Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Vom Smartphone zur Zahnbürste: Sinn und Unsinn von Bluetooth

Technik Vom Smartphone zur Zahnbürste: Sinn und Unsinn von Bluetooth

Einst stellte Bluetooth-Funk die Verbindung zwischen Handys und Computern oder Headsets her. Dann kamen Kopfhörer und Lautsprecher dazu. Inzwischen haben sogar Kaffeemaschinen Bluetooth-Funkmodule an Bord. Bleibt da der Nutzen auf der Strecke?

Voriger Artikel
Internet-Bestellbuttons müssen eindeutig beschriftet sein
Nächster Artikel
Chrome-Update verbessert Scrollverhalten

Funklautsprecher sind ein neueres, aber durchaus sinnvolles Anwendungsfeld für Bluetooth.

Quelle: Florian Schuh

Berlin. Was haben eine Kaffeemaschine, eine elektrische Zahnbürste, ein Lautsprecher, eine LED-Lampe oder ein Handschuh gemeinsam? Eigentlich nichts - es sei denn, man kauft Varianten dieser Produkte mit Bluetooth-Modul.

Alle können sich mit Smartphones oder Tablets verbinden: der Handschuh etwa, um ihn mit ausgestrecktem kleinen Finger und Daumen wie einen Telefonhörer zu benutzen. Denn in dem Accessoire stecken auch noch Lautsprecher und Mikrofon.

Über Sinn und Unsinn solcher Auswüchse digitaler Vernetzung lässt sich trefflich streiten. "Ganz sicher gibt es etliches, wo Bluetooth eigentlich nicht sinnvoll ist", sagt Nico Jurran vom Fachmagazin "c't". Er zweifelt etwa den Mehrwert von Elektrozahnbürsten mit Bluetooth an. Die Hersteller versprechen unter anderem Unterstützung beim Putzen und personalisierte Zahnpflegetipps. "Das ist eine nette Spielerei", sagt Jurran. "Während des Zähneputzens wird jedoch kaum jemand auf Dauer parallel auf sein Smartphone schauen, um sich dabei von einer App unterstützen zu lassen."

Fast unverzichtbar ist Bluetooth dagegen in vielen anderen neuen Fitness- oder Gesundheits-Geräten, bei denen es um Selbstüberwachung oder Tracking geht. Dazu gehören etwa Pulsgurte, Waagen oder Fitnessarmbänder, die die aufgezeichneten Daten direkt an eine App auf dem Mobilgerät schicken, die sie anzeigen und auswerten kann.

Die Geräte nutzen dafür meist Bluetooth 4.0, erklärt Jurran. Jener neuere Standard, der auch als Bluetooth Low Energy (LE) oder Bluetooth Smart bezeichnet, ermöglicht im Gegensatz zu älteren Bluetooth-Versionen zum Beispiel einen energiesparenden Stand-by-Modus und kommt bei der Verbindung mit einer kleineren Bandbreite aus. "Das spart Strom und lässt die Batterien in den Geräten länger durchhalten", weiß Jurran.

Wenngleich Bluetooth eine energieeffiziente Funktechnologie ist, verlangt sie Akkus im Betrieb natürlich auch Strom ab. Bei Bluetooth-Musikboxen etwa kann es sich deshalb lohnen, wenn möglich auf die kabellose Übertragung zu verzichten und ein Klinkenkabel als Verbindung zu nutzen, rät die Stiftung Warentest. Die Akkus der Funklautsprecher halten so deutlich länger durch. Und eine Klinkensteckerbuchse bietet fast jede Bluetooth-Box.

Der Mehrwert von Bluetooth wird durch das Zusammenspiel mit passenden Apps noch vergrößert, er liegt aber natürlich vor allem in der Verbindung. Der Standard hat sich für die mobile Kopplung von Geräten nicht ohne Grund durchgesetzt. "Bluetooth ist zum Beispiel im Vergleich zu WLAN extrem energiesparend", sagt Johannes Weicksel vom IT-Branchenverband Bitkom. Außerdem sei der Funkstandard mit seinen verschiedenen Profilen individuell für unterschiedliche Geräte einsetzbar. Je nach Bedarf biete Bluetooth permanente, On-Demand- oder Zwei-Kanal-Verbindungen, so der Experte. Dieser Flexibilität wegen habe sich Bluetooth als wichtiger Funkstandard etabliert.

Damit sich ein Mobilgerät mit einem Bluetooth-Gadget verbinden kann, muss es den entsprechenden Standard beherrschen. Bluetooth Smart wird etwa ab dem iPhone 4S oder seit Windows Phone 8.1 unterstützt, sagt Nico Jurran. Bei Android-Geräten hänge es nicht nur davon ab, ob ein Bluetooth-Smart-Chip eingebaut ist: "Da funktioniert es nur ab der Systemversion 4.3." Deshalb sollte man darauf achten, welche Voraussetzungen ein Bluetooth-Produkt an Mobilgeräte stellt.

Ein weiterer Stolperstein von Bluetooth-Gadgets: "Bei Android und iOS ist das App-Angebot kein Problem", sagt Jurran. Bei Windows Phone oder Blackberry könne es aber zu einem Ausschlusskriterium werden, weil es für diese mobilen Betriebssysteme vielleicht keine App gibt.

Die Kaffeezubereitung bequem vom Smartphone aus dirigieren oder das Licht ein- und ausschalten: Das versprechen mit Bluetooth ausgerüstete Kaffeevollautomaten oder LED-Lampen. Der Funkstandard spielt also auch im Smart Home, dem vernetzten Zuhause, eine Rolle - auch wenn die Reichweite Grenzen hat. Wo Wände den Weg der Funkwellen stören können, seien 10 bis 15 Meter realistisch, sagt Weicksel.

"Ob die aus Rigips oder durchzogen von Stahlträgern sind, macht dabei natürlich einen Unterschied." Gerade bei Letzteren könne die Verbindung schon vom einen in den anderen Raum schwierig werden. WLAN sei da weniger störanfällig, so Weicksel. Auf freier Fläche könnten aktuelle Profile von Bluetooth Smart bis zu 50 Metern funken: Genug, um Modellflieger oder Drohnen per Smartphone fernzusteuern.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr