim Preisvergleich im Netz unbedingt im Kopf behalten. Denn sie sorgt bisweilen dafür, dass die Portale nicht hundertprozentig objektiv sind. "Es gibt Fälle, in denen die Suchmaschinen unterschiedliche Verträge mit Shops haben - und deshalb auch ein Interesse daran, diese bevorzugt zu behandeln", erklärt Hofmann.

Das ist einer der Gründe, warum auch ungeduldige Schnäppchenjäger immer mindestens zwei oder drei Portale benutzen sollten. "Wir empfehlen das eigentlich in jedem Fall", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Die beste Suchmaschine für Preise gibt es nicht." Das liegt nicht nur an der Vorzugsbehandlung mancher Shops, sondern auch an schlichten handwerklichen Fehlern.

So ist der Preis, der im Portal erscheint, nicht immer der tatsächliche Endpreis. "Da werden dann zum Beispiel die Versandkosten oder Zahlungsentgelte nicht eingerechnet", erklärt Tryba. Das sorgt dafür, dass eigentlich günstigere Angebote in der Sortierung des Portals weiter unten landen. Scrollen lohnt sich also. Anderswo kann es passieren, dass zum Beispiel ein eBay-Händler das mit Abstand beste Angebot macht, tatsächlich aber nur ein Exemplar des Produkts vorrätig hat. "Man muss wirklich immer ganz bis zum Händler durchklicken und genau hinschauen", rät Tryba.

"Die Vergleiche der Suchmaschinen hinken zum Teil", sagt auch Georg Hofmann. Er hat zum Beispiel beobachtet, dass manche Portale die Preise für Neu- und Gebrauchtware munter durcheinanderwerfen. Und ebenso kann es passieren, dass ein besonders günstiger Shop die Ware erst importieren muss: So zahlt der Kunde zwar weniger, muss aber zwei Wochen oder länger auf sein Smartphone oder seine Jacke warten. "Solche Probleme haben die Portale oft noch nicht richtig im Griff", sagt Hofmann.

dpa

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