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Ein Hund als Lockvogel: Das niederländische Kooikerhondje

Tiere Ein Hund als Lockvogel: Das niederländische Kooikerhondje

Das niederländische Kooikerhondje gibt es in Deutschland noch nicht allzu lang. Doch das Interesse an dem spanielähnlichen Lockvogelhund wächst - kein Wunder, denn Kooikers sehen besonders niedlich aus.

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Das Markenzeichen der Kooiker sind die schwarzen Haaren an den Spitzen der rotbraunen Schlappohren.

Quelle: Arco Images/P. Wegner

Großrosseln. Zierlicher Hund, zartes Gemüt - etwa so lässt sich das niederländische Kooikerhondje beschreiben. So kommen die wirklich süßen und hübschen Hunde nicht etwa als Wach- oder Jagdhund zum Einsatz - sie sind Lockvögel.

Geflügelbauern aus den Niederlanden nutzen die Kooikerhondje in speziellen Fangvorrichtungen, um Enten zu erwischen. Wenn das rot-weiße Hündchen mit seinem buschigen Schwanz durch diese Vorrichtungen, die sogenannten "Kooien" läuft, nehmen die Enten nur seine wedelnde Schwanzspitze wahr, erklärt Torsten Warnke vom

Deutschen Club für Kooikerhondje (DCK) in Hollenstedt.

"Durch das Verschwinden und Wiederauftauchen des Fleckes lockt das Kooikerhondje die neugierigen Enten tiefer und tiefer in die Röhre, bis sie in den Fangkäfig gelangen", erklärt er. Der Kooiker ist also nicht dazu da, die Enten zu jagen, sondern um sie mit seiner wedelnden Rute anzulocken. Noch heute sind in den Niederlanden etwa 100 solcher Kooien in Betrieb.

Das Kooikerhondje gehört zu den ältesten niederländischen Hunderassen. "Wahrscheinlich sind die bunten Vogelhunde während der Herrschaft von spanischen Edelleuten in die Niederlande gebracht worden", sagt Warnke. Denn auf vielen Gemälden aus dem 17. bis zum 19. Jahrhundert, darunter Werke von Jan Steen und Jan Vermeer, seien Tiere mit der markanten Zeichnung des Kooikerhondje zu finden.

In Deutschland ist die Hunderasse noch recht unbekannt. Nur 120 bis 150 Welpen werden pro Jahr geboren. "Die Rasse ist relativ selten, weil sie erst seit etwa 20 Jahren in Deutschland gezüchtet wird", sagt der DCK-Vorsitzende. Von einem Trendhund lässt sich daher nicht sprechen. "Doch mittlerweile entdecken immer mehr Leute diese liebenswerte Rasse", sagt Petra Ackermann, Vorsitzende des

Kooikerhondje Vereins (KVD) in Großrosseln/Karlsbrunn.

Die Nachfrage sei sehr hoch, und oft warten Interessenten ein Jahr lang auf ihren Wunschhund. Der Kooiker ist ein zierliches spanielähnliches Tier. Sein pflegeleichtes Fell ist weich, mittellang und rotorange-weiß gefleckt. Eine weiße Blesse zieht sich von der Stirn bis zur Schnauze, wie im Rassestandard der Federation Cynologique Internationale (FCI), dem kynologischen Dachverband, nachzulesen ist.

Das Markenzeichen der 40 cm großen und 12 Kilo schweren Tiere sind ihre Ohren: An den Spitzen der rotbraunen Schlapplauscher hat der Kooiker schwarze Haare. Diese Markierungen heißen laut FCI-Standard Nr. 314 Ohrringe. Der Charakter des Kooikers passt zu seinem grazilen Aussehen. "Er ist sehr sensibel und eher zurückhaltend", sagt Ackermann. Fühlt er sich unsicher, wird er sich zurückziehen.

Und bevor er auf Fremde zugeht, beobachtet er lieber erst aus der Ferne. Ist die erste Scheu aber überwunden, zeigt der Kooiker sein freundliches Wesen. "Er ist fröhlich, doch nicht lärmend, gutartig, aufmerksam und sehr intelligent", sagt Warnke. Außerdem sei das Tier sehr anpassungsfähig: "Es ist einerseits ruhig und bescheiden, andererseits verspielt und voller Lebenslust."

Wer einen Kooiker als Familienhund halten möchte, sollte seinen sensiblen Charakter beachten. "Der Kooiker sollte möglichst nicht mit Kindern unter sechs Jahren gehalten werden", rät Ackermann. Denn auf unvorsichtiges Herumtollen, Geschreie, Ziehen an den Ohren oder am Fell reagiert er empfindlich.

Außerdem brauchen die Tiere Konsequenz und Einfühlungsvermögen, sagt Warnke: "Es lernt schnell über positive Motivation, aber Druck und Härte verstören es." Gar nicht gern ist der Kooiker allein zu Haus. Die Tiere sind sehr auf ihre Menschen fixiert, betont Ackermann. Außerdem brauchen Halter Zeit fürs Gassigehen. Mindestens eine Stunde am Tag mit viel Auslauf müsse drin sein, rät die KVD-Vorsitzende.

Und Kooikerhondjes lieben abwechslungsreiche Herausforderungen: Hundesport, Apportieren und Kunststücke halten sie fit. "Und Kooiker schwimmen für ihr Leben gern", ergänzt Ackermann. Bis zum Zweiten Weltkrieg galt die Rasse fast als ausgestorben. Erst 1942 begann eine Baronin van Hardenbroek van Ammerstol, das Kooikerhondje wieder aufleben zu lassen, beschreibt der FCI Standard.

Als Ursprungshündin gilt ein Tier namens "Tommy" aus der Provinz von Friesland. Seit 1971 ist die Rasse offiziell anerkannt. Dass sie selten und begehrt ist, spiegelt sich im Preis wieder: "Ein Kooikerhondje aus guter Zucht kostet ab 1400 Euro", sagt Ackermann.

Sie rät, die Tiere nur bei einem seriösen Züchter zu kaufen und darauf zu achten, dass alle relevanten Untersuchungen gemacht wurden. Warnke empfiehlt vor allem den Gentest auf die lähmende Erbkrankheit, Untersuchungen der Kniescheiben sowie auf Augenerkrankungen.

dpa

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