Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Arbeitsrecht: Abfindungen nach Schnelligkeit vergeben

Arbeit Arbeitsrecht: Abfindungen nach Schnelligkeit vergeben

Baut eine Firma Stellen ab, locken zum Teil große Abfindungen. Und wer sich zu spät meldet, kann leer ausgehen. Dagegen klagte zuletzt ein Mitarbeiter, der für eine Abfindung nicht mehr berücksichtigt wurde - aufgrund weniger Minuten.

Voriger Artikel
Schadenersatz wegen Mobbing: Systematische Schikane
Nächster Artikel
Mindestlohn-Urteil: Urlaubsgeld darf angerechnet werden

First come, first serve: Ein Gericht entschied kürzlich darüber, ob Arbeitgeber Abfindungen in der Reihenfolge vergeben können, in der sich die Mitarbeiter dafür gemeldet haben. Foto: Jens Schierenbeck

Düsseldorf. Arbeitnehmer müssen es hinnehmen, wenn der Arbeitgeber den Erhalt einer Abfindung daran knüpft, welcher Mitarbeiter sich zuerst meldet. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin und bezieht sich auf eine

Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf.

Arbeitnehmer haben keinen Einfluss darauf, nach welchem System der Arbeitgeber Abfindungen vergibt. Geht es nach Schnelligkeit und sie sind zu langsam und gehen leer aus, können sie nichts dagegen machen.

In dem verhandelten Fall hatte ein Gruppenleiter im IT-Bereich gegen seinen Arbeitgeber geklagt. In seinem Bereich sollten sieben Stellen abgebaut werden. Der Arbeitgeber versprach 300 000 Euro Abfindung und gestaltete ein sogenanntes offenes Abfindungsprogramm. Danach sollten die Mitarbeiter, die ausscheiden wollen, eine Erklärung per E-Mail an eine bestimmte Webseite senden. Die Reihenfolge des Eingangs der Erklärungen entschied darüber, wer gegen Abfindung aussteigen durfte.

Der Mann argumentierte, er habe sich am Stichtag um 13.00 Uhr mit dem Start der Frist auf der bereitgestellten externen Webseite einzuwählen versucht. Noch um 13.04 Uhr sei das System überlastet gewesen. Erst um 13.07 Uhr sei ihm der Eingang seiner Meldung bestätigt worden - sechs Minuten zu spät, wie sich später herausstellte. Der Gruppenleiter war der achte aus der IT-Abteilung, der aus dem Team ausscheiden wollte und kam nicht mehr in Betracht. Daraufhin klagte er.

Die Klage war erfolglos (Az.: 14 Sa 1344/15). Nach Auffassung des Gerichts ist es erlaubt, dass der Arbeitgeber in Abstimmung mit dem Konzernbetriebsrat Mitarbeitern das Ausscheiden gegen Abfindung anbietet. Er könne auch die Anzahl der ausscheidenden Mitarbeiter begrenzen und die Auswahl nach dem zeitlichen Eingang der Meldungen treffen. Dies sei auch dann zulässig, wenn er die Meldungen über eine Website ermögliche und manche Mitarbeiter einen schnelleren Zugriff darauf hätten als andere. Grundsätzlich habe man keinen Anspruch darauf, bei einem Programm "Ausscheiden gegen Abfindung" mitzumachen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Arbeitsrecht

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr